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Gratkraxeln hoch über dem Vierwaldstättersee
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Der Ostgrat zieht – vom Gottertli aus gesehen – rechts zum Gipfel der Rigi Hochflue hoch. (Bild: Fabian Duss )

Wanderung über den Ostgrat auf die Hochflue Gratkraxeln hoch über dem Vierwaldstättersee

3 min Lesezeit 30.06.2017, 15:01 Uhr

Wer beim Wandern gerne zupackt, sollte sich die Rigi Hochflue nicht entgehen lassen. Der dritthöchste Rigi-Gipfel bietet nicht nur ein hervorragendes Panorama, sondern auch eine abwechslungsreiche Kraxeltour.

Die Rigi ist nicht gerade als Kletterberg bekannt. Das liegt daran, dass ein Grossteil des Gebirges aus Nagelfluh-Fels besteht. Der westliche Teil der Bergkette allerdings ist aus solidem Kalk, der geradezu zum Kraxeln und Klettern einlädt. Ausgiebig Gelegenheit dazu bietet die Rigi Hochflue – etwa an ihrem Ostgrat.

Zum Warm-up übers Gottertli

Ausgangspunkt der Alpinwanderung ist die Bergstation der Urmiberg-Seilbahn ab Brunnen. Nach wenigen Minuten erreicht man den Ober Timpel und wendet sich nach Westen. Auf einfachem Weg geht es aufs Gottertli, das man zwar auslassen könnte, damit jedoch einen schönen Blick auf die Urner Alpen und die Rigi Hochflue verpassen würde. Nach einem kurzen Abstieg zur Alp Egg ist das gemütliche Warm-up beendet.

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Bald heisst es, die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen und ordentlich zuzupacken. Blau-weiss markiert geht es nun nämlich über den Ostgrat auf die Rigi Hochflue. Wobei: Oft bewegt man sich leicht auf dessen Nordseite. An heissen Sommertagen ist das ein Vorteil, doch verheisst die Exposition oft auch einen etwas feuchten Untergrund. Aufgepasst also!

Wurzelkraxeln

Die Tiefblicke werden im Aufstieg oft von der üppigen Vegetation gemildert. Letztere erweist sich auch als hilfreich, wenn die Hände mal keinen Fels zum Festhalten finden. Wurzeln und Bäume hat es auf dem Pfad in Hülle und Fülle. Der Fels ist derweil von den vielen Begehungen oft etwas speckig. Zahlreiche Draht- und Fixseile erhöhen im Aufstieg allerdings die Sicherheit.

Nach rund eineinhalb Stunden verabschiedet man sich nach einer kurzen Kraxeleinlage vom steilen, schattseitigen Gelände und erreicht den Gipfelbereich. Der Kontrast ist frappant. Dieser mutet nämlich ziemlich trocken, mediterran und lauschig an. Zwischen den Legföhren zeigen sich Ausschnitte jenes Bergpanoramas, das man kurze Zeit später beim Gipfelkreuz uneingeschränkt vor die Augen kriegt. Den Tiefblick auf den Vierwaldstättersee sollte man ebenso geniessen wie die Aussicht nach Süden.

Leiter oder Ketten im Abstieg

Für den Abstieg von der Hochflue kommen zunächst zwei Varianten infrage: Über eine fast 130-jährige, solide Eisenleiter unmittelbar vom Gipfel nach Nordwesten und zum Gätterlipass oder – etwas einfacher – über einen mit Ketten versicherten Wanderweg zum Zilistock. Bei letzterer Variante heisst das Ziel Gersau, wobei wiederum mehrere Varianten möglich sind. Derweil lässt der Gätterlipass Abstiege nach Gersau und Lauerz sowie eine Fortsetzung der Wanderung auf die Rigi zu. Beide Abstiege von der Rigi Hochflue sind weniger schwierig als der Rückweg über den Ostgrat zum Urmiberg.

Varianten

Die Rigi Hochflue erlaubt zahlreiche Varianten. Es lohnt sich zum Beispiel, auf die Urmiberg-Seilbahn zu verzichten und über die beiden Brunner Haifischflossen zum Obertimpel zu kraxeln (zentralplus berichtete). Wer es gerne noch steiler und ausgesetzter hat, zweigt bei der Alp Egg auf einem schmalen Pfad in die Südwand ab. Dort findet man neben zahlreichen Kletterrouten auch einen anspruchsvollen Aufstieg zum Gipfel. Zumindest ein Helm ist hier sicherlich empfehlenswert.

Toureninfos

Die beschriebene Tour dauert zwischen vier und fünf Stunden und hängt stark davon ab, wie zügig man sich im steilen Gelände bewegt. Der Aufstieg über den Ostgrat entspricht auf der Schwierigkeitsskala des SAC einem schwachen T5. Viele Passagen sind mit Fixseilen versichert. Bei Nässe sollte von einer Begehung abgesehen werden. Die Abstiege nach Westen erreichen auf der SAC-Skala höchstens ein T4.

Kartenmaterial: Landeskarten 1170 Alpnach

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