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Die 12-Kilometer-Abfahrt – oder bis die Oberschenkel brennen
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Kurz vor dem Grätli führt der Aufstieg durch ein gemütliches Tälchen. (Bild: Fabian Duss)

Skitour vom Schächental ins Muotatal Die 12-Kilometer-Abfahrt – oder bis die Oberschenkel brennen

4 min Lesezeit 10.03.2017, 09:27 Uhr

Mountainbiker kennen diese Region. Doch auch im Winter lohnt sich die Gegend zwischen dem Urner Schächental und dem Schwyzer Muotatal. Denn dort findet man nicht nur eine der längsten Skiabfahrten der Zentralschweiz.

Der direkteste Weg vom Urner Schächental ins Schwyzer Muotatal führt auf den Spuren des russischen Generals Suworow über den Chinzig Chulm. Mountainbiker kennen die Tour. Doch auch im Winter lohnt sich ein Ausflug in die Gegend. Denn etwas östlich davon findet man nicht nur eine der längsten Skiabfahrten der Zentralschweiz, sondern auch ein mässig besuchtes Skitourengebiet.

Ausgangspunkt ist das kleine Skigebiet Ratzi oberhalb Spiringen. Läuft der Skilift, kann man sich damit 300 Höhenmeter Aufstieg ersparen. Ansonsten steigt man neben der Skipiste in die Höhe. Angesichts der abweisenden Südwand des Gamperstocks fragt man sich, wo denn nun die Schwachstelle des kilometerlangen Felsbands zu finden sei.

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Des Rätsels Lösung zeigt sich erst spät. Nach einer längeren Querung zur Sidelenplangg und ein paar Spitzkehren erreicht man ein kleines, mit Felstürmchen gespicktes Tälchen. Zur Linken findet man nun die gesuchten Unterbrüche in der Felswand. Das Grätli ist nah und an mindestens zwei Stellen erreichbar. So oder so muss man die Skis allerdings meist kurz ausziehen.

Jenseits des Ratzi herrscht meistens Skitourenidylle, nicht Massenandrang. (Bild: Fabian Duss)

Jenseits des Ratzi herrscht meistens Skitourenidylle, nicht Massenandrang. (Bild: Fabian Duss)

Genussreiche, aber kurze erste Abfahrt

Nun ist der erste Aufstieg des Tages geschafft. Wer mag, kann gleich noch einen Abstecher zum Gamperstock machen. Durch die sonnige Ostflanke geht es auf den Südgrat und von dort in wenigen Schritten zum Gipfel. Die erste Abfahrt des Tages liegt derweil noch im Schatten, was guten Pulverschnee verspricht. Der Spass endet jedoch schon bald: Im Kessel bei den Dürrseeli müssen wieder die Felle montiert werden.

Ein kleines Tälchen, die Grundplanggen, vermittelt nun den Zugang zur Oberalp. Während des Aufstiegs sieht man sich in Gedanken bereits den unverspurten Pulverschnee hinunterstieben. Eingangs Oberalp muss man sich entscheiden: Links geht es zum Seestock, rechts zum Höch Pfaffen. Letzterer ist das einfachere, gemütlichere Ziel.

Durch das breite Tal zwischen Berglichopf und Schwarz Stock erreicht man den Übergang kurz vor dem Höch Pfaffen. Während sich das Blickfeld nun wieder auf die Südseite des Schächentals ausweitet, zieht man eine letzte Linie entlang des breiten Gipfelgrates.

Entspannen vor der 12-km-Abfahrt

Ist das Wetter prächtig, sollte man sich eine ausgedehnte Gipfelrast gönnen, denn eines ist klar: Die anstehende Abfahrt ist ausserordentlich lang und wird in die Beine gehen. Zunächst führt sie über die Aufstiegsroute zurück zu den Grundplanggen. Unten zeigt sich die Alp Rindermatt. Am besten mittendurch traversiert man zum Schafbiel. Bei der Rindermatt direkt in die Tiefe zu stechen, würde in Felsbändern, Gebüsch und engen Tobeln enden.

Im Schafbiel sollte man seine Schwünge geniessen, denn für eine Weile werden es die letzten sein. Jetzt geht es nämlich in die Fläche, weshalb man die Skis so gut und weit wie möglich laufen lässt.

Vorbei an mehreren Alpen – wenig kreativ Hintersten, Mittelsten und Vordersten Hütten genannt – geht es entlang des Wängibachs in die nächste Geländekammer, den Grund. Gemütlich gleitet man über das Alpsträsschen in die Tiefe, derweil die Kulisse waldiger wird. Er ist im Grund wird es nochmals etwas flach, doch mit etwas Stockeinsatz erreicht man die Alpkäserei Liplisbüel.

Unterhalb des Schwarz Stock ist es fast geschafft: Zum Höch Pfaffen (rechts ausserhalb des Bilds) ist es nun nicht mehr weit. (Bild: Fabian Duss)

Unterhalb des Schwarz Stock ist es fast geschafft: Zum Höch Pfaffen (rechts ausserhalb des Bilds) ist es nun nicht mehr weit. (Bild: Fabian Duss)

Auf Ski zur Bushaltestelle

Nach Muotathal ist es noch ein gewaltiges Stück und man ist froh, gut gewachste Ski an den Füssen zu haben. Nun folgt man dem Strässchen durch den Wald. Abkürzungen auf dem Wanderweg lohnen sich nicht.

Bei Stahli muss man sich entscheiden: Entweder man folgt dem Strässchen auf die andere Talseite nach Äbnet und fährt zur Adelmatt ab oder man hält sich an die Route aus der Skitourenkarte, die zum Dorfende Muotathals führt. Bei letzterer Variante ist die Chance auf durchgehenden Schnee bis auf den Talboden etwas grösser.

Da der Nordhang über Muotathals Hinterthal ein ziemliches Schattenloch ist, ist die Chance zwischen Januar und Mitte März gross, dass man es auf Skis bis zur Bushaltestelle schafft – sofern die Beinmuskulatur nach 12 Kilometern und über 2’000 Höhenmetern Abfahrt noch mitspielt.

Routeninfos

Schwierigkeit: WS gemäss Schwierigkeitsskala des SAC – Die optionalen Abstecher auf den Gamper- oder den Seestock sind leicht schwieriger und abhängig davon, ob man den jeweiligen Schlussaufstieg zu Fuss oder auf Skis bewältigt.

Tipp: Für Schneeschuhgänger ist die Tour aufgrund ihrer Länge eher nicht geeignet, für Snowboarder wegen der Flachpassagen in der Abfahrt ebenfalls nicht.

Dauer: 3 Stunden – Für den Aufstieg zum Grätli sind ab Ratzi gut eineinhalb Stunden zu veranschlagen. Ähnlich lange dauert der zweite Aufstieg von der Rindermatt auf den Höch Pfaffen.

Kartenmaterial: Skitourenkarten 1:50’000 246S Klausenpass, Landeskarten 1:25’000 1172 Muotathal & 1192 Schächental.

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