Zukunft von Bitcoin & Co ist nachhaltig Kryptowährungen: Eine grosse Chance für den Kanton Zug

05.11.2021, 11:03 Uhr 3 min Lesezeit 3 Kommentare
Nachhaltiger bezahlen mit Kryptowährung?
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Nachhaltiger bezahlen mit Kryptowährung? (Bild: pexels)

Bitcoin erklomm kürzlich ein neues Allzeithoch, sorgte aber auch wegen des hohen Energieverbrauches für Schlagzeilen. Gian Brun, Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Zug argumentiert, dass Kryptowährungen bereits jetzt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit sind.

Ein Postulat der Grünen fordert im Kantonsrat, dass der Kanton fortan nur noch Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert, wenn die entsprechenden Erstellungs- und Transaktionsverfahren dieser Währungen im Einklang mit den Klimazielen der Eidgenossenschaft stehen.

Dies ist ein durchsichtiger Angriff auf den Wirtschaftsstandort Zug, denn am liebsten würden die Grünen all die gut bezahlten Arbeitsplätze der Kryptobranche aus dem Kanton verjagen. Bereits 2020 betitelte der Präsident der Zuger Grünen das Crypto-Valley als «nicht mehr tragbar». Dabei stecken Kryptowährungen noch in den Kinderschuhen und entwickeln sich bereits heute in Richtung Nachhaltigkeit weiter.

Wieso braucht es Kryptowährungen?

Dass Staaten Geld drucken, um ihren ineffizienten und defizitären Haushalte zu bezahlen, ist eigentlich nichts Neues. Doch das Phänomen hat sich durch die Pandemie nochmals akzentuiert. Durch die immer weiter steigende Geldmenge kommt es zur Inflation und die Bevölkerung wird langsam enteignet.

Aus Protest am aktuellen System wurde im Jahre 2009 Bitcoin entwickelt. Der Vorteil dabei ist, dass es keinen zentralen Machtfaktor gibt – die Währung ist dezentral aufgebaut und darum schwer korrumpierbar. Die Menge an Bitcoin ist zudem auf 21. Millionen Stück limitiert und somit Inflationsgeschützt. Doch Bitcoin steht immer wieder, teils berechtigt, teils nicht, in der Kritik.

Energieverbrauch noch zu hoch

Im Frühling konnte man in den Medien lesen, dass eine Transaktion der zweitgrössen Kryptowährung Ethereum gleich viel CO2 emittiert wie 76’572 Visa-Transaktionen. Auch wenn es aufgrund der Dezentralität schlicht nicht möglich ist, eine solche Rechnung zu machen, da die Daten nicht vorhanden sind und nur Schätzungen gemacht werden können, muss man heute eingestehen, dass Bitcoin & Ethereum noch zu ineffizient sind.

Um herauszufinden, wer einen Block minen darf, brauchen beide Währungen momentan «Proof-Of-Work». Dabei rechnen Computer ein kompliziertes Rätsel aus, was viel Energie benötigt.

Innovation wird Energieverbrauch senken

Ethereum hat die Ineffizienz erkannt und in der Version 2.0 «Proof-Of-Stake» implementiert. Dabei wird eine gewichtete Zufallsauswahl anstatt komplizierte Rätsel eingesetzt, um herauszufinden, wer einen Block minen darf. Studien zeigen, dass dadurch 99 Prozent der Energie eingespart werden könnte.

Wichtig zu sehen ist, dass man bei der Blockchaintechnologie noch ganz am Anfang steht und Innovation noch passieren wird.  Man stelle sich vor, der Staat hätte in der Industrielle Revolution die ersten kohlenbetriebene Dampfkraftwerke verboten, weil sie zu viel CO2 ausgestossen haben. Wir würden immer noch in einem Agrarkanton leben.

