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Für jedes zusätzliche Kilo Fett klingelt es in der Mannschaftskasse
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Letztes Training vor der Sommerpause. (Bild: Sabrina Amrein )

Warum die «Neuen» bei den Einlaufspielen chancenlos bleiben Für jedes zusätzliche Kilo Fett klingelt es in der Mannschaftskasse

3 min Lesezeit 25.06.2019, 13:29 Uhr

Bevor die Meisterschaft der Nottwiler Spono Eagles im September wieder startet, muss über den Sommer fleissig trainiert werden. Handballerin Sabrina Amrein erzählt, wie sie die Vorbereitung im alten Team mit neuen Spielerinnen erlebt und was zu einem untypischen Leistungstest gehört.

Nach 50 Spielen, zwei Titeln und drei durchgelaufenen Hallenschuhen war die Saison 2018/19 Mitte Mai endlich Geschichte und ich konnte mich erholen. Okay, das klingt jetzt vielleicht etwas zu harmonisch, denn uns blieben genau zwei Wochen, bis die Vorbereitungsphase der neuen Saison wieder startete.

Und nachdem ich mir nach einer dreiwöchigen Pause letzten Sommer geschworen hatte, nie wieder so lange vollständig aufs Training zu verzichten – der Muskelkater der nächsten Tage war es wirklich nicht wert! – stand ich schon nach einer Woche wieder im Kraftraum und stemmte munter meine Gewichte. Viel Zeit für Erholung blieb also nicht. Aber es reichte, um mit der vergangenen, nicht ganz einfachen Saison abzuschliessen und dann mit einem freudigen Kribbeln in den Fingerspitzen die Hallenschuhe für die neue Saison zu schnüren.

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Fiktives Versprechen

Es ging also wieder los. Generell ist die Vorbereitungsphase nicht gerade die beliebteste Zeit unter Handballern. Die Krafteinheiten dauern länger und anstelle von Ernstkämpfen stehen zusätzliche Laufeinheiten an der Hitze auf dem Plan. Umso mehr bin ich gespannt, ob unser Trainergespann sein Versprechen halten wird, keine Einheit ohne Ball durchzuführen. Na gut, vielleicht war es kein richtiges Versprechen. Vielleicht war es mehr etwas wie: «Wir werden unsere Hallenzeiten so gut wie möglich ausnutzen.» Aber für mich hat es sich nach einem Versprechen angehört.

Kritik an den «Neuen»

Nach zahlreichen Abgängen musste unser Team mit vielen neuen Spielerinnen ergänzt werden. Mit ganz vielen, lässigen Spielerinnen, wie ich schnell spürte. Aber am Anfang war es doch etwas komisch. Es standen mehr «Neue» als «Alte» in der Halle. Irgendwie fühlte man sich da fast ein wenig fremd im eigenen Verein. Doch wir haben alle die gleichen Ziele, ziehen am selben Strick. 

Einziger Kritikpunkt an den neuen Spielerinnen: Sie sind leider keine wirkliche Verstärkung für die Aufwärmspiele. Klassisch spielen wir jeweils Team Jung, also die jüngsten Spielerinnen, gegen Team Alt. Die Bilanz für uns Jungen war soweit relativ ernüchternd. Im Fussball sind wir bislang chancenlos. Aber Übung macht den Meister und davon hatten die Alten halt einfach schon ein bisschen mehr.

Wie ich schnell merkte, hat so eine kurze Pause auch Vorteile: Keine lästigen Blasen an den Fingern vom Harz und keine schmerzende Schulter, die die Belastung nicht mehr gewohnt wäre. Die Pässe und Würfe kommen auch schon deutlich präziser als nach der sechswöchigen Pause letzten Sommer.

Untypische Leistungstests vor der Sommerpause

Die ersten vier Wochen und damit der erste Teil der Vorbereitung sind vorbei. Bevor wir in die Sommerferien entlassen werden, müssen noch einige Leistungstests absolviert werden. Das heisst im Klartext, nachdem wir von der letzten Saison alle ein wenig traumatisiert sind (plötzlich war ein schlechter Medizinballwurf Schuld an einem verlorenen Zweikampf), bestehen die «Leistungstests» dieses Jahr einzig daraus, sich einmal auf die Waage zu stellen, Gewicht zu notieren und Fett- und Muskelanteil zu bestimmen mit Hilfe von Elektroden an Hand- und Fussgelenken.

Die Devise: Für jedes zusätzliche Kilo Fett klingelt es in der Mannschaftskasse. Eigentlich ziemlich witzig, denn ein paar kleine Wettkämpfchen sind schon entfacht worden. Wen kann man über die Sommerpause in Sachen Fettanteil unterbieten oder bezüglich Muskelanteil überbieten? Und mit jedem überschüssigen Kilo kommt man der Abschlussreise etwas näher. Also kein verlorenes Geld, sondern eine Reinvestition, wie unsere Bussenchefin so gerne betont.

Bisher hat der Trainer sein fiktives Versprechen übrigens gehalten, keine Einheit ohne Ball. Mal abwarten, wie es während des Trainingslagers Anfang August aussieht. Wahrscheinlich ist es besser, wenn ich während der Sommerpause zur Sicherheit die eine oder andere Laufeinheit absolviere. Nicht, dass ich im August allen anderen hinterherlaufen muss. Und auf eine Reinvestition in unsere Abschlussreise habe ich auch keine Lust …

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