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Rundwanderung zur Wildenburg – mit maximalem Erlebnisfaktor
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Das Kraftwerk an der Lorze. (Bild: hch)

Zuger Allwettertour für die ganze Familie Rundwanderung zur Wildenburg – mit maximalem Erlebnisfaktor

5 min Lesezeit 21.05.2021, 10:58 Uhr
  • 230 m
  • 230 m
  • 7,8km
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Sie ist zweifellos eine der schönsten Wanderungen im Kanton Zug, noch dazu mit hohem Erlebnischarakter und familientauglich: Der zauberhafte Rundweg aus dem Lorzentobel hoch zur Wildenburg. Was sich in weniger als drei Stunden absolvieren liesse, kann je nach Aktivitäten wie bröteln, baden oder Höhlenmensch- und Burgfräuleinspielen auch schnell mal den ganzen Tag dauern.

Der Start unserer Wanderung liegt etwa zwei Kilometer vor den Höllgrotten, unmittelbar bei der zweiten Brücke über die Lorze. Hier liegt nämlich nicht nur einer wenigen Parkplätze im Wald, sondern kurz darauf beginnt auf der anderen Flussseite auch schon der vermutlich schönste Abschnitt auf dem Wanderweg.

Von der Vereinigung Campagna Baar auf der anderen Flussseite weht schon nach kurzer Gehzeit ein feiner Risottoduft hinüber. Wir planen jedoch, eine der zahlreichen Feuerstellen an der Lorze in Beschlag zu nehmen. Eine wird an diesem Feiertag doch wohl noch frei sein? Der Wurzelpfad führt weiter durch den dichten Lorzenwald, immer dem Wasser entlang bis zum Restaurant Höllgroten, und er wird glücklicherweise nur selten von Bikern befahren. Auch die Tische vor der Jugendstilvilla sind schon gut belegt, die gutgelaunten Mitglieder eines Jodlerclubs machen sich ganz maskenbefreit für ihr Ständchen bereit.

Eine der beliebtesten Schweizer Höhlen

Nach einer halben Stunde sind wir bei den Höllgrotten angelangt, wohl auch dank Corona ein äusserst beliebtes Ausflugsziel. Wir besuchen die 3000 Jahre alte Tropfsteinhöhle jedoch lieber ein anderes Mal, wenn es draussen wieder so richtig heiss ist. Stattdessen gehen wir auf der Kiesstrasse der Lorze entlang in Richtung Neuägeri, immer auf der Hut vor einem übermütigen Biker, die hier fast im Sekundentakt die Strasse runtersausen.

Aufsteigende Rauchfahnen zeigen an, dass die idyllischen Brötelstellen am Fluss, bei denen immer auch trockenes Holz bereit liegt, schon alle belegt sind. Am Fuss der alten Brücke, die für so manch trauriges Schicksal steht, finden aber auch wir noch ein freies Plätzchen am Fluss. Steine und Schwemmholz für ein schönes Feuer scheinen nur auf uns gewartet zu haben, einzig das Wasser ist noch etwas gar kalt zum Baden.

Hoch zum verzauberten Wasserfall

Für den Aufstieg zur Wildenburg müssen wir zurück zum Kraftwerk, wo der Weg steil durch den Wald hoch bis zur Kantonsstrasse führt. Ab hier ist die Signalisierung nun lückenhaft. Erst nach überqueren der Hauptstrasse wird klar, dass es nun dem Waldrand entlang hoch geht. Und auch oben angekommen haben wir längere Zeit kein Schild gesehen, das den Weg zur Burgruine weist. Der Schwarzenbach-Wasserfall, der nach kurzer Zeit im Wald wartet, entschädigt jedoch mehr als ausreichend für die temporäre Verwirrung. Nur die nackte Nixe, die sich manchmal hier auf dem Felsen räkeln soll, scheint heute anderweitig beschäftigt (zentralplus berichtete)

Von hier aus führt der idyllische, streckenweise aber etwas rutschige Weg weiter den Wald hoch bis zu einem Abzweiger und kurz darauf ist die Wildenburg erreicht. Glücklicherweise sind die tyrannischen Herrscher, die ab dem 13. Jahrhundert in dieser Burg gewohnt haben sollen, längst über alle Berge. In Pandemiezeiten werden die alten Gemäuer stattdessen von einer Gruppe Jugendlicher genutzt, die sich von ihrer Waldparty erholen.

Für den Abstieg halten wir uns beim Abzweiger links in Richtung Allenwinden bis zur Winzrüti. Der Waldweg ist gut präpariert, hat jedoch sehr viele Treppenstufen. Beim Bauernhof findet man sich in einem Wald voller Verbotsschilder und Zäunen wieder, sodass man sich durch für den weiteren Weg durch ein Gatter zwängen muss. In Richtung Menzingen geht es nun an der Scheune vorbei und danach sind es noch etwa 100 Höhenmeter runter durch das Tobel, bevor man sich wieder an der Lorze findet. Der Duft nach Bärlauch als Begleiter und die Tatsache, dass der Rucksack mit einer Zuger Riesenmorchel gefüllt ist, ist mehr als genug Belohnung für die Strapazen.

In einer Schlaufe führt der Weg nun der Lorze entlang bis zum oberen Kraftwerk, bevor es auf der anderen Seite auf der Kiesstrasse zurück zu den beiden Tobelbrücken geht. Nach einer Dreiviertelstunde ist der Ausgangspunkt beim Parkplatz wieder erreicht. Wer Lust und Hunger hat, kann auch jetzt noch eine übriggebliebene Wurst braten, eine passende Glut findet sich nun sicher.

Gute Alternative mit dem Bus

Der Rundweg kann aufgrund seiner tiefen Lage ganzjährig und gut auch bei Regen absolviert werden. Wer mit dem ÖV anreist, nimmt den Bus bis zur Spinnerei Lorze und wandert entlang der Lorze bis zum Ausgangspunkt. Dafür ist eine gute halbe Stunde mehr Wegzeit einzurechnen. Abkürzen lässt sich die Wanderung durch die Rückfahrt ab der Bushaltestelle Tobelbrücke-Höllgrotten. In diesem Fall absolviert man die Wanderung in umgekehrter Richtung und bleibt auf der Kiesstrasse bis zum oberen Kraftwerk, sodass die Strecke zur Wildenburg nicht doppelt begangen werden muss.

Start und Ziel: Baar, Lorzendamm
Schwierigkeit: T1
Distanz: 7,8 km
Wanderzeit: 2 1/2 Stunden
Höhendifferenz: 230 m
Route: Lorzendamm – Höllgrotten – Kraftwerk Lorzentobel – Ägeristrasse – Schwarzenbach Wasserfall – Wildenburg – Winzrüti – Lorzentobel – Höllgrotten – Lorzendamm

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