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Olympia – zwischen Papiertellern und Magie
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Ueli Schnider mit seinem Bruder und seiner Mutter im Olympischen Dorf 2018. (Bild: zvg. Ueli Schnider)

Langläufer Ueli Schnider über sein Olympia-Erlebnis Olympia – zwischen Papiertellern und Magie

3 min Lesezeit 15.03.2018, 13:31 Uhr

Einmal Olympische Winterspiele zu erleben, war seit Kindesalter ein Traum von mir. Schon in jungen Jahren habe ich mit meinem Bruder Patrick die grossen Idole und Olympioniken in der heimischen Loipe imitiert und von Olympia geträumt. Umso glücklicher war ich, als er und unsere Mutter mich in Pyeongchang besuchten und mich an der Strecke tatkräftig anfeuerten.

Wenn man an Olympia denkt, stellt man sich die Spiele so pompös und einfach perfekt vor. So sind sie auch, aber in einer ganz eigenen Art und Weise.

Eröffungsfeier

Man wartet lange auf die Eröffnungsfeier, aber die Atmosphäre und die Stimmung waren so aufregend – da ist die Zeit egal, denn es passiert nur alle 4 Jahre einmal. Beim Einmarsch hatte man den Eindruck, als wären die Tribünen praktisch leer, weil jeder Sitzplatz mit einem hell leuchtenden Licht ausgestattet war und somit die Menschenmengen hinter den vielen Lichtern verborgen blieben. Zwischendurch wurde die Lichtershow unterbrochen und man konnte schliesslich erkennen, dass jeder Platz mit jubelnden Zuschauern besetzt war – das war einfach ein atemberaubender Moment!

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Einzug der Schweizer Delegation bei der Eröffnungsfeier.

Einzug der Schweizer Delegation bei der Eröffnungsfeier.

(Bild: Ueli Schnider)

Im Olympischen Dorf

Das Wasser durfte man nicht direkt vom Wasserhahn trinken, weshalb wir uns täglich mit Halbliter-PET-Flaschen eindecken mussten. In meinem zweieinhalbwöchigen Aufenthalt im Olympischen Dorf häufte sich somit ein Berg von knapp 150 Flaschen an. Gegessen wurde von Papiertellern in einem Sportstadion, wo sich die gut 2000 Athleten und Betreuer rund um die Uhr verpflegen lassen konnten. Und doch war es so schön und speziell, denn es ist Olympia.

Während den diesjährigen Spielen hauste man im Olympischen Dorf, das sieben grosse Wohngebäude mit jeweils 15 Stockwerken umfasste. Der grösste Teil der Athleten war hier untergebracht und lebte in Apartments, welche komplett mit Folie und Pappe abgedeckt waren. Warum? Damit die Wohnungen nach den Spielen verkauft werden können – kurios, ja, aber es ist eben Olympia.

Blick auf das Olympische Dorf 2018.

Blick auf das Olympische Dorf 2018.

(Bild: Ueli Schnider)

Wettkämpfe

Die Wettkämpfe fanden im naheliegenden Alpensia Langlauf-Stadion statt. An der Strecke selber war kaum Publikum zu sehen, weil die Zuschauer nur im Stadion zugelassen waren. An der Strecke hatte man das Gefühl, man laufe an einer Clubmeisterschaft, und wenn man ins Stadion einbog, bekam man von der Atmosphäre und dem olympischen Gefühl ein wenig zu spüren. Würde man diese «Bedingungen» bei einem normalen Weltcup vorfinden, wäre man etwas enttäuscht. Aber so ist es speziell, und zwar speziell schön, halt olympisch.

Nach Olympia ist vor Olympia

Lang ersehnt man sich seinen grossen Traum, doch nach einem Hauch von Zeit, so kamen mir die 18 Tage in Südkorea vor, ist der ganze Spuk auch schon beendet. So schnell, wie Olympia kam, so schnell war es auch wieder vorbei, und man kehrt schlagartig wieder ins «normale» Leben und in den stressigen Alltag eines Spitzensportlers zurück.

Nach Olympia ist vor Olympia und es geht weiterhin darum, die Wettkämpfe mit Bestleistungen zu bestreiten. Spätestens nach den verdienten Ferien im April haben Sport und Training wieder erste Priorität – was man nicht alles tut für die nächste Olympiade in vier Jahren.

Ueli Schnider kurz vor seinem ersten Einsatz an Olympia

Ueli Schnider kurz vor seinem ersten Einsatz an Olympia

(Bild: C. Stahl, Swiss-Ski)

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