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Knackige Wanderung an der Sustenpassstrasse – Hüttengefühl inklusive
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Die Sustlihütte. (Bild: est)

Im wildromantischen Meiental bei Wassen UR Knackige Wanderung an der Sustenpassstrasse – Hüttengefühl inklusive

4 min Lesezeit 03.08.2020, 10:56 Uhr
  • 750 m
  • 460 m
  • 5,5km
  • Dauer:
    •••
  • Technik:
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Die eher kurze Wanderung im weitgehend unberührt gebliebenen, wildromantischen Meiental bietet viele hochalpine Ausblicke und eine verdiente Pause in der Sustlihütte. Der steile Auf- und Abstieg hat es aber in sich. Er erfordert etwas Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.  

Das Meiental ist umgeben von den höchsten Gipfeln im Kanton Uri. Im Norden sieht man die Grassen-Spannort-Kette und im Süden die Fleckistock-Kette. Die Meienreuss und ihre Zuflüsse werden von Gletschern gespiesen und haben tiefe Täler ausgefressen. Es gibt im Meiental keine eigenständigen Dörfer, denn die Weiler Husen, Dörfli, Fürlaui und Färnigen gehören politisch zur Gemeinde Wassen. 

Schweisstreibender Aufstieg

Ich starte meine Wanderung beim Parkplatz und der Postautohaltestelle «Gorezmettlen» an der Sustenpassstrasse. Achtung für diejenigen, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, denn es gibt nur wenige Postautokurse pro Tag über den Sustenpass. Also muss man die Wanderung sorgfältig planen. 

Für den Aufstieg zur Sustlihütte wähle ich den Wanderweg über den «Fleschboden» nach «Gemschen». Der 1 3/4-stündige Aufstieg ist sehr steil und schweisstreibend, denn es gilt, auf zwei Kilometer 600 Höhenmeter zu bewältigen. Der Weg erfordert etwas Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, denn die einzelnen Tritte sind teilweise hoch und abgebrochen.

Kinder sollten wandererprobt sein. Allenfalls empfiehlt es sich sie anzuseilen. Ab «Gemschen» wird es bis zur Sustlihütte, die man über die «Chanzelflue» und «Bei den Seelenen» in 45 Minuten erreicht, gemütlicher. Der Weg führt mehr oder weniger auf der gleichen Höhe dem Hang entlang. So kann man die hochalpinen Ausblicke in vollen Zügen geniessen. 

Alternativ könnte man auch in einem zweistündigen, gleichmässigeren Aufstieg von «Gorezmettlen» über «Oberplattli» zur Sustlihütte aufsteigen. Dazu folgt man für zirka 10 Minuten der Susten-Passstrasse, bevor der Wanderweg rechts den Hang hinauf abbiegt. Kurz vor der Sustlihütte trifft der Wanderweg dann wieder auf den Wanderweg, der von der «Chanzelflue» kommt.  

Seit 1993 komplett modernisierte Sustlihütte

Die Sustlihütte steht auf einer sonnigen Geländeterrasse. Sie wurde 1915 eingeweiht. Nach dem Bau der Sustenpassstrasse 1946 stieg die Besucherzahl sprunghaft an und die Hütte wurde ein erstes Mal erweitert und umgebaut. Weitere Aus- und Umbauten erfolgten in den 1970er und 1980er Jahren.

1993 wurde die Sustlihütte dann komplett umgebaut und modernisiert. Auf der aussichtsreichen Terrasse kann man hausgemachte Spezialitäten, Alpprodukte, Suppen, Nussgipfel und Kuchen aus der Hüttenküche geniessen. Die SAC Hütte zieht ein breites Publikum an und gilt als idealer Stützpunkt für Bergsteiger, Kletterer, Wanderer, Familienausflüge und Kurse im Gebirge. Rund um die Hütte gibt es schön gelegene und abgesicherte Klettergärten, die sich teilweise auch für Kinder eignen.  

Frisch gestärkt entscheide ich mich für den westlichen Abstieg zum «Sustenbrüggli». Wenn man sich für den direkten Abstieg von der Sustenhütte zum «Sustenbrüggli» entscheiden würde, dann müsste man vier Leitern hinuntersteigen. Für den Abstieg erachte ich diese Route für mich deshalb als weniger geeignet. Der westliche Abstieg führt für eine halbe Stunde steil den Hang hinunter. Auch da braucht es etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. 

Sustlibach lädt zum Verweilen ein

Für den letzten halben Kilometer bis zur Postautohaltestelle «Sustenbrüggli» folge ich dem Sustlibach. Am Bach gibt es viele schöne Plätze zum Verweilen. So lässt sich die Wartezeit, bis der Bus kommt, sehr gut überbrücken. Wenn man zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung gehen will, kann man in 20 Minuten vom «Sustenbrüggli» zur «Guferplatte» absteigen. Danach geht es auf der alten Sustenpassstrasse weiter über die Alp Hinterfeld nach «Gorezmettlen». Für die ganze Strecke vom «Sustenbrüggli» nach «Gorezmettlen» braucht man etwa eine Stunde. 

Die Schwierigkeit des vorgeschlagenen Weges ist mit T2 zu bewerten. Stabile und rutschfeste Wanderschuhe sind empfohlen, Wanderstöcke sind hilfreich. Ein Mindestmass an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist für die ganze Wanderung erforderlich.  

Ausgangspunkt: Gorezmettlen (erreichbar mit dem Postauto über den Sustenpass) 
Endpunkt: Sustenbrüggli (erreichbar mit dem Postauto über den Sustenpass) 
Tiefster Punkt: Gorezmettlen (1614 m.ü.M.)
Höchster Punkt: Kurz nach «Bei den Seelenen» (2307 m.ü.M.) 
Höhenmeter: Aufstieg 750 m, Abstieg 460 m (inkl. Zwischenanstiege) 
Länge: 5.5 km 
Zeitbedarf: 3 1/4 Stunden 
Route: Gorezmettlen (1614 m.ü.M.) – Gemschen (2235 m.ü.M.) –  
Bei den Seelenen (2285 m.ü.M.) – Sustlihütte (2257 m.ü.M.) –  
Sustenbrüggli (1909 m.ü.M.)

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