Grosse Chance für den Kanton Zug

Zum Autor

Gian Brun ist Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Zug und selbständiger Unternehmer aus Hünenberg

Innert wenigen Jahren wurden im Crypto-Valley über 5000 Arbeitsplätze geschaffen. Der neuste Coup ist der Zuzug von Bitmex, einer der grössten Börsen für Kryptowährungen. Es freut mich zu sehen, dass der Kanton dank seiner erfolgreichen Wirtschaftspolitik das Zentrum der Cryptowelt bildet. Mit dem DLT-Gesetz hat auch der Bund Standards gesetzt und die Schweiz an der Spitze der kryptofreundlichen Länder gesetzt.

Auch wenn das Anliegen der Nachhaltigkeit berechtigt ist, so ramponieren die Grünen mit ihrem Vorstoss  den guten Ruf vom Kanton – er bewirkt nichts, kratzt aber an der Strahlkraft des Standorts. Vielmehr muss der Technologie freien Lauf gelassen werden. Je attraktiver es ist, in die neue Technologie zu investieren, desto mehr Innovation wird es geben und dies wird auch zu mehr Nachhaltigkeit führen.

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3 Kommentare
  1. Hans Peter Roth, 05.11.2021, 19:42 Uhr

    Kryptowährungen wie Bitcoin verbrennen nicht nur eine grosse Menge an Energie, sondern haben auch starke Wertschwankungen. Sie sind deshalb ein beliebtes Instrument für Spekulanten, die hoffen, damit schnellen Gewinn zu generieren. Aber wie im Kasino kann der Schuss auch hinten raus gehen. Kaum jemand würde sich im Arbeitsvertrag den Lohn in Kryptowährung festschreiben lassen, da völlig offen ist, wie viele Brote man am Monatsende damit kaufen kann. Für die globale Schattenwirtschaft, die mit kriminellen Tätigkeiten wie Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, mit Erpressungen und Bestechungsgeldern Milliardenumsätze erzielt, sind Kryptowährungen zu einem wichtigen Teil ihres Geschäftsmodells geworden. Damit lassen sich sehr gut Geldflüsse verbergen und schmutziges Geld waschen. Das gewaschene Geld wird häufig in Immobilien angelegt. Die Rechnung bezahlen die WenigverdienerInnen, welche keine bezahlbare Wohnung mehr im Kanton Zug finden. Der Segen des Crypto-Valleys ergiesst sich somit vor allem über Spekulanten und Weisskragen-Kriminelle. Verstehen die Jungfreisinnigen sich als deren verlängerter Arm?

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    1. Gian Brun, 06.11.2021, 10:17 Uhr

      Schwankungen von 5 bis 10 Prozent pro Tag sind bei Bitcoin keine Seltenheit. Von vielen
      Kritikern wir daher moniert, Bitcoin eigne sich nicht als Währung. Dem kann ich nur
      zustimmen. Neben der Volatilität dauern Transaktionen teilweise bis zu 90 Minuten, was
      Bitcoin als Zahlungsmittel unbrauchbar macht. Vielmehr ist Bitcoin ein Wertaufbewahrungsmittel, welches einer langfristigen Sichtweise bedarf. Im 200
      Wochenschnitt war die Kryptowährungen bis jetzt immer positiv. Solange die
      Transaktionskosten zwischen Crypto und Fiat tief sind, funktioniert Bitcoin gut im
      Zusammenspiel mit bestehenden Währungen, welche weiterhin als Zahlungsmittel
      gebraucht werden können.

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      1. remo.genzoli, 06.11.2021, 13:17 Uhr

        @Gian Brun
        Warum gehen Sie, ausser den Kursschwankungen, in Ihrer Replik auf die von Hans Peter Roth vorgetragenen Bedenken und happigen Vorwürfen bezüglich Kryptowährung nicht ein und stellen diese mit überzeugenden Gegenargumenten in Frage? Ihr Schweigen lässt vermuten, dass Herr Roth voll ins Schwarze getroffen hat…..

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