Kommunizier dir deine Welt zurecht
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Das Rezept gegen die Probleme: Es müsse nur besser kommuniziert werden. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Michael Töngi Kommunizier dir deine Welt zurecht

2 min Lesezeit 05.07.2016, 09:00 Uhr

Der Luzerner Kantonsrat nimmt Stellung zur neusten Bevölkerungsumfrage des Kantons Luzern. Dabei kritisiert Töngi Regierungsrat Marcel Schwerzmann. Dieser rede die schlechten Noten der Bevölkerung für die Kommunikation der Regierung einfach schön, anstatt darauf einzugehen.

Immer weniger Luzerner sind mit der Luzerner Steuerstrategie zufrieden. In der soeben erschienenen Bevölkerungsbefragung (zentralplus berichtete) zeigen sich deutlich mehr Menschen unzufrieden mit den Steuern im Kanton als noch 2011.

Weshalb, das lässt die Umfrage zwar offen, aber es muss ein Frust für die Luzerner Regierung sein: Da wurden Steuern gesenkt, Reiche und Unternehmen mit Tiefststeuern angelockt und die Steuerstrategie als Erfolg verkauft – doch die Bevölkerung lässt das anscheinend kalt. Mehr noch: Sie verlangt vor allem im Bildungsbereich Mehrausgaben.

Schwerzmann wehrt sich

Wie reagiert die Regierung auf diese Resultate? Regierungspräsident Marcel Schwerzmann meinte dazu an der Medienkonferenz: «Jahr für Jahr geben wir mehr aus, während viele Bürgerinnen und Bürger in der öffentlichen Diskussion den Eindruck erhalten, der gleiche Staat würde sich totsparen.»

Wenn Musikschulbeiträge erhöht werden, Schulgebühren steigen und in den Lehrerzimmern schlechte Stimmung wegen zunehmender Arbeitsbelastung und dem Einfrieren von Löhnen herrscht, so kann dieser Eindruck durchaus entstehen. Und wenn der Regierungsrat das vierte Abbauprogramm seit 2012 in Folge vorlegt, so mag vielleicht kein Tod drohen, aber die Magerkur ist weit vorangeschritten und in der Bevölkerung ein Thema.

Zitrone ist nicht ausgepresst?

Aber glücklicherweise hat unsere Regierung ein Rezept gegen diese Probleme gefunden: Richtig – es muss nur besser kommuniziert werden. So hielt Marcel Schwerzmann fest: «Wir müssen den Menschen noch viel deutlicher kommunizieren, dass das Bild der ‹ausgepressten Zitrone› nicht ganz stimmt.» Merke dir: Wenn dir ein Resultat nicht passt, wenn nicht das herauskommt, was du dir gewünscht hast, so lag es an der Kommunikation – nicht etwa am Inhalt. Das ist echt beruhigend.

PS: Ich bin auf den kommenden Kommunikationseffort gespannt: Eine Finanzstrategie, die aufgeht? Ein Konsolidierungsprogramm, das nicht zur Hälfte Platzhalter-Sternlein aufweist? Oder gar NFA-Prognosen, die besser zutreffen?

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