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Auf dem Zähniweg durch den Goldauer Bergsturz
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Der Zugersee von oben (Bild: Fabian Duss)

Leichtere Herbstwanderung über dem Zugersee Auf dem Zähniweg durch den Goldauer Bergsturz

3 min Lesezeit 15.10.2017, 11:02 Uhr

Wo 1806 riesige Felsmassen zu Tale donnerten, wandert man heute gemütlich von Goldau auf den Rossberg. Neben eindrücklichen Ansichten des Bergsturzgebiets bietet der Rossberg aber auch ein für seine geringe Höhe hervorragendes Panorama.

Viele Wege führen auf den Rossberg und geeignete Ausgangspunkte gibt es zuhauf. Eine lohnende Route ist der Zähniweg von Goldau auf den Gnipen, den westlichsten Rossberg-Gipfel. Der Weg führt nämlich mitten durch das Felssturzgebiet und offenbart Einblicke in die Geologie des Berges.

Vom Goldauer Bahnhof folgt man der Strasse bis ans Ende des Tierparks. Auf der Höhe der Fussballfelder zweigt der Zähniweg nach Norden und zwischen den Wohnhäusern in den Schuttwald ab. Ein mit einem Pfeil und einer „10“ besprühter Felsblock neben einem Wegweiser bestätigt, dass man den Einstieg gefunden hat. Es sollte nicht der letzte Felsblock werden, schlängelt sich der Wanderweg bis zum Gnipen doch um unzählige weitere Relikte des Bergsturzes.

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Aussichtsreich an der Kante

Nach einem kurzen Abstecher auf einem Waldsträsschen kennt der Weg ab 650 m.ü.M primär eine Richtung: nach Norden. Auf rund 950 m.ü.M. erreicht man den Verbindungsweg Gribsch–Oberspitzibüel und folgt ihm kurz nach Westen, bis man zum Wegweiser Abbruch/Gnipen/Wildspitz gelangt. Man befindet sich stets westlich der Schneise, die der Bergsturz hinterlassen hat und seither Schritt für Schritt von der Vegetation zurückerobert wurde. Wirklich aussichtsreich wird die Wanderung ab ca. 1100m. Wer nach rechts blickt, sieht nun die gewaltige, mehrschichtige Abbruchkante. Doch es lohnen sich auch Blicke nach links zur Spitzbühlalp. Hier steht man nämlich selber auf der Abbruchkante einer prähistorischen Rutschung.

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Gipfelkreuz des Gnipen. Dieses markiert allerdings noch nicht den Gipfel, sondern steht etwas tiefer davon. Zum höchsten Punkt ist es allerdings nur noch ein Katzensprung über eine sanfte Wiesenkuppe. Der Tiefblick nach Goldau ist beeindruckend. Die Dimension des Schuttkegels lassen das gewaltige Ausmass der verheerenden Katastrophe von 1806 erahnen.

Der Wildspitz bleibt links liegen

Für ÖV-Benutzer bieten sich auf dem Gnipen insbesondere die Abstiege nach Steinerberg oder Sattel an. Wir wählen ersteren und folgen dem Bergkamm nach Osten. Schon bald zweigt der Wanderweg zur Althütte ab. Den Abstecher zum Wildspitz ersparen wir uns, zumal dort gewöhnlich deutlich mehr Trubel herrscht als auf dem Gnipen. Der Wanderweg führt über Wiesengelände entlang der Abbruchkante zur Alp.

Bei der Althütte folgt man dem Alpsträsschen, welches bald in die bei Velofahrern beliebte Strasse Steinerberg–Wildspitz übergeht. Bei der Verzweigung bieten sich zwei Abstiegsmöglichkeiten zum Steinerberger Bahnhof: Jene via Obhäg Kapelle–Schwand–Merzenrüti und jene via Rubenen–Vrenenberg–Brändi. So oder so kommt man nicht um eine saftige Prise Asphalt herum – und so oder so entschädigt dafür der permanente Blick auf die Schwyzer und Urner Alpen.

Infos

Für den Aufstieg über den Zähniweg sind gut drei Stunden zu veranschlagen, für den Abstieg nach Steinerberg in etwa zwei Stunden. Wer sich den Aufstieg leicht verkürzen will, nimmt den Bus bis Goldau Schützenhaus oder Neu-Röthen. Es handelt sich um eine einfache Wanderung ohne spezielle Anforderungen. Sie erreicht auf der Schwierigkeitsskala des SAC ein T3.

Kartenmaterial: Landeskarte 1151 Rigi

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