Verschiedene Kulturen werden im Sport zu einer Gemeinschaft
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Trainings können wieder durchgeführt werden, aber auf Turniere muss Fabienne Kaufmann noch warten. (Bild: zvg)

In Länder reisen, ohne diese selbst zu bereisen Verschiedene Kulturen werden im Sport zu einer Gemeinschaft

3 min Lesezeit 1 Kommentar 04.08.2020, 10:52 Uhr

Wie in vielen anderen Sportarten finden auch im Karate noch keine Wettkämpfe statt. Wie Fabienne Kaufmann mit dieser Situation umgeht und wie sich die diesjährige Planung von einer normalen Jahresplanung unterscheidet, schreibt die Luzernerin in ihrem Blogpost.

Die Trainings konnten mittlerweile wieder aufgenommen werden, doch an Turniere in der Schweiz, geschweige denn im Ausland, ist momentan noch nicht zu denken. Durch dieses halbe Jahr ohne Turniere, ohne das Messen mit anderen Karatekas, wurde mir doch eine nicht ganz selbstverständliche Sache wieder bewusst.

Unabhängig davon, wie unterschiedlich wir Menschen sind: Wenn eine Leidenschaft verschiedene Kulturen vermischt, werden sie zu einer einzigartigen Gemeinschaft.

Gut organisiert ist halb trainiert

Mein Jahr richtet sich normalerweise nach den einzelnen Turnieren. Sobald die Datenübersicht der einzelnen Veranstaltungen bekannt ist, plane ich: Welches Turnier berücksichtige ich bei Terminüberschneidungen und wie kann ich die Daten mit der Arbeit verknüpfen?

Anschliessend werden die Trainings analysiert und meine Freitage organisiert. Diese intensive Vorbereitung hilft mir, mich optimal auf mein Training zu konzentrieren.

In Länder reisen, ohne die Länder zu bereisen

Aufgrund meiner Turnierplanung reise ich oft und weit. Grundsätzlich durfte ich dadurch schon viele wunderschöne Orte bereisen, doch tatsächlich gesehen habe ich diese nicht. Schliesslich sind wir in diesem Moment für das Abliefern unserer Leistung vor Ort und nicht für Sightseeing.

Natürlich wünscht man sich manchmal etwas mehr Zeit in den einzelnen Ländern, doch mein dortiger Aufenthalt hat einen anderen Hintergrund. Lief es gut, bin ich vor Ort mit Kämpfen beschäftigt und wenn es nicht so optimal lief, bin ich mit Analysieren und mit mir selbst beschäftigt. So bleibt oft nicht viel Zeit zwischen Hin- und Rückreise.

Aus welchem Grund ich all diese Strapazen und Kosten dennoch auf mich nehme? Es gibt dieses unbeschreibliche Gefühl, das sich im ganzen Körper ausbreitet, das viel mehr Wert ist, als jedes Land auf dieser Erde zu bereisen.

Leidenschaft als Gemeinsamkeit

Du befindest dich auf dem Boden eines wildfremden Landes, wo tausende von Menschen und Kulturen aufeinandertreffen. In der aktuellen Zeit klingt diese Konstellation nicht immer gerade optimal. Doch all diese Menschen haben diese eine Leidenschaft, die mehr Wert einnimmt als alles andere.

Hautfarbe, Herkunft und alle weiteren kulturellen Eigenschaften sind sekundär und nicht von Bedeutung. In diesen Momenten haben wir alle diese eine Gemeinsamkeit. Wir kämpfen gegeneinander und miteinander. Wollen gewinnen. Doch der Respekt im Karate dominiert über allem.

Sobald das Ende des Kampfes erklingt, gehen wir vom Tatami und haben dabei keine boshaften Hintergedanken gegenüber dem «Gegner». In dieser aktuellen Zeit macht es mich umso stolzer, in einer solchen Community dabei zu sein. Das Gefühl dieser Verbindung bringt uns alle einen Schritt weiter. Ich freue mich, bald mal wieder in ein Land zu reisen und in den Genuss dieser Situation zu gelangen.

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1 Kommentare
  1. Masselmassel, 15.08.2020, 15:57 Uhr

    Toller Blog mit einer interessanten Thematik. Als Ausgleich zum Kampfsport bietet sich auch ein E-bike für ausgedehnte Touren an.

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