Was ich von Nullemissionszonen im Kanton Zug halte
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Ginge es nach der CVP, dürfte man in bestimmten Zonen nur noch mit Elektroautos, dem Velo oder zu Fuss unterwegs sein. (Bild: Symbolbild, pixabay)

CVP auf Irrwegen? Was ich von Nullemissionszonen im Kanton Zug halte

2 min Lesezeit 3 Kommentare 01.04.2021, 10:56 Uhr

Politblogger Michael Riboni kritisiert die Motion bezüglich der sogenannten Nullemissionszonen der Zuger CVP. Leidtragende dieser Politik wären aus seiner Sicht der Mittelstand und Familien, die sich kein neues Elektroauto leisten können und denen der Besuch in Freizeitgebieten wie der Baarer Höllgrotte oder auf dem Zugerberg zukünftig verunmöglicht würde.

Mittels Motion fordert die CVP-Fraktion im Zuger Kantonsrat die Einführung von sogenannten Nullemissionszonen. Zonen also, zu denen man nur noch mit Elektroautos, Velos oder zu Fuss gelangen kann. Mit der Schaffung emissionsfreier Zonen könne ein Anreiz geschaffen werden, damit der Umstieg auf diese neuen Fahrzeugtypen beschleunigt würde.

Den Konsumenten müsse bewusst werden, dass der nicht emissionsfreie Verkehr künftig mit Einschränkungen zu rechnen habe, so die CVP in ihrer Motionsbegründung. In der Medienberichterstattung zur Motion lässt die Präsidentin der CVP Zug zudem verlauten, dass sie solche Zonen in Freizeitgebieten wie etwa auf dem Zugerberg als zweckmässig erachten würde.

Wie bitte? Geht es noch extremer? Auf welchen Irrwegen befindet sich die einst bürgerliche Familienpartei CVP denn hier?

Zum Autor

Michael Riboni sitzt für die SVP seit 2014 im Zuger Kantonsrat. Der Jurist ist als Fachverantwortlicher Rechtsschutz Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung beim Schweizer Bauernverband und ist Vorstandsmitglied der SVP Baar.

Im Gegensatz zu Städten wie Genf oder London, die ähnliche Pilotprojekte gestartet haben, will die Zuger CVP noch weiter gehen und in den von ihr geforderten Zonen konsequent keine Fahrzeuge mit Ausstoss mehr erlauben, also auch keine Plug-In-Hybridfahrzeuge. Ein Blick in die Statistik zeigt nun aber, dass auf den Schweizer Strassen zurzeit 99 Prozent der zugelassenen Personenwagen über einen Verbrennungsmotor verfügen. Wichtig zu wissen: Auch Plug-In-Hybridfahrzeuge verfügen über einen Verbrennungsmotor.

Geht es nach dem Willen der Zuger CVP sollen 99 Prozent der Autofahrer von Nullemissionszonen in den Zuger Freizeitgebieten ausgeschlossen werden. Leidtragende dieser Politik wären einmal mehr der Mittelstand und Familien, die sich kein neues Elektroauto leisten können. Für sie würde dann ein Besuch in Freizeitgebieten wie der Baarer Höllgrotte oder auf dem Zugerberg genauso unmöglich wie für gehbehinderte Personen mit einem Spezialauto, welches nicht voll elektrifiziert ist. Die SVP lehnt solche extremen und mittelstandsfeindlichen Forderungen ab und wird diese im weiteren parlamentarischen Prozess mit Nachdruck bekämpfen.

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3 Kommentare
  1. Peter Mächler, 02.04.2021, 12:30 Uhr

    Sehr schade. Was mich an der ganzen Klimaszene stört ist, auch unsere Nachkommen lernen nicht von ihren Vorfahren. Ich muss, will ich umsteigen, ein E-Auto kaufen, denn es gibt keine Alternativen. Wieder wird nur auf einer Energiequelle aufgebaut, statt breiter ab zu stützten. Die Stromloby freuts, denn so haben Sie das Monopol und mit diesem unterdrücken Sie alles, was Ihnen gefährlich werden könnte. Es läuft analog der Ölgesellschaft. Sehr bedauerlich. Mit diesem Einseitigen Hintergrund kann ich ein Umsteigen auf ein E-Auto nicht unterstützen. Ich wünsche mir mehr Vielfallt. Die CVP Zug zeigt mir wie realitätsfremd gelebt wird. Und das mit neuen Steuern die dann umgelagert werden erst recht. In meinen Augen völlig Unsinnig.

  2. RomanAmbühl, 01.04.2021, 14:50 Uhr

    $VP!!

    Als gäbe es im Kanton Zug keinen ÖV inkl. Bergbahn und keine Velos mit und ohne E-Motor, mit denen all die schönen Ziele erreichbar wären…

    Das CO2 Gesetz hat den Mechanismus der Rückzahlung (gerade an Familien mehrfach!) über die Krankenkasse, so dass Leute, die wenig CO2 ausstossen mehr rausbekommen werden, als sie über CO2-Abgaben ausgeben werden.

    Und auch der grundsätzliche Challenge der Klimakrise scheint nach wie vor nicht verstanden zu sein. Es geht darum, komplett WEG zu kommen von Fossilen! Je schneller desto besser! Das Budget läuft aus!

    Physik ist weder links noch rechts!

  3. Silvan Studer, 01.04.2021, 12:12 Uhr

    Herr Riboni hat vollkommen recht.
    Dazu kommt, dass mir erst einmal jemand beweisen muss, dass z.B. ein Tesla S mit 2100 kg Gewicht unter dem Strich umweltfreundlicher ist, als ein Kleinstwagen mit Verbrennungsmotor wie Citroen C1, VW Up und ähnliche mit rund 900 kg.
    Die CVP, bzw. sogenannte «Mitte» entwickelt sich rapide zu einer ökopopulistischen Partei mit massivem Linksdrall. Nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal.

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