Plötzlich bilde ich mir ein, von jedem angestarrt zu werden
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Die Sempacher Curlerin Selina Witschonke gibt ein Interview. (Bild: zvg)

Umgang mit den Medien will gelernt sein Plötzlich bilde ich mir ein, von jedem angestarrt zu werden

3 min Lesezeit 03.03.2020, 10:55 Uhr

Wer in noch jungen Jahren im Spitzensport erfolgreich ist, wird früher oder später mit den Medien in Kontakt kommen. Was das an Gefühlen und neuen Erfahrungen mit sich bringt, weiss die Sempacher Curlerin Selina Witschonke.

Einen Artikel über sich in der Zeitung zu lesen und Interviews zu geben: Solche Ereignisse und Termine nehmen bei mir immer mehr zu. Eine Mischung aus Freude und Stolz, aber auch noch etwas Verunsicherung ist dabei.

Und plötzlich auf der Titelseite

Als noch junge Sportlerin habe ich seit wenigen Jahren immer mehr Begegnungen mit den Medien. Die Rückmeldungen und Bemerkungen zu meinen sportlichen Erfolgen oder auch Niederlagen, vor allem von Leuten, die ich nicht gut oder gar nicht kenne, überraschen mich noch heute.

Zu ungewohnt ist es für mich noch, von Menschen durch meine sportlichen Leistungen erkannt zu werden. Nach jedem neuen Artikel über mich bilde ich mir ein, dass ich von allen Seiten her beobachtet werde und überlege mir, was diese Leute wohl von mir denken könnten.

Medienumgang während eines Events

Direkt nach dem Match ein Interview zu geben, das gehört zum Programm an einer Juniorinnen-WM. Mit den vielen Gefühlen nach einem Spiel, ob gewonnen oder verloren, ist das Sprechen in einem Interview gar nicht immer so einfach. Ich bin nervös und hoffe, dass mir die passenden Wörter, dazu noch in Englisch, einfallen werden. Vor allem aber nach einer Niederlage kann es zu einer rechten Herausforderung werden, über den verlorenen Match zu sprechen.

Ohne genügend Zeit, den Match zu interpretieren und über das Spiel nachzudenken ist es oft schwierig, dem Interviewer die perfekten Antworten zu geben.

Zusätzlich kommt es vor, dass ich nach einem verlorenen Match emotional noch aufgewühlt bin und froh wäre, zuerst etwas Abstand zu gewinnen. Jedoch gehört es dazu, dass ich auf dem Weg vom Spielfeld zur Garderobe bei den Medien vorbeigehen muss. Ein Durchmarschieren bei der Medienzone ohne anzuhalten wird nicht geduldet.

An der vergangenen WM in Krasnojarsk durften wir auch das erste Mal die Autogrammstunde und den Fototermin erleben. Fremde Leute, die dich behandelten, als wärst du ein Star, war ungewohnt, interessant und auch unterhaltsam.

Mein Erscheinungsbild ist mir wichtig

Es macht mich stolz, wenn ein Artikel über mich in der Zeitung erscheint. Trotzdem bin ich eine Person, welche die Artikel über sich selbst selten liest. Die Möglichkeit, dass ich etwas über mich lesen könnte, das mich verunsichert, besteht immer. Ich frage mich ständig, was denken die anderen Leute von mir?

Der Auftritt als engagierte, bodenständige und sympathische Sportlerin ist mir wichtig, denn ich möchte mein Gesicht in der Öffentlichkeit bewahren.

Gespannt auf die Zukunft

Ich finde es interessant, immer mehr Eindrücke von dieser Medienwelt zu erhalten. Nach den ersten eigenen Erfahrungen bin ich neugierig, wie es den «grossen» Spitzensportlern wohl dabei ergeht. Wie diese mit den Medien zurechtkommen, die passenden Worte finden, auch wenn der Zeitpunkt nicht immer der Beste ist. Ich bin gespannt und ich freue mich, was in Zukunft noch alles auf mich zukommen wird.

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