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Krafttraining in der Waschküche und wieso du dich nicht hängen lassen sollst
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Linus Bolzern trainiert weiter und macht das Beste aus der aktuellen Situation. (Bild: zvg)

Durch Corona näher an die Kanu-Weltspitze Krafttraining in der Waschküche und wieso du dich nicht hängen lassen sollst

3 min Lesezeit 14.04.2020, 11:14 Uhr

Die Coronakrise betrifft uns alle. Welche negativen Folgen das Virus hat, liest man jeden Tag in den Medien. In seinem Alltag fallen Linus Bolzern aber durchaus auch Dinge auf, die sich positiv entwickelt haben seit der Krise, schreibt der Luzerner Kanusportler.

Immer mehr Infizierte und Tote, strikte Einschränkungen im Verhalten und haufenweise abgesagter Anlässe. Wir alle kennen es. Auch uns Sportler macht die Krise einen Strich durch die Rechnung.

Eine ganze Saison ohne Wettkämpfe, alle Vereins- und Nationalmannschaftsanlässe sind abgesagt und Homeoffice ist nur schwer möglich. Trotz alldem sehe ich gerade eben dieses Time-out als Chance. 

Organisier dich!

Von Stillstand kann bei mir in keiner Weise die Rede sein. Trainiert wird auch, wenn es voraussichtlich keine Wettkämpfe gibt dieses Jahr – schlicht weil es Spass macht. Ich habe das grosse Glück, dass ich mit meinem Boot immer noch auf den See darf (Social Distancing garantiert). So kann ich meiner Hauptaufgabe als Profikanute also immer noch nachgehen.

Mein Kraftraum hingegen ist geschlossen. Also habe ich bei einem öffentlichen Fitnessstudio angefragt, ob ich eine Hantelstange und etwas Gewicht ausleihen darf, die im Moment ja eh nur rumliegen würden. Von nun an findet das Krafttraining also in der Waschküche oder im Garten statt. Vielen Dank an dieser Stelle an das Gesundheitszentrum Graf.

Mein Grundbedarf an Training ist also gesichert. Für den fehlenden Kabelzug darf nun auch gerne mal ein Velo-Gepäckspanner, kombiniert mit einem Besenstil, herhalten. Das funktioniert tipptopp und es macht erst noch Spass, am eigenen Kraftraum rumzutüfteln.

Dank Corona den Fokus auf die Kraft legen. (Bild: zvg)

Stelle dich deinen Schwächen!

Der internationale Kanuverband hat praktisch alle Wettkämpfe diesen Sommer abgesagt. Zuerst hat mich das genervt. Mittlerweile blicke ich darüber hinweg und sehe vielmehr die Chance, die sich für mich dadurch aufgetan hat.

Ich habe das Glück, noch mitten in meiner Karriere zu stecken und auch noch nicht richtig an der Weltspitze mitzumischen. Ganz rational gesehen spielt es also keine Rolle, ob ich dieses Jahr Rennen bestreite oder nicht, weil ich sowieso noch schneller werden muss und nichts Grosses reissen würde dieses Jahr.

Das löst Druck und schafft Platz. Es schafft Raum, sich mit sich selbst zu beschäftigen und seinen Schwächen nachzugehen. Bei mir sind das zum Beispiel die Kraftwerte. Also paddle ich momentan einmal weniger pro Woche und nehme mir dafür Zeit für eine weitere Krafteinheit, was ich in einem normalen April nicht tun würde.

Corona schafft mir also Zeit, mich meinen Schwächen zu stellen, und nächstes Jahr dadurch die anderen Paddler abzuhängen.

Lass dich nicht hängen. (Bild: zvg)

Und freue dich über diese spezielle Zeit!

Die letzten und kommenden Monate werden wir in Erinnerung behalten. Die Umstände, die sie uns machten, werden hoffentlich nicht so bald wieder zurückkehren. Doch eben, weil es eine spezielle Zeit ist, achte ich umso mehr darauf, was denn anders ist, und versuche auch diese Abwechslung zu geniessen.

Ich freue mich schon auf 2030, wenn ich mit meinen Freunden darüber lachen kann, wie wir uns 2020 immer draussen umziehen und nach dem Training stinkend nach Hause fahren mussten. Auch wenn es heute etwas zäh ist, es wird vorbeigehen.

Neben dem Sport freue ich mich zum Beispiel auch darüber, dass mein Vater wegen des Homeoffice so viel zu Hause ist und wir immer zusammen essen können. Oder auch über die Smalltalks, die ich mit meinen Nachbarn führen kann, weil ich sie im Alltag viel öfter antreffe, da diese auch zuhause sind.

Das beste daraus machen

Trotz dieser schwierigen Zeit lohnt es sich nicht, ständig dem normalen Alltag nachzutrauern, finde ich. Auch wenn wir auf vieles verzichten müssen, hat es mehr Wert, sich auf das Schöne im Leben zu konzentrieren und sich auf die Zeit danach zu freuen. Sei nicht traurig! Freue dich über dein Leben und mach das Beste daraus!

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