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Rundwanderung von Niederrickenbach auf die Musenalp
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Alpwirtschaft Musenalp. (Bild: est)

Wanderung für die Zwischensaison Rundwanderung von Niederrickenbach auf die Musenalp

5 min Lesezeit 23.04.2021, 11:01 Uhr
  • 620 m
  • 620 m
  • 8km
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In der Zwischensaison im Herbst und Frühling bieten sich Wanderhungrigen Touren in etwas tiefer gelegenen Gegenden an. So auch im Engelbergertal, wo die Rundtour von Niederrickenbach zur Musenalp führt. Auf den bekannten Zentralschweizer Gipfeln Schwalmis, Risetenstock und Brisen liegt noch Schnee.

Hinter der Bergstation der Luftseilbahn in Niederrickenbach ragen die gezackten Felsen der Musenalp in den Himmel. Auf diesem Plateau liegen die saftigen Weiden. Wer nur die Alpwirtschaft auf der Musenalp besuchen möchte, kann sich auch bequem mit der Musenalpbahn hochfahren lassen.

Ich wandere in Richtung Kloster aus dem Dorf hinaus und folge dem Asphaltsträsschen bergauf durch die Steinrüti bis zum Picknickplatz. Da biege ich links ab und folge dem Wegweiser Richtung Musenalp, Bleiki und Buochserhorn. Der Wanderweg führt nun durch schöne Weiden mit einzelnen Bäumen. Vom Weiler Bleiki führt der Weg rechts steil bergauf über die Weide. Als ich das zweite Mal auf das Asphaltsträsschen komme, biege ich nach rechts auf den rot-weiss markierten Weg Richtung Musenalp ab.

Variante für die Abenteuerlustigen

Der blau-weiss markierte Weg Richtung Musenalp über den Bleikigrat ist schmal und ausgesetzt. Man muss auf diesem Weg schon etwas kraxeln (Schwierigkeit: T3). Wenn man aber trittsicher und schwindelfrei ist, kann man diesen Weg bei trockenen Verhältnissen gut begehen. Der Weg führt durch Felsen hindurch und man passiert eine kurze Steilwand über eine Leiter. Es geht auf dem Grat zu beiden Seiten steil hinunter. Somit ist es eher eine Variante für Leute, die gerne etwas den Nervenkitzel suchen.

«Chästrägerweg»

Bei der oberen Bleiki bleibe ich also heute auf dem rot-weiss markierten Wanderweg Richtung Musenalp. Bereits beim Stall der oberen Bleiki liegt der Schnee schwer und nass. Hinter dem Stall beginnt der «Chästrägerweg», der erst durch den Bergwald und dann immer steiler hinauf durch den Bleikigraben auf den Grat der Musenalp führt. Dies ist der wilde Teil des Aufstiegs.

Bemooste Felsen und Farne säumen den Weg. Auch dieser Weg ist schmal und bietet einige Tiefblicke. Da der Weg völlig im Schatten liegt, bleibt der Schnee liegen und ist auch am Nachmittag noch gefroren. Ich packe also zur Sicherheit die Wanderstöcke aus, denn hier in die Tiefe abzurutschen, wäre keine gute Idee. Über Wurzeln und Felsen geht es in knapp einer Stunde hinauf zur Musenalp.

Buochserhorn mit Schneehaube

Auf den verschneiten Alpweiden der Musenalp angekommen, eröffnet sich das Panorama auf die Zentralschweizer Berge. Das Buochserhorn präsentiert sich mit einer schneebedeckten Flanke. Von hier kann man auch noch einen kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt bei der Musenalp machen. Danach stapfe ich durch den Schnee weiter zur Alpwirtschaft der Musenalp.

Blick auf das Buochserhorn von der Musenalp. (Bild: est)

Alpwirtschaft mit Käserei auf der Musenalp

Die Alpwirtschaft auf der Musenalp hat ihre Karte auf die Türe geschrieben. Heute gibt es Meringue, Lebkuchen und Nussgipfel. Des Weiteren werden erfrischende Getränke sowie einfache, warme und kalte Speisen aus der hauseigenen Landwirtschaft angeboten. Legendär sei die Bratkäseschnitte. Der sonnige Vorplatz lädt zum Verweilen ein.

Auf der 80 Hektaren grossen Alp mit saftigen Alpwiesen, weiden im Sommer um die 50 Kühe und circa 10 Stück Jungvieh. Die Milch wird täglich zu würzigem Alpkäse verarbeitet. Die Aussicht auf die Gipfel vom Brisen, Risetenstock und Schwalmis lassen schon ein wenig die Vorfreude auf die Wintersaison durch die stille Natur aufkommen.

Abstieg zur «Bärenfallen»

Beim Stall der Alpwirtschaft Musenalp führt der Weg abwärts über Weiden. Den ersten Abzweiger bei der unteren Musenalp nach rechts Richtung Niederrickenbach ignoriere ich und wandere weiter Richtung Bärenfallen. Der direkte Weg nach Niederrickenbach wäre etwas steiler und kürzer. Den Weg über Bärenfallen finde ich aber attraktiver.

Kurz vor dem Erreichen des Sattels «Bärenfallen» nach 30 Minuten ab der Musenalp gibt es ein Steilstück mit stabilen Metalltreppen und Handlauf, das problemlos begehbar ist. Ich geniesse noch einmal die Aussicht und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen bevor ich mich auf den Weg zurück nach Niederrickenbach mache. Es ist deutlich spürbar, die Tage werden kürzer und die Sonne verliert an Kraft.

Der Sattel von Bärenfallen. (Bild: est)

Der Abstieg zur Ahornalp führt erst noch durch Weiden und Wald hinunter. Bei der Ahornalp gibt es wiederum eine einladende Brätelstelle an der Sonne. Danach führt ein Schottersträsschen in 30 Minuten zurück zum Picknickplatz Steinrüti und Niederrickenbach.

Die Zeit bis zur Abfahrt der Seilbahn hinunter zum Parkplatz oder der Bahnstation Niederrickenbach, kann man sich noch mit einer Besichtigung der Klosterkirche oder einem Besuch im Klosterladen verkürzen. Im Klosterladen werden Produkte aus der hauseigenen Kräuterei, Apotheke oder Küche verkauft. Das Benediktinerinnenkloster wurde 1857 gegründet und zieht, trotz des sehr zurückgezogenen Lebens der Nonnen, viele Besucher und Kraftsuchende an.

Die Tour wurde im Oktober 2020 begangen.

Start: Niederrickenbach (erreichbar mit der Zentralbahn und Luftseilbahn)
Ziel: Niederrickenbach (erreichbar mit der Zentralbahn und Luftseilbahn)
Schwierigkeit: T2
Distanz: 8 km
Höhendifferenz:  Aufstieg 620 m, Abstieg 620 m
Wanderzeit: 3.5h
Route: Seilbahnbergstation Niederrickenbach (1156 m.ü.M.) – Steinrüti (1230 m.ü.M) – Bleiki (1384 m.ü.M.) – Chästrägerweg – Musenalp-Grat (1774 m.ü.M.) – Unter Musenalp (1639 m.ü.M.) – Bärenfallen (1579 m.ü.M.) – Ahorn (1344 m.ü.M.) – Seilbahnbergstation Niederrickenbach (1156 m.ü.M.)

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