Typ

Region

Technik

Dauer

Bewertung

Distanz


Aus dem Schatten auf den Sonnenbalkon
  • Blog
  • Wander-Blog
Bereits auf 2000 Metern, doch immer noch im Schatten. Nun zieht sich der Aufstieg zum Bälmeten (hinten rechts) etwas in die Länge.

Eine Gratwanderung auf dem Bälmeten Aus dem Schatten auf den Sonnenbalkon

3 min Lesezeit 06.02.2016, 13:50 Uhr
  • 1330 m
  • 1330 m
  • Dauer:
    •••
  • Technik:
    •••

Ohne Kälte und Fleiss, kein Pulver und Preis. Wer seine Spuren gerne in frischen Pulverschnee ziehen, muss zuweilen etwas zäh sein. Auch etwas Routine darin, sich angesichts des Tourenbeginns in der morgendlichen Kälte vom Gedanken an die wärmende Bettdecke zu lösen, ist hilfreich.

Ohne Kälte und Fleiss, kein Pulver und Preis. Wer seine Spuren gerne in frischen Pulverschnee ziehen, muss zuweilen etwas zäh sein. Auch etwas Routine darin, sich angesichts des Tourenbeginns in der morgendlichen Kälte vom Gedanken an die wärmende Bettdecke zu lösen, ist hilfreich.

Wer nämlich schon im Aufstieg Sonne erwartet, ist am Bälmeten im Hochwinter falsch. Wer hingegen eine sonnige Aussichtsterrasse und eine schattige Abfahrt sucht, ist hier gut bedient. Der Tiefblick vom Gipfel auf das 2000 Meter tiefer gelegene Erstfeld ist legendär. Das Reusstal liegt einem zu Füssen, die Urner Bergwelt direkt vor der Nase. Doch eben: Diese Aussicht will verdient und erlitten sein.

Tourenstart ist die Bergstation der Haldi-Seilbahn. Wer etwas später dran ist, kann sich den Aufstieg mit Skibus und Skilift um eine Dreiviertelstunde verkürzen. Wer früh startet, geniesst indes ein gemütliches Einlaufen auf dem Strässchen oder der Piste. An der Kapelle Sodberg vorbei erreicht man bald das kleine Skigebiet und zieht auf dessen Südseite hoch ins Oberfeld. Nun geht es auf dem Alpweg in den Pfaffenwald, wonach die Tour schnell an Ernsthaftigkeit gewinnt.

Jetzt, in der Westflanke der Burg, wird es nämlich steil. So, dass man bei einer heiklen Lawinensituation die Finger davon lassen sollte. Die Route folgt bis zum Stafel mehr oder weniger dem Alpsträsschen. Danach geht es weiter zum Butzenboden, wo das Gelände deutlich flacher wird. Zwischen verschneiten Felsblöcken zieht man zum Bödmer, den Gipfel stets vor Augen. Zwei Varianten erschliessen nun den Bälmeter Grat. Bei beiden ist auf Triebschnee zu achten.

Spätestens auf dem Grat grüsst endlich die Sonne – und eine Aussicht, die bis zum Basòdino im Nordtessin reicht. Sofern kein Wind weht, erleichtert beides den Schlussaufstieg zum riesigen Gipfelplateau beträchtlich. Nach drei bis viereinhalb Stunden ist es geschafft, das Reusstal liegt einem zu Füssen und der Blick schweift umher.

Wer des Aufstiegs noch nicht genug hat, fährt zurück zum tiefsten Punkt des Grats und hängt noch den Hoch Fulen dran, von welchem man nach Unterschächen abfährt. Zurück zum Haldi hält man sich in der Abfahrt mehr oder weniger an die Aufstiegsspur. In den flacheren Passagen schmerzt es etwas, all die schönen Pulverhänge rechts liegen zu lassen. Doch beim Butzenboden lacht das Skitüüreler-Herz wieder, denn jetzt geht es in perfekt geneigten Hängen in die Tiefe. Schatten und Kälte sei Dank, stiebt der Pulverschnee. Die Oberschenkel brennen und der Blick zurück verleitet fast dazu, nochmals die Steigfelle zu montieren.

***

Die beschriebene Tour eignet sich natürlich auch für Schneeschuhläufer. Skitourengänger freut es, wenn Schneeschuhgänger eine separate Aufstiegsspur anlegen. Die beschriebene Skitour erreicht auf der Schwierigkeitsskala des SAC den Grad WS+.

Kartenmaterial: Skitourenkarte 246S Klausenpass, Landeskarte 1192 Schächental

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.