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Ist die moderne Frau auf Quoten angewiesen?
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An der Frage, wie mehr Frauen in die Politik kommen, scheiden sich die Geister. (Bild: zvg)

Frau will keinen Sonderstatus Ist die moderne Frau auf Quoten angewiesen?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 25.07.2019, 09:55 Uhr

Zur Gleichberechtigung hört man diverse Interpretationen. Einige sagen, wir seien weit von gleichen Rechten der Geschlechter entfernt. Andere hingegen können nicht verstehen, weshalb wir im 21. Jahrhundert überhaupt noch darüber sprechen müssen. Bloggerin Kim Rast über die Frauenquote.

Ich weiss noch genau, als ich mit 16 Jahren das erste Mal an einer Mitgliederversammlung der Jungfreisinnigen Kanton Luzern teilnahm. Viele neue Gesichter, nur eine Frau: ich. Offen gestanden fühlte ich mich zuerst am falschen Ort, ein Gefühl von Nicht-willkommen-Sein überkam mich.

Doch abrupt änderte sich die Situation, meine Kameraden hiessen mich herzlich willkommen und integrierten mich, ohne zu zögern, ich fühlte mich verstanden und akzeptiert. Ich nahm an den meisten Veranstaltungen teil und freute mich, bald mein erstes Amt im Vorstand anzutreten.

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Frauen in Politik und Wirtschaft immer noch unterrepräsentiert

Was aber ist der Grund, weshalb ich aus Erfahrungen sagen kann, dass sich viele Menschen – vor allem Frauen – nicht trauen, Ämter anzutreten, vor einer Menschenmenge zu sprechen oder Neues, Ungewisses auszuprobieren? Die Zahlen sprechen für sich und wie schon lange bekannt, sind in vielen wichtigen Ämtern, nicht nur politischen, auch in der Arbeitswelt, Frauen nicht oder zu wenig vertreten. In genau solchen Positionen ist Selbstvertrauen von immenser Bedeutung.

Man  soll nicht jede kleinste Situation oder sich selbst hinterfragen. Bin ich am richtigen Ort? Warum bin ich die einzige Frau? Mache ich etwas falsch? Oder bin ich gar nicht erwünscht? Alles Fragen, die man sich unbewusst und sogar bewusst stellt.

Frauen hinterfragen sich mehr

Frauen sind gerne skeptisch mit sich selbst. Wie wichtig es ist, was andere von einem halten oder herumerzählen, ist oftmals unerträglich. Soll ich mich für das neue Amt im Vorstand melden, oder denken dann alle, ich sei eingebildet oder sogar unfähig für die neuen Aufgaben.

Solche Fragen sollten gar nicht erst im Raum