Endlich wieder in der Halle!
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Die Bälle dürfen wieder aus dem Netz. (Bild: Pixabay)

Garderoben und Duschen bleiben geschlossen Endlich wieder in der Halle!

3 min Lesezeit 07.07.2020, 10:57 Uhr

Die Spono Eagles können nach zweimonatiger Zwangspause endlich wieder gemeinsam trainieren. Die Luzerner Handballerin Sabrina Amrein und ihre Teamkolleginnen müssen aber Einschränkungen hinnehmen. So ist etwa duschen nach dem Training nicht möglich, die Garderoben bleiben geschlossen.

Jede muss separat durch den Eingangsbereich treten. Die Strassenschuhe werden ausgezogen und gleich hinter der Türe deponiert. Danach ziehen wir vor dem Betreten der Halle die Handballschuhe an, richten die Haare. Alles natürlich mit dem obligaten Abstand von zwei Metern.

Die Garderoben sind geschlossen. Wir kommen alle umgezogen und verlassen die Halle, ohne zu duschen, stinkend und schwitzend. Hände schütteln dürfen wir nicht, ein lockeres Zunicken oder sonst ein «cooler Move» aus der Ferne muss reichen. Wir deponieren noch die Taschen ausserhalb der Halle, dann können wir endlich mit dem Training anfangen.

Der ganze Körper schmerzt

Sobald wir das Handballfeld betreten, gilt die Zwei-Meter-Abstandsregel nicht mehr. Als Spitzenteam dürfen wir in einer Gruppe von maximal zwanzig Nasen ganz normal mit Körperkontakt trainieren. Dementsprechend schmerzte es nach der ersten Trainingswoche nach der zwei monatigen Zwangspause am ganzen Körper.

Noch schlimmer war allerdings der Muskelkater nach der ersten Einheit im Kraftraum. Und dies, obwohl ich in weiser Vorahnung praktisch ohne Gewichtsscheiben trainierte. Das alternative Krafttraining während des Lockdown mit Mehl und Zucker war offensichtlich doch nicht so effektiv wie gedacht (zentralplus berichtete).

Wartezeiten vor der Halle

Mitte Mai waren wir das einzige Team, das die Sporthalle belegen durfte. Mittlerweile trainieren alle unsere Juniorinnen- und Aktivteams sowie weitere Sportvereine aus Nottwil.

Das stellt schon rein logistisch eine Herausforderung dar. Gemäss Schutzkonzept müssen alle Spielerinnen des vorgängigen Teams die Halle verlassen haben, bevor eine neue Mannschaft rein darf. Unterdessen steht uns zum Glück auch die zweite Halle in Nottwil wieder offen und wir können wieder während vollen zwei Stunden auf die ganze Halle trainieren.

Junge bringen neue Energie

Viel hat sich in unserem Team nicht geändert auf die neue Saison. Und dann irgendwie halt doch. Zwei Leistungsspielerinnen haben uns in Richtung Ausland verlassen. Dafür wurden wir mit jungen Spielerinnen verstärkt, mit Juniorinnen, die den Sprung ins erste Team geschafft haben, oder mit auswärtigen vielversprechenden jungen Talenten. An der Seitenlinie steht zwar weiterhin ein Spanier, aber einer mit anderen Ideen und neuer Energie.

Obwohl das Gros des Teams zusammenblieb, kann ich einen Unterschied spüren: Der Abgang von zwei Leistungsträgerinnen ist natürlich bereits im Training merkbar. Die Jungen bringen dagegen ganz viel Motivation und Energie mit, die ansteckend ist.

Der Stil des neuen Trainers zeigt sich bereits beim Einpassen. Wir stehen uns nicht stur in zwei Reihen gegenüber, sondern rennen wild durch die Halle. Generell rennen wir viel, viel mehr. An praktisch jede Übung wird ein Gegenstoss angehängt. Fussball zum Einlaufen scheint vom Trainingsplan gestrichen zu sein. Dafür gibt es jeweils ein kreatives Spiel zum Auslaufen.

Abschied mit Distanz

Der Trainer pfeift ab. Schuhe ausziehen. Beim Auslaufen kommt es für heute zu einem letzten Duell zwischen Jung und Alt. Team Alt gewinnt natürlich jeweils souverän. Danach ist das Training beendet. Wir desinfizieren alles, was wir benutzt haben, Tore, Kästen, Bälle und Gewichte. Dann verlassen wir die Halle, stinkend und schwitzend, alle Spielerinnen einzeln in gebotenem Abstand, und winken uns zum Abschied von Weitem zu.

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