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Ein Spass für Skitourengänger: Im Pulverschnee nach Muotathal
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Der Gross Achslenstock ist wohl das begehrteste Fotomotiv in der Abfahrt. Wer nach Muotathal will, zweigt hier nach rechts ab. (Bild: Fabian Duss)

Viel Abfahrt für wenig Aufwand Ein Spass für Skitourengänger: Im Pulverschnee nach Muotathal

4 min Lesezeit 15.02.2019, 15:33 Uhr

Liegt bis in die Niederungen Schnee, sollte man die Gelegenheit beim Schopf packen und die langen Abfahrten in Angriff nehmen. Fündig wurde unser Wander-Blogger unter anderem am Blüemberg, zwischen Vierwaldstättersee und Muotathal.

Der anhaltenden Kälte sei Dank, liegt nach wie vor bester Pulverschnee in den Zentralschweizer Bergen. Noch besser sogar: Die luftige, weisse Pracht ist nicht nur in der Höhe zu finden, sondern auch in niedrigeren Gefilden – und das gilt es auszunutzen. Es ist die Zeit der langen Abfahrten.

Seilbahnfahrt im Gefrierfach

1800 Höhenmeter sind es vom 2404 Meter hohen Blüemberg nach Muotathal. Der Gipfel liegt am Rand des Lidernen-Gebiets, hart an der Grenze der Kantone Schwyz und Uri. Erreichbar ist er am besten aus dem Riemenstaldner Tal. Anreise und Zustieg sind nichts für «Gfrörlis»: Mit der offenen Luftseilbahn fährt man von der Talstation Chäppeliberg zur Alp Spilau, unweit der Lidernenhütte. Dass dabei um die -10° C herrschen, ist im Januar und Februar durchaus üblich. Wärmer wird es auch danach nicht, denn der Aufstieg zum Blüemberg liegt morgens grösstenteils im Schatten. Wer es auf Pulverschnee abgesehen hat, nimmt eiskalte Fingerkuppen, Ohrläppchen und Nasenspitze jedoch in Kauf – und eine Portion Masochismus gehörte schon immer zum Skitourengehen.

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Zwar über dem Nebelmeer, doch in der Eiseskälte. Wen nach einer Viertelstunde bereits die warme Stube lockt, der wird in der Lidernenhütte fündig.

Zwar über dem Nebelmeer, doch in der Eiseskälte. Wen nach einer Viertelstunde bereits die warme Stube lockt, der wird in der Lidernenhütte fündig.

(Bild: Fabian Duss)

Erste Schlüsselstelle: die Schnüerstocksattel-Traverse

Von der auf 1717 Metern gelegenen Bergstation der Luftseilbahn peilt man zunächst die Lidernenhütte an. Danach quert man unter das markante Schmal Stöckli, wo der erste Aufstieg beginnt. Etwas nach Nordosten ausholend steigt man in ein schmales Tälchen auf. Vom folgenden Geländekessel führt die Route weiter zum Schnüerstocksattel – und damit zur ersten der beiden Schlüsselstellen der Tour: der Querung durch den 43° steilen Hang unterhalb des Chli Chaisers. Bei erheblicher Lawinengefahr lässt man davon besser die Finger und sollte man auf Hartschnee treffen, greift man am besten gleich zu den Harscheisen. Abrutschen sollte man in diesem Hang nämlich nicht.

Im Sattel zwischen Blüemberg und Chronenstock (rechts), wärmt endlich die Sonne das Gesicht. Aufgepasst vor den mächtigen Wechten!

Im Sattel zwischen Blüemberg und Chronenstock (rechts), wärmt endlich die Sonne das Gesicht. Aufgepasst vor den mächtigen Wechten!

(Bild: Fabian Duss)

Spitzkehre für Spitzkehre unter den Gipfel

Nach der Traverse wird das Gelände, passend zum Flurnamen Blüemalpeli, deutlich gemütlicher. Im folgenden Geländekessel trennen sich die Routen. Eine führt zum näher gelegenen Chronenstock, die zweite zum angepeilten Blüemberg. Nun ist eine gute Spitzkehrentechnik gefragt. Je näher man dem Gipfel kommt, desto steiler wird das Gelände. Dafür wärmt nun die Sonne die eiskalte Nase. Zwischen Chronenstock und Blüemberg zeigen sich schliesslich die Glarner Alpen, doch aufgepasst: Zu weit sollte man sich hier nicht vorwagen, denn die Kuppe ist meist stark verwechtet.

