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Aussichtswanderung über den Rophaien zum Äbneter Stöckli
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Gipfelkreuz des Rophaien. (Bild: Urs Kyburz)

Typisch Innerschweiz – lieblich und schroff Aussichtswanderung über den Rophaien zum Äbneter Stöckli

4 min Lesezeit 26.08.2020, 11:01 Uhr
  • 1090 m
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Diese SAC-Tour, die letzlich eine Familienwanderung war, führt vom Riemenstaldertal auf den Rophaien mit seinem markanten Kreuz und über einen schmalen Grat zum Äbneter Stöckli. Die Aussicht ist unvergleichlich, eben typisch Innerschweiz, lieblich und schroff zugleich.

Wir starten im Riemenstaldertal, steigen auf der Alpstrasse hoch im Schatten, froh darüber, denn es soll heute über 25 Grad werden und das im September. Eigentlich sind wir auf einer offiziellen Wanderung des SAC Hombergs, es hat sich aber nur meine Familie angemeldet zur Tour, die mein Schwager leitet. So bleibt es also eine familieninterne Angelegenheit.

Der Holzerstock weckt Erinnerungen

Von Alplen her führt nur ein schmaler Wanderpfad weiter, steil hoch zum Alplersee am Fusse des Holzerstockes. Dieser weckt bei der Frau und mir Erinnerungen, zweimal sind wir dort eine schöne Route geklettert.

Das letzt Mal war 2007, das erste Mal 1996. Dazwischen sind vermutlich keine zehn Seilschaften dort geklettert, im Routenbüchlein fanden wir unseren ersten Eintrag auf Anhieb. Wäre also Zeit, wieder einmal vorbeizuschauen, sie ist wirklich lohnenswert! Damals genehmigten wir uns ein Bad im See, heute macht uns das überhaupt nicht an, das Wasser ist ziemlich verschlammt und voller Algen.

Auf dem Rophaien

Verständlich, dass sich die anderen nicht so für unsere Schwärmerei interessieren, wir steigen weiter hoch zur Stockalp. Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel, plötzlich aber kommen von überall her Leute. Die Aussicht ist einfach fantastisch, wir schauen nicht nur wörtlich zurück, sondern auch zeitlich: Dort drüben, an der Rigi, kämpften wir uns diesen Sommer hoch, und etwas weiter rechts die Haggenegg, wo wir ebenfalls vorbeikamen. Und weiter hinten sehe ich den Gnipen und den Wildspitz, die ich auf meiner 1.-August-Wanderung erwandert habe.

Auf dem Gipfel sind wir definitiv nicht mehr alleine, man muss sich sein Plätzchen schon fast erkämpfen. Zudem stören die Abspannseile des riesigen Gipfelkreuzes die Aussicht. Wir gehen bald weiter auf den Nebengipfel, wo wir ganz alleine sind und eine unverstellte Aussicht haben.

Auf schmalem Pfad dem Abgrund entlang

Nun wird es spannend. Der weitere Weg ist als alpiner Wanderweg, also weiss-blau, markiert. Wir sehen, wie sich der Weg auf der Krete auf den nächsten Gipfel zu schlängelt, zuerst müssen wir aber ein wenig abklettern. So schlimm, wie ich mir das nach der Beschreibung ausgemalt habe, ist es bei Weitem nicht.

Wir dachten, dass wir wenigstens auf diesem Abschnitt etwas Ruhe geniessen können, aber da sind immer noch viele Leute unterwegs, dummerweise auch aus der Gegenrichtung, wo doch das Kreuzen auf diesem schmalen und ausgesetzten Pfad nicht ganz einfach ist. Stellenweise sichern Drahtseile den Weg. Aber diese Aussicht! Einfach fantastisch!

Nächster Gipfel

Bald erreichen wir den nächsten Gipfel, das Äbneter Stöckli, das herzig tönt, aber ein paar Meter höher ist als der Rophaien. Dieser Grasgipfel lädt nochmals zu einer Pause ein. Wir bewundern das Panorama, sehen das Vrenelis Gärtli, wo sich unsere JO zur gleichen Zeit aufhält. Mit dem Feldstecher könnten wir sie vielleicht sogar sehen.

Abstieg zur Bahnstation

Wir erreichen einen Pass, wo sich die Wege aufteilen: Einer führt weiter zum Hagelstock, der andere führt hinunter zur Bergstation der Lidernenseilbahn. Die Frau und ihr Bruder gehen weiter zum Hagelstock, die Jungs und ich steigen ab zur Bahnstation. Eigentlich würde ich ja gerne noch etwas trinken in der Lidernenhütte, aber da ich weiss, dass mit einem Ansturm auf die Viererseilbahn zu rechnen ist, was zu langen Wartezeiten führt, fahren wir bei nächster Gelegenheit hinunter nach Chäppeliberg und beenden die Tour. Glücklich und zufrieden warten wir auf die beiden anderen. Was für eine eindrückliche und tolle Bergtour!

Infos

Die Wanderung vom Riemenstaldertal zum Rophaien ist eine normale Bergwanderung, die eine grandiose Aussicht bietet. Für den Grat zum Älpler Stöckli muss man trittsicher sein, bietet aber ein wunderbares Bergerlebnis.

Start: Talstation Chäppeliberg
Ziel: Talstation Chäppeliberg
Schwierigkeit: Rophaien T2, Grat T4
Distanz: 11.5 km
Wanderzeit: 3.5 h
Höhendifferenz: 1090 m
Route: Chäppeliberg – Alpler See – Rophaien – Äbneter Stöckli – Firtiggrätli – Zingeli – Gitschen (Bergstation Lidernenseilbahn)

Weitere Beiträge von Urs Kyburz sind auf seinem Blog www.idnu.ch zu finden.

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