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Genusswanderung im Lidernengebiet
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Blick auf die Urner Alpen vom höchsten punkt der Wanderung. (Bild: hch)

Genusswanderung im Lidernengebiet

3 min Lesezeit 14.10.2015, 11:08 Uhr

Eine perfekte Herbstwanderung erwartete mich an diesem Sonntag im Lidernengebiet oberhalb des Riemenstalden-Tals. Nur war ich beileibe nicht der einzige, der noch einmal die Höhe geniessen wollte.

Eine spontane Rundwanderung und vor dem ersten Schnee noch etwas Gebirgsfeeling? Die Ausgangslage an diesem September-Sonntag erschien perfekt. Zumal die Anreise aus dem Zugerland ins Riemenstaldertal gerade einmal eine halbe Stunde beansprucht – vorausgesetzt, man ist nicht auf das zweimal täglich verkehrende Postauto angewiesen.

Da ein Picknick geplant ist, nehme ich in Chäppeliberg die vierplätzige Seilbahn zur Alp Gitschen und spare mir so die ersten 543 Höhenmeter. Alleine schon das antike Ticket entschädigt für die 20 Minuten Wartezeit, die Fahrt in der nach allen Seiten offenen Gondel mit dem prächtigen Panorama sowieso.

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Es lächelt der See, er ladet zum…

Da der Hunger drängt, entscheide ich mich, die Wanderung in der umgekehrten Richtung als empfohlen anzugehen und schon nach einer guten halben Stunde Rast am Spilauersee einzulegen. Die zahlreichen Berggänger an diesem herrlichen Spätsommertag werde ich so elegant los. Ein kurzer Anstieg auf einer ungepflasterten Alpstrasse führt zum auf 1’833 Metern gelegenen, türkisblau funkelnden Bergsee.

Zum Baden ist er mir zwar schon etwas zu kalt, dem Ufer entlang sind jedoch noch ein paar leicht oder auch weitgehend unbekleidete Verwegene auszumachen – weder ich noch die unzähligen kleinen Fische nehmen daran Anstoss.

Frisch gestärkt führt der Weg aus dem Talkessel nun auf einen namenlosen Pass am Fuss des Hundstocks, mit 2’179 Metern der höchste Punkt der rund vierstündigen Rundwanderung. Berggänger sind hier kaum mehr zu sehen, stattdessen begleitet das Pfeifen unzähliger Murmeltiere den etwas steilen, aber gut machbaren Anstieg. Die Aussicht in Richtung Gotthard ist grandios, der erste Schnee ist nicht mehr allzu weit entfernt.

Über den Pass zurück zum Ausgangspunkt

Von der Alp Schön Chulm, am Übergang vom Riemenstaldental ins Schächental, könnte man nun in Richtung Eggberge absteigen (2 Stunden) oder in 90 Minuten den Rophainen erklimmen. Für einen weiss-blauen Wanderweg reichen aber weder Zeit noch Ausrüstung, so dass der Weg über saftige Wiesen in Richtung Rotenbalm führt. Zwei Jäger spiegeln die gegenüberliegende Wand und meinen auf Rückfrage nur: «Ja, ja, es hat schon Gemsen hier.» Ich sehe nichts, und auch der Weg ist nun nicht mehr immer ganz gut ausgeschildert.

Der Abstieg zurück wird zunehmend felsiger und führt nach einer Passage mit schönen Findlingen bald einmal hoch oberhalb des Riemenstaldertals über Zingeli zurück zur Alp Gitschen. Rund 150 Meter unterhalb der Bergstation überlege ich mir, direkt ins Tal abzusteigen – was angesichts der mehr als 100 wartenden Wanderer auf der Alp Gitschen auch die bessere Variante gewesen wäre.

Lidernenhütte und Abstieg statt Wartezeit

Die zwei Stunden bis zur nächsten Fahrgelegenheit nutze ich für eine Abstecher zur viel gelobten Lidernenhütte – und bin ebenfalls ganz begeistert. Was es hier an regionalen, hausgemachten und Bio-Produkten gibt, habe ich so noch nie in einer SAC-Hütte gesehen. Nach einem hausgemachten Glacé mache ich mich direkt an den Abstieg zurück nach Chäppeliberg – der dichte Wald bei Prodalp sorgt noch für etwas Kühlung. Und mit weniger als einer Stunde Gehweg bin ich sogar trotz Pause schneller als mit der Bahn.

Hinweise:
Der Weg ist gut begehbar, rot-weisse Bergwege, Schwierigkeit T2 und T3. Karten: 1:25’000 Urnersee. Einkehren: Alp Gitschen, Alp-Beizli Spilau-Seeli, SAC-Hütte Lidernen

Route:
Alp Gitschen (1716m) – Spilauersee (1837m) – Namenloser Pass (2179m) – Alp Schön Chulm (2046m) – Rotenbalm (1815m) – Zingeli – Alp Gitschen (1716m) – Lidernenhütte (1727m) – Chäppeliberg (1181).

Gehzeit 3 bis  3 ½ Stunden, mit Abstieg nach Chäppeliberg 4 ½ Stunden.

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