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Hochmoor-Idylle in bester Gesellschaft
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(Bild: Franziska Landolt)

Eine Wanderung um den Göscheneralpsee Hochmoor-Idylle in bester Gesellschaft

4 min Lesezeit 18.08.2017, 11:47 Uhr

Schon länger stand die Wanderung um den Göscheneralpsee ganz weit oben auf der To-do-Liste. Nun endlich wagte ich mich um den wunderschön still gelegenen See. Eine Tour inmitten von hohen Bergen, nicht mehr ganz so grossen Gletschern – und einigen ziemlich anhänglichen Viechern.

Der Ausgangs- und zugleich Endpunkt dieser Wanderung ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Von Göschenen aus führt uns ein Postauto, das man allerdings mindestens zwei Stunden vor Abfahrt reservieren muss, zum Berggasthaus Dammagletscher. Beim Einsteigen werden wir gefragt, wann wir wieder zurückfahren möchten. Wie schwierig diese Frage ist, wird uns erst auf dem Rundweg um den See klar.

Bei der Göscheneralp entscheiden wir uns zuerst für den Aufstieg durch Heidelbeerfelder und an kleinen Seelein und Hochmooren vorbei, wandern also zuerst der Nordseite entlang. Schon bald kommen wir so zum ersten Aussichtspunkt (etwas abseits vom offiziellen Wanderweg, aber mit einem Pfeil markiert). Der ganze See erstreckt sich vor uns und zeigt mit seiner Farbe an, dass er wohl recht kalt ist – ein Gletschersee halt.

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Der Weg geht recht gemütlich weiter. Er ist angenehm, aber relativ schmal, sodass wir immer hintereinander gehen. Da wir über der Baumgrenze sind, sind wir nicht unglücklich über die Wolkendecke, die sich langsam ausbreitet.

Nicht alleine auf dem Weg

Bald schon kommt die erste Herausforderung: Wir treffen auf eine Herde Kühe – und zwar auf eine sehr grosse! Sie stehen über eine längere Strecke neben unserem Weg, strecken gemütlich ihre Köpfe zu uns und glotzen uns an, als wären wir die ersten Wanderer, die sie je gesehen haben. Weiter unten, direkt am See, sehen wir noch etwas Ungewöhnliches: Ein paar Kühe liegen am Sandstrand. Bisher haben wir Kühe wohl nur auf Weiden gesehen, weshalb uns dieser Anblick ein Lachen entlockt.

Nach diesen Begegnungen verdienen wir uns eine erste Rast. Etwas erhöht hat es viele grosse flache Steine, auf denen wir uns gemütlich hinsetzen und etwas ausruhen. Überhaupt findet man solche Sitzgelegenheiten dem ganzen See entlang. Das ist praktisch. Da es sich hier aber um ein Hochmoor handelt, ist es ratsam, die nächsten Schritte jeweils mit den Stöcken vorzusortieren.

Trittfestigkeit gefragt

Am Ende des Sees gelangt man zur Abzweigung zur Dammahütte (noch 1 h 30). Hier muss man für den weiteren Rundweg ausholen. Der Weg geht dem Gletscherbach Dammareuss entlang ein gutes Stück nach oben, bis man diesen auf einer Brücke überqueren kann. Es eröffnet sich ein schöner Blick auf den Dammagletscher. Vor ein paar Jahren war dieser bestimmt noch viel eindrücklicher, sind wir uns sicher. Danach wird der Weg schwieriger.

Es gibt eine Strecke über eine Geröllhalde, bei der man den Weg förmlich suchen muss. Kurz: Ich bin froh um meine Wanderstöcke. Später quert man ein paar grosse Steinblöcke, die man mithilfe von Stahlketten aber gut bewältigen kann. An diesem Punkt wird mir klar, weshalb ich irgendwo den Hinweis gelesen habe, man solle diese Wanderung nicht nach einer längeren Regenperiode unter die Füsse nehmen. Der tolle Blick in eine prächtige Bergwelt – an der Grenze zwischen den Kantonen Uri und Bern – entschädigt für die Strapazen.

Freche Wegbegleiter

Hoch über dem See geht der Weg auf der Südseite weiter. Der Weg quert ein paar Bächlein, die bei diesem tiefen Wasserstand aber mit grossen Schritten und dichten Wanderschuhen problemlos zu bewältigen sind. Irgendwann stossen wir noch auf eine Herde Ziegen. Diese sind sogar noch frecher als die Kühe auf der anderen Seeseite und liegen uns ab und zu einfach im Weg, ohne mit der Wimper zu zucken. Wir müssen ausweichen. Einige Ziegen sind sogar ziemlich anhänglich und werden wohl vom Salz an unseren Beinen angezogen. Jedenfalls werden wir diese Begleiter längere Zeit nicht mehr los. Von Weitem rufen uns auch noch Murmeltiere zu.

Obwohl wir schon viel länger als angegeben unterwegs sind, entscheiden wir uns für eine zweite Pause als Mittagsrast. Nun liegen nur noch der Abstieg und der Staudamm vor uns und so können wir die restliche Zeit ziemlich gut berechnen. Nach etwas mehr als fünf Stunden Unterwegssein und fünf Minuten vor Abfahrt unseres Postautos sind wir wieder beim Ausgangspunkt angelangt und erfüllt von den schönen Eindrücken. Der Weg ist mit drei Stunden und zehn Minuten angegeben. Die zwei Verpflegungspausen, die Foto- und Sonnencremestopps sowie die guten Gespräche unterwegs haben uns wohl so viel Zeit gekostet.

Strecke/Zeit: 8,1 km, 3 h 10 (laut Wegweiser)

Schwierigkeit: T2, sportlich

Höhenunterschied: je 425 m auf- und abwärts

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