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Ü50 integrieren statt ausmustern
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Für den Staat und die Gesellschaft lohnt es sich, wenn ältere Arbeitskräfte in den Arbeitsprozess integriert werden. (Bild: Pixabay)

Weshalb unsere Wirtschaft ältere Arbeitnehmer braucht Ü50 integrieren statt ausmustern

3 min Lesezeit 3 Kommentare 24.10.2019, 11:05 Uhr

Ältere Arbeitnehmer habe es heute immer schwerer. Der Markt wird zunehmend dynamisch und wer mitkommen will, muss sich anstrengen wie selten zuvor. Doch ältere Arbeitnehmer nicht in den Arbeitsmarkt zu integrieren, kommt den Staat teuer zu stehen, schreibt SVP-Nationalrat Franz Grüter in seinem Beitrag.

Wissen, Technologie und Innovationskraft sind heute wichtige Erfolgsfaktoren, damit sich Unternehmen in einer dynamischen Wirtschaft behaupten können. Noch nie zuvor waren die Fähigkeiten, Erfahrungen und der Wissensschatz der Mitarbeitenden von so grosser Bedeutung.

Gerade erfahrene Mitarbeitende bringen den Unternehmen und auch ihren jüngeren Teamkollegen einen grossen Mehrwert. Doch ist die Quote der Langzeitarbeitslosen und Ausgesteuerten über 50-Jährigen, den Ü50, überproportional hoch.

Viele Ü50-Arbeitslose – mehrere Ursachen

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen bräuchten diese Menschen eine gezieltere und intensivere Betreuung bei der Suche nach einer neuen Stelle. Zum anderen aber auch zusätzliche Angebote für Schulungen oder Umschulungen. Und nicht zuletzt braucht es in der Wirtschaft die Erkenntnis, dass gerade jene Menschen eine wertvolle Bereicherung darstellen. Die demographischen Veränderungen wie das generelle Älterwerden, aber auch die Herausforderung der geburtenschwachen Jahrgänge werden die Unternehmen sowieso dazu zwingen.

Denn die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte im erwerbsfähigen Alter sinkt. Während in den 70er-Jahren das Verhältnis zwischen Aktiven und Rentnern bei 1:5 lag, befindet es sich seit den 2000er-Jahren bei 1:4 und schon in wenigen Jahren werden auf einen Rentner nur noch drei Aktive kommen. Die Wirtschaft braucht also bereits heute, und in Zukunft noch viel mehr, auch die Arbeitskräfte über fünfzig.

Wirtschaftssystem braucht die Ü50-Arbeitnehmer

Gleichzeitig ist die Situation für ältere Arbeitslose und Ausgesteuerte unbefriedigend. Ich bin oft mit älteren Menschen in Kontakt, die mit dieser Realität konfrontiert sind. Sie empfinden es als belastend, vom Staat abhängig zu sein oder eben gar vorzeitig «ausgesteuert» zu werden. Sie wollen in erster Linie eine Stelle, eine Aufgabe und wollen ihr eigenes Geld verdienen.

Starke staatliche Abhängigkeiten sind für diese Menschen, aber auch für uns als politisches und wirtschaftliches System nicht zukunftsfähig. Es liegt also an uns, diesen Menschen möglichst rasch zu helfen, statt sie nach der Arbeitslosenzeit in die Aussteuerung zu entlassen.    

Schluss mit der «Pflästerlipolitik»

Da ist auch der neue Vorschlag des Bundesrats, eine Überbrückungsrente für über 60-jährige zu schaffen, keine Lösung. So wird ein neues Sozialwerk installiert, noch bevor die Problematik der AHV gelöst ist. Das ist für mich eine verantwortungslose und unsoziale «Pflästerlipolitik», die letztendlich unsere Kinder werden ausbaden müssen.

Die Sozialwerke übernehmen eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft. Es ist daher entscheidend, dass sie langfristig abgesichert sind. Entwickeln wir also lieber eine Vision für die Zukunft unserer älteren Mitmenschen und integrieren wir sie mit Mehrwehrt in unsere Arbeitsprozesse, statt neue staatliche Abhängigkeiten zu schaffen. Das ist unsere Verantwortung allen Generationen gegenüber.

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3 Kommentare
  1. Heinrich Vogelsang, 24.10.2019, 18:54 Uhr

    Solch inhaltsloses Geschwafel kennen wir bereits von der FDP. Es hilft aber nicht, ihr müsst schon wirklich etwas verändern in Bern, nicht einfach nur abstrakt daherreden. Kasimir Pfyffer hat in seinem Kommentar völlig recht. Die Förderung von Älteren geht einher mit der Senkung ihrer Lohnnebenkosten.

  2. Kasimir Pfyffer, 24.10.2019, 17:36 Uhr

    Aha. Die bestehenden Lösungen sind also alle doof, unverantwortlich, blablabla. Aber statt selber was Produktives und Konkretes vorzuschlagen, wird lieber von “Visionen” geschwafelt. Warum bloss empfinde ich das als typische SVP-Politik?
    Wie wäre es z. B., wenn man die Unternehmen in die Pflicht nimmt? Wenn Kündigungen von Ü45-Mitarbeitenden speziell begründet werden müssten?
    Oder wenn die überfällige Harmonisierung der PK-Abgaben angegangen würde, d. h. alle von 25-65 drücken gleich viel ab?

  3. Kurt Heller, 24.10.2019, 16:51 Uhr

    Boss schöne Worte, doch wo sind die konkreten Lösungsvorschläge?
    Grüter’s Politblabla in Reinkultur.