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Zwischen Trainingshallen und Prüfungssälen
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Auch Bestandteil meiner Planung: Laufeinheiten mit meinem Handballklub, den Spono Eagles. (Bild: Sabrina Amrein)

Wie ich zwischen Studium und Sport jongliere Zwischen Trainingshallen und Prüfungssälen

3 min Lesezeit 2 Kommentare 30.07.2019, 10:20 Uhr

Dienstag, 6. August: Laut meinem Kalender steht die Anatomie-Prüfung in Zürich an. Eigentlich kein Problem. Wäre da nicht gleichzeitig ein Trainingslager auf Malaga geplant …

Wie lassen sich Ausbildung und Sport vereinbaren? Diese Frage beschäftigt viele junge, ambitionierte Sportlerinnen und Sportler. So auch mich, als ich vor gut drei Jahren an einer Sportakademie in Dänemark weilte.

Matura, was nun?

Nachdem ich zwei Jahre zuvor die Matura abgeschlossen hatte, wollte ich im Sommer, wenn ich zurück in die Schweiz komme, studieren. So viel war klar. Was, wie und wo wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich machte mich etwas schlau. Schliesslich zog es mich nach Zürich, wo ich während der nächsten vier Jahren meinen Bachelor in Gesundheitswissenschaften und Technologie machen wollte. Nach Zürich, weil mich das Studium mit dem Bezug zum menschlichen System besonders als Sportlerin faszinierte.

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Und weil die ETH ausgewiesene Spitzensportler dabei unterstützt, trotz einem anspruchsvollen Studium weiterhin ambitionierte sportliche Ziele zu verfolgen. Die ersten zwei Semester konnte ich auf vier aufteilen, um den Aufwand besser stemmen zu können. Seit einem Jahr studiere ich aber regulär.

«Hinten kackt die Ente»

Zugegeben, wir Studenten führen ein ziemlich lockeres Leben. An meiner Uni zumindest interessiert es keinen, ob ich die Vorlesungen besuche oder nicht. Abgerechnet wird zum Schluss. Oder «Hinten kackt die Ente», wie mein Trainer so schön sagt. Ich kann zwar kommen und gehen wie es mir passt, aber Ende Semester muss ich die Prüfungen bestehen.

Sind wir am Donnerstagabend erst spät von einem Auswärtsspiel zurück, lasse ich die Vorlesungen am nächsten Morgen einfach aus und schlafe etwas länger. Oder wenn am Abend ein wichtiges Spiel ansteht, fahre ich früher nach Hause, damit ich mich richtig vorbereiten kann.

Und trotzdem, wenn mich meine Kommilitonen ungläubig anschauen und wissen wollen, wie ich das alles unter einen Hut kriege, dann frage ich mich manchmal selbst: Ja, wie schaffen wir das eigentlich? Denn ich bin längst nicht allein. Es gibt viele wie ich, die neben dem gewöhnlichen Aufwand des Studiums, der bereits die meisten Mitstudenten zittern lässt, noch unzählige Stunden in Hallen verbringen oder auf der Laufbahn nicht enden wollende Einheiten absolvieren.

Also, wie machen wir das? Sind unsere Tage einfach etwas länger? Manchmal vielleicht. Aber in erster Linie braucht es viel gute Planung und noch viel mehr Freude an dem, was wir machen. Dann klappt das eigentlich ziemlich gut.

Mehr Training – weniger Lernzeit

Richtig kompliziert wird es für mich grundsätzlich erst im Sommer. Dann, wenn die meisten anderen Studenten ihre Ferien geniessen und ich büffeln muss, weil die Prüfungen an der ETH erst im August geschrieben werden. Dann, wenn ich gleichzeitig im Prüfungssaal einen Test schreiben und in der Halle schwitzen sollte. Wenn nämlich Prüfungsphase und Vorbereitungsphase zusammenfallen, kann es offensichtlich passieren, dass während des Trainingslagers eine Prüfung geschrieben werden soll. Bisher gab es eigentlich noch keine brenzligen Terminkollisionen. Letzten Sommer spielten wir am Sonntagnachmittag noch ein Turnier in Deutschland und am Montagmorgen früh legte ich eine Prüfung in Zürich ab.

Dies hat nach ziemlich hitzigen Diskussionen, spontaner Fahrgemeinschaft und improvisierter Schlafgelegenheit prima funktioniert. Für einmal glückte es also auch ohne gute Planung. Aber darauf möchte ich mich diesen Sommer nicht verlassen müssen … Während ich besagte Prüfung problemlos verschieben konnte – wie gesagt, die ETH unterstützt ausgewiesene Spitzensportler – wird mir bei einem Blick auf meinen Terminplan trotzdem etwas flau: Vier Prüfungen in den ersten fünf Tagen nach dem Trainingslager. Mal sehen, wo ich da genügend Zeit zum Lernen finde.

Ausnahmsweise wäre ich doch froh, wenn meine Tage etwas länger wären. Aber da muss ich durch und dann, Ende Monat, winkt bereits wieder das lockere Studentenleben.

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2 Kommentare
  1. Jan Mühlethaler, 31.07.2019, 08:41 Uhr

    Interessanter Artikel. Als geneigter Leser hätte ich mir aber gewünscht, irgendwo im Text zu erfahren, um welche Sportart es sich handelt. Das kann leider nicht vorausgesetzt werden.

    1. Redaktion Christian Hug, 31.07.2019, 09:58 Uhr

      Absolut korrekt, vielen Dank für den Hinweis. Leider wird die Bildlegende aufgrund eines technischen Fehlers in diesem Beitrag nicht angezeigt. Diese wäre: Auch Bestandteil meiner Planung: Laufeinheiten mit meinem Handballklub, den Spono Eagles.