Die Rekrutenschule ist nun zum Greifen nah
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Packen ist ja nie leicht, ganz besonders, wenn man nicht weiss, was einen erwartet. (Bild: pexels)

Luzerner Curlerin vor Beginn der Sportler-RS Die Rekrutenschule ist nun zum Greifen nah

4 min Lesezeit 27.10.2020, 10:57 Uhr

Selina Witschonke steht kurz davor, die Sportler-RS zu beginnen. Doch vor ihrer Abreise macht sich die Luzerner Curlerin so einige Gedanken – ums Packen, ums Abschiednehmen und darum, was alles auf sie zukommen wird.

Was muss ich alles mitnehmen? Wie lange werde ich von zuhause weg sein? Was wird mich wohl erwarten? Die letzten Tage vor dem Abenteuer «Spitzensportler-RS» haben begonnen. Ich weiss schon länger, dass dieser Tag kommen wird, doch jetzt, wo der Start zum Greifen nah ist, steigt die Nervosität und ich kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht.

Wenn du diesen Text liest, bin ich bereits in Magglingen bei meinen ersten militärischen Ausbildungen. Es wird eine strenge, interessante und vor allem neue Erfahrung.

Das grosse Packen

Ich habe bereits eine Woche im Voraus mit dem Packen begonnen. Gar nicht so einfach, da man noch keine Ahnung hat, was alles auf einen zukommen wird. Ich habe zwar eine Packliste von der Armee erhalten und dennoch muss ich an viele weitere Dinge denken, welche nicht aufgeführt sind.

In den ersten Wochen hat man vor allem militärische Grundausbildungen. Wie viel Zeit für das Trainieren noch übrig bleibt und wie viele Trainingskleider ich somit mitnehmen muss, ist schwierig abzuschätzen.

Ab Freitag in Biel und Magglingen stationiert

Von Freitag bis Sonntag, direkt vor dem Start der Rekrutenschule, hätten wir ein Turnier in Biel gespielt. Leider musste das Turnier nach dem ersten Spiel wegen strengeren Massnahmen durch Corona abgebrochen werden. Da wir bereits in Biel sind und in Magglingen übernachten können, werden wir gerade dort bleiben.

Somit muss ich alle Kleider für das Turnier einpacken, welche ich dann hoffentlich in Magglingen waschen kann. Dass wir auf Montag noch in Magglingen übernachten können, hat mehrere Vorteile. Wir können noch ein letztes Mal etwas länger schlafen und die Gefahr von einer Zugverspätung oder ähnlichem besteht nicht.

Man bekommt vom Militär auch diverse Kleider. Doch was erhalten wir alles? Wann darf ich welche Kleider tragen? Muss ich überhaupt Zivilkleider einpacken? Die offenen Fragen erschweren mir das Packen.

Lange Zeit nicht nach Hause

Zum Glück habe ich ein paar Kollegen, welche die Spitzensport-RS vor zwei Jahren absolviert haben und mich beim Packen etwas unterstützen können. Anscheinend braucht man wirklich nur ganz wenige zivile Kleider. Dennoch packe ich zur Sicherheit zwei bis drei Zivilkleidungsstücke ein. Ich werde bestimmt zu viele Sachen einpacken, aber auch Kleinigkeiten vergessen.

Da wir gleich an drei Wochenenden hintereinander Turniere spielen, ist es sehr gut möglich, dass ich drei Wochen am Stück nicht zuhause sein werde. Es kann aber auch sein, dass ich bereits nach einer Woche wieder nach Hause kann, da die Turniere nicht durchgeführt werden können. Deshalb muss ich mir beim Packen alles ganz genau überlegen.

Als Frau in der Armee

Auch in der Spitzensportler-RS ist der Frauenanteil deutlich kleiner als der Männeranteil. Dies macht mir zwar nichts aus, aber dennoch möchte ich nicht speziell auffallen. Ich habe mir sogar vorgenommen einen möglichst kleinen Koffer mitzunehmen, damit ich nicht von der ersten Sekunde an als «typisch Frau mit dem grössten Koffer» wahrgenommen werde.

Aber mit den Joggingschuhen, den Curlingschuhen, den Lederhalbschuhen und den Kampfstiefeln ist ein kleiner Koffer schon fast voll. Wahrscheinlich mache ich mir einfach zu viele Gedanken über solche Themen. Aber so bin ich eben. Eine Perfektionistin, die alles durchdenkt.

Auch das Einlaufen der Kampfstiefel durfte nicht fehlen. Zuhause mussten wir noch Metallteile einer alten Sitzecke auf die Abfalldeponie bringen. Da diese Teile ziemlich gross waren und nicht ins Auto gepasst hatten, musste man diese zu Fuss in die circa 15 Minuten entfernte Deponie bringen.

Der Abschied von Verwandten

Der perfekte Anlass, um die Kampfstiefel einzulaufen. Doch auch dort habe ich mir bereits wieder Gedanken gemacht, was wohl die Leute denken, wenn ich in Kampfstiefeln durch das Dorf laufe. Wahrscheinlich ist es gar niemandem aufgefallen.

Ich bin nicht weit weg von zuhause. Und dennoch liegt es mir am Herzen, meinen Eltern, meinem Bruder, meinen Grosseltern und weiteren Verwandten Tschüss zu sagen. Unter der Woche immer in Magglingen und Biel trainieren und an den meisten Wochenenden an Turnieren teilnehmen, so bleibt nicht sehr viel Zeit, meine Verwandten und Freunde zu sehen. Zwischendurch eine Whatsapp-Nachricht oder eine Postkarte zu verschicken, wird die Kommunikationsart der nächsten Wochen sein.

Meine RS-Familie

Ich bin sehr glücklich, dass ich die RS mit zwei meiner Teamkolleginnen absolvieren darf. Zusammen täglich zu trainieren, zu essen, an den Wochenenden Turniere zu spielen, im selben Zimmer zu schlafen und dieselbe militärische Ausbildung durchzumachen, wird uns sehr zusammenschweissen.

Ich kann mir vorstellen, dass wir zwischendurch auch mal die Nase voll voneinander haben werden. Aber dessen sind wir uns sehr wohl bewusst und ich empfinde dies auch als normal, wenn man praktisch 24 Stunden pro Tag aufeinanderhockt. Ich bin mir sicher, dass wir uns noch unser ganzes Leben lang an diese gemeinsame Zeit erinnern werden. An gute wie auch an harte Zeiten.

Neugierig auf den Austausch mit anderen Sportlern

Auch auf die Begegnungen mit den verschiedenen Sportlern und Sportarten bin ich sehr gespannt! Es wird sehr interessant, einen Einblick in die verschiedenen Arten des Trainings, von den diversen Sportarten zu erhalten. Aber auch die wahrscheinlich sehr ähnlichen, aber trotzdem unterschiedlichen Privatleben kennenzulernen.

Ich freue mich jetzt schon, dir von meinen ersten Erlebnissen in der Schweizer Armee zu erzählen.

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