Auf dem Blüemberg mit Blick auf den Nachbargipfel, den Chronenstock.

Auf dem Blüemberg mit Blick auf den Nachbargipfel, den Chronenstock.

(Bild: Fabian Duss)

Zweite Schlüsselstelle: der finale Fussaufstieg

Jetzt steht der Schlussspurt an: Die Ski werden am Rucksack festgezurrt und die Skistöcke – je nach Verhältnissen – durch einen Eispickel ersetzt. Steigeisen sind hier allerdings selten nötig, denn ein Fixseil bietet im Fussaufstieg einige Sicherheit. Wenige Minuten später erreicht man das tief im Schnee steckende Gipfelkreuz. Es lohnt sich, hier die Beine etwas baumeln zu lassen und sich für die Abfahrt zu stärken, denn bald brennen die Oberschenkel.

Der Fussaufstieg zum Gipfel ist durch ein Fixseil entschärft. Einen Eispickel dabei zu haben schadet allerdings nicht, sollte das Seil eingeschneit oder der Aufstieg vereist sein.

Der Fussaufstieg zum Gipfel ist durch ein Fixseil entschärft. Einen Eispickel dabei zu haben schadet allerdings nicht, sollte das Seil eingeschneit oder der Aufstieg vereist sein.

(Bild: Fabian Duss)

Variantenreich nach Muotathal

Zunächst wartet der rund 39° steile Nordosthang, bevor es etwas flacher zum Rupperslauibödeli geht. An den Achslenstöcken vorbei kurvt man durch die Achslenteufi gegen Norden. Endet rechterhand die Felswand, ist es Zeit, ebenfalls nach rechts abzubiegen. Nach einer kurzen Traverse warten wieder schöne Hänge darauf, befahren zu werden. Nach dem Ahöreli folgt man mehr oder weniger dem Wanderweg nach Riggis und Ebnet. Wer ortskundig ist, findet hier immer wieder schöne Varianten, sollte der Pulverschnee schon arg durchpflügt sein.

Spätestens in der Rotmatt trennen sich die Wege: Entweder hält man sich nach links und folgt der in der Skitourenkarte eingezeichneten Route via Hellweid und Flüelen ins Ortszentrum von Muotathal, oder man fährt über das Alpsträsschen durch den Unter Rotmattwald ins Äbnet und von dort via Bürglen zur Adelmatt und damit ins Hinterthal. Egal wo man letztlich landet: Zu einer der Bushaltestellen ist es nirgends weit.

Das schattige Muotatal liegt einem bald zu Füssen.

Das schattige Muotatal liegt einem bald zu Füssen.

(Bild: Fabian Duss)

Tourinfo

Die beschriebene Skitour wird auf der Schwierigkeitsskala des SAC mit ZS bewertet. Für den Aufstieg ab der Bergstation Gitschen sind zweieinhalb bis drei Stunden zu veranschlagen. Steigt man aus dem Tal auf, ist der Aufstieg über den Alt Stafel demjenigen via Lidernenhütte klar vorzuziehen. Der Ausgangspunkt Chäppeliberg ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, wenn auch spärlich. Die Luftseilbahn fährt vor allem bei schönem Wetter. Ein Blick auf deren Webseite am Vortag lohnt sich deshalb. Schneeschuhläufern ist die Tour aufgrund der steilen Traverse beim Schnüerstock und des langen Abstiegs nach Muotathal nicht zu empfehlen.

Kartenmaterial: Skitourenkarte 1:50000 246S Klausenpass, Landeskarte 1:25000: 1172 Muotathal

Glücklich jene Muotathaler, deren Häuser im Winter wenigstens fünf Minuten Sonne erwischen.

Glücklich jene Muotathaler, deren Häuser im Winter wenigstens fünf Minuten Sonne erwischen.

(Bild: Fabian Duss)

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