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Luzern – als Zentralschweizer Kulturhauptstadt – hat ein neues Theater verdient
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Die Diskussion um das alte und ein allfälliges neues Stadttheater ist nach wie vor im Gang. (Bild: zvg)

Wie weiter mit dem Luzerner Theater? Luzern – als Zentralschweizer Kulturhauptstadt – hat ein neues Theater verdient

3 min Lesezeit 1 Kommentar 22.11.2019, 11:00 Uhr

Ob das alte Luzerner Theater saniert werden oder doch einem Neubau weichen soll, ist eine wegweisende Frage rund um die Zukunft des Theaters. Für Polit-Bloggerin Karin Stadelmann, Präsidentin der CVP Stadt Luzern, stellen sich jedoch zwei weitere sehr zentrale Fragen. Sie hofft, dass Stadt und Kanton darauf gemeinsam eine Antwort finden.

Seit mehr als 10 Jahren wird über ein neues Theater diskutiert. Das bekannteste damit verbundene politische Schauspiel trug den Titel «Salle Modulable». Im Prolog kam es bereits zu hitzigen Debatten über die Geldquelle. Obwohl eine grössere Spende für den Bau der Salle Modulable vorhanden gewesen wäre, waren dem Kantonsrat die finanziellen Risiken für die Zukunft zu gross.

Er lehnte bereits den Projektierungskredit ab (zentralplus berichtete). Damit war das Projekt auch für die Stadt vom Tisch und verschwand von der politischen Bühne.

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Diskussion um das bestehende Gebäude neu entfacht

Drei Jahre später, im Sommer 2019, folgte ein neuer Akt: Plötzlich meldete sich das Gebäude des heutigen Luzerner Theaters selbst. Die Saaldecke fing an zu bröckeln. Das rief auch die eidgenössische Kommission für Denk-, Natur und Heimatschutz auf den Plan.

In einem Gutachten hält diese fest, dass die Nordfassade für das Ortsbild der Stadt Luzern zu erhalten sei (zentralplus berichtete). Et voilà, das Theater um das Theater feiert ein politisches Comeback.

Zur Person

Karin Stadelmann ist Präsidentin der CVP Stadt Luzern und Vizepräsidentin der CVP Kanton Luzern. Die 34-Jährige arbeitet als Dozentin und Projektleiterin an der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit. Sie kandidierte 2016 für den Luzerner Stadtrat und 2019 für den Kantons- und Nationalrat.

Dieser Umstand mit dem Ortsbild würde für eine Umbauvariante und keinen Neubau sprechen. Der zweite Akt könnte sodann von dieser Problematik handeln. Dazu aber hier lediglich eine Bemerkung: Wir sollten grosses Vertrauen in die heutigen Architekten setzen, die werden sich auch bei einer Projektierung gut überlegen, wie sie den denkmalpflegerischen Vorschriften genügen.

Damit wir aber nicht erneut auf ein Schauspiel in mehreren Akten zusteuern, welches wo möglich noch in einer Tragödie endet, müssen zügig zwei andere Fragen auf das politische Parkett: Wie soll die Finanzierung und wie die inhaltliche Ausgestaltung aussehen?

Baukosten hängen von der Programmgestaltung ab

Kritisch kann man anmerken, letzteres sei nicht Sache der Politik. Doch, eben schon. Denn, ob zukünftig nur reines Schauspiel oder ein Dreisparten-Haus mit Musik, Schauspiel und Tanz zugelassen wird, hat Einfluss auf die Finanzierung. Genau genommen auf die Investitionskosten und vor allem auf die danach folgenden Betriebskosten.

Die kulturelle beziehungsweise inhaltliche Ausgestaltung muss daher bereits bei der Planung mitgedacht werden. Die alternative und die volkstümliche Kulturszene sollten ebenfalls mit einbezogen werden. Denn man will ja ein Theater für viele und nicht für wenige.

Stadt und Kanton sollten am gleichen Strick ziehen

Es wird also genug deutlich, wir können und dürfen das eine nicht losgelöst vom anderen betrachten. Die Stadt muss ihre Positionen zur inhaltlichen Ausgestaltung deutlich machen und der Kanton ebenso. Wir haben es also in dieser Handlung mit einer Hauptdarstellerin und einem Hauptdarsteller zu tun.

Um die nächste Tragödie abzuwenden, müssen sich beide möglichst gleichzeitig über einen Planungsbericht zum Theater beugen. Keine Diskussion in zwei Akten, sondern ein Dialog und ein Entscheid in einem Akt müssen das Ziel sein.

Die Stadt dürfte so dann den Dialog mutig beginnen mit: «Verehrter Kanton, was halten Sie von einem neuen städtebaulichen Juwel für die Zentralschweiz?»

Ein neuer Stern geht auf

Wie dann der Dialog und die gesamte Handlung des politischen Schauspiels weiter geht, wird sich weisen. Hoffen wir, es kommt bald zu einer Liaison. Die Moral von der Geschichte muss sich sicher im Kern darum drehen, dass ein passender kultureller Hotspot für Luzern entsteht.

Ein neuer Stern am Luzerner Kulturhimmel, der für uns Luzernerinnen und Luzerner, für unsere Nachbarn aus der Zentralschweiz und ebenso für unsere Gäste von weiter her, bald hell erstrahlt.

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1 Kommentare
  1. Silvio Bonzanigo, 22.11.2019, 17:47 Uhr

    In ihrem aspektreichen Beitrag umschifft aber die Autorin die Frage, ob sie selber eher dem Neubau oder einem Erhalt plus Annexbau zuneige. Für diese Entscheidung braucht es nicht die Antwort auf die Spartenfrage oder jene nach einem Gastspielhaus vs. eigenes Ensemble. Auch Kulturdirektor Züsli wird noch viele Wochen brauchen, um hierzu eine Antwort zu finden. Das zeigt erstens: Der Stadtrat lässt die spannende Diskussion, die mit dem Gutachter-Entscheid aufbrach, ungenutzt verebben, und es zeigt zweitens: In der heutigen Zusammensetzung ist der Stadtrat entscheidungslahm wie kaum je einer zuvor!

    Etwas ungenau ist die Schilderung der Autorin des Sachverhalts betr. Sall Modulable. Der Kantonsrat trug nur zu Grabe, was schon in der Stadt versemmelt worden war. Der Knackpunkt für die Salle Modulabe war zweifellos, dass der amtierende Präsident des Grossen Stadtrates (CVP) die haarsträubende Idee aufbrachte, die Salle Modulable in der Emmenweid zu errichten, was den Standortentscheid ein weiteres Mal verzögerte und die Stiftung zur Einsicht brachte, dass die Stadt kein geeigneter Partner für ein solches Projekt ist.

    Es gibt aus städtebaulicher, architektonischer, künstlerischer und betriebswirtschaftlicher Sicht nur einen sinnvollen Entscheid: Neubau des Stadttheaters, in dem Elemente der Nordfassade als historische Zitate einen gebührenden Platz haben.