Autofeindliche Haltung der Stadt Luzern
So sieht die Zukunft der Autofahrer in Luzern aus

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Die Stadt Luzern will viele öffentliche Parkplätze abschaffen. (Bild: bic)

Die neue Klima- und Energiestrategie der Stadt Luzern bringt viel Veränderung. Was bleibt, ist die Benachteiligung des privaten Individualverkehrs. Viele private und öffentliche Parkplätze werden abgeschafft, obwohl in der Zukunft nur noch umweltfreundliche Autos unterwegs sein werden, schreibt Philipp A. Schmid im Politblog.

Im nächsten Jahr entscheidet der grosse Stadtrat über die neue Klima- und Energiestrategie der Stadt Luzern. Dass die Stadt Luzern diese braucht, versteht sich in der heutigen Zeit von selbst. Jedoch ist es bei der Entwicklung einer solchen Strategie wichtig, dass sich diese immer noch mit der Realität und der tatsächlichen Umsetzung vereinen lässt.

Was die Solarstromförderung betrifft, werden gute Argumente aufgeführt und auch die richtigen wirtschaftlichen Anreize geboten. Was jedoch nicht realistisch ist, ist das Ziel Netto Null 2040. Das Ziel Netto Null 2050, wie es das IPCC (Weltklimarat) vorsieht, ergibt mehr Sinn und würde der Stadt Luzern nicht schaden. Was jedoch am stärksten aus der neuen Klima- und Energiestrategie hervorsticht, ist die feindliche Haltung gegenüber dem privaten Individualverkehr.

Autofahrer werden auch in Zukunft vernachlässigt

Was nicht überrascht ist, dass die aktuellen zwölf Kernanliegen der Mobilitätsstrategie weder die E-Auto-Förderung noch die Lösung der regelmässigen Verkehrsüberlastung beinhalten. Stattdessen wird sehr viel auf Velos und Fussverkehr gesetzt. Diese Einstellung gegenüber dem privaten Individualverkehr zieht sich leider auch weiter in die neue Klima- und Energiestrategie hinein.

So sollen bis im Jahr 2030 8000 private Parkplätze rückwirkend abgebaut werden. Um dies zu bewerkstelligen, braucht die Stadt Luzern 200 Stellenprozente und rechnet mit Kosten von 180 Millionen Franken. Die Überlegung bei dieser Reduktion ist es, dass durch das Wegfallen der Parkplätze auch weniger Emissionen von Autos entstehen, welche dort parkieren können.

Autofeindliche Haltung in der Stadt Luzern

Doch dass auf diesen Parkplätzen in der Zukunft umweltfreundliche und nachhaltige Autos parkieren könnten, wird nicht berücksichtigt. Es entsteht der Eindruck, dass die Stadt diese Freiheit und diesen Komfort eines privaten Autos gar nicht will. Ihr Handeln dagegen versteckt sie im Deckmantel des Klimaschutzes. Wer selbst in der Stadt Luzern mit einem Auto fährt, spürt diese autofeindliche Haltung.

Zum Autor

Philipp A. Schmid ist 2020 Vizepräsident der Jungfreisinnigen Stadt Luzern. Der gebürtige Stadt-Luzerner schloss im letzten Sommer seine Matura ab und beendete die Sommer RS als Soldat. Nach Absolvieren des Sommerdiensts als Wachtmeister wird er im Herbst ein Jus-Studium beginnen.

Es kann nicht sein, dass die Stadt nur noch auf den Velo- und Fussgängerverkehr fokussiert und den Individualverkehr links liegen lässt, einschränkt und benachteiligt. Damit versucht sie, diesen unattraktiv zu machen. Dies führt nur dazu, dass die Stadt Luzern, für Familien und gute Steuerzahler unattraktiv wird.

Am stärksten leidet der Detailhandel

Durch die neue Klima- und Energiestrategie gehen viele private und öffentliche Parkplätze verloren. Wobei der Detailhandel genau auf diese öffentlichen Parkplätze angewiesen ist. Ein grosses Angebot an öffentlichen Parkplätzen führt dazu, dass die Stadt auch attraktiver ist für Menschen, welche auf dem Land oder in anderen Kantonen leben.

Diese Menschen geniessen es, einen Tagesausflug in die Stadt zu machen, um dort vom vielfältigen Angebot zu profitieren. Dies führt wiederum dazu, dass die Unternehmen durch ihre höheren Einnahmen auch mehr Steuern zahlen können. Werden nun aber immer mehr öffentliche Parkplätze reduziert und der Verkehr vernachlässigt, weichen die Kunden auf Shoppingcenter aus. Für die kleineren Geschäfte, die es sowieso schon schwer genug haben, in einer Welt, in der der Onlinehandel boomt, bedeutet dies, dass es noch schwieriger wird, potenzielle Kunden zu finden.

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6 Kommentare
  1. Thomas, 17.12.2021, 09:30 Uhr

    Die Stadt Luzern ist ja bereits heute für den Individualverkehr ein Horror und Fehlplanung zugleich. Die Absichten sind klar, kein Individualverkehr in der Stadt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Touristen wieder zurückkommen, denn sonst wird Luzern wohl wieder gemieden werden. Auch als Firmenstandort wird die Stadt immer wie weniger attraktiv.

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  2. Roland Grueter, 16.12.2021, 17:50 Uhr

    Staatliche Willkür? Die Stadt hat keinesfalls über die Nutzung privaten Bodens zu bestimmen. Wohin soll das noch führen? Nächster Schritt:: Enteignung von Privatbesitz. Das kann nicht akzeptierbar sein. Man muss sich schon fragen, in was für einem Staat wir leben.

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  3. simon.occur, 16.12.2021, 17:46 Uhr

    Jetzt, wo die Elektromobilität die Emissionsprobleme des Autos löst, rückt bei den Ökosozialisten das «Platzargument» in den Fokus. Was folgt als nächstes? Die Wohn-Kolchose Luzern, in der das sozialistische Kollektiv bestimmt, wer wie viel Wohnraum bewohnen darf? Singles noch ein 9m2 Zimmer oder besser nur 4.5m2 mit max. 16°C im Winter? Oder doch bloss noch ein Käfig wie in Hongkong? Bei der Tierhaltung hat man zu recht (!) erkannt, dass weniger Tiere auf einem Haufen besser ist.

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  4. Stefan, 16.12.2021, 13:32 Uhr

    Autos beanspruchen übermässig viel Platz. Mit E-Autos lösen wir zwar das Emissionsproblem, nicht aber die gewaltige Platzverschwendung, die von Autos ausgeht. Achten sie sich mal: in der Stosszeit hockt in der Regel eine einzige Person in einem tonnenschweren Gefährt und braucht so viel Platz, wie 5 Velos beanspruchen würden. Wir müssen dringend wegkommen vom extrem ineffizienten Verkehrssystem in dem jeder mit seinem eigenen Auto (das zudem von Jahr zu Jahr grösser wird) in der Gegend rumfährt.

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  5. B Suter, 16.12.2021, 11:25 Uhr

    Die Seebrücke gehört für den Durchgangsverkehr gesperrt!

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    1. Aluveitie, 16.12.2021, 13:27 Uhr

      Dann hätten aber Spange Nord und Spange Süd gebaut werden müssen um eine alternative Umfahrung zu bieten.
      Aber die Stadt Luzern möchte ja lieber den Verkehr durch die Innenstadt leiten…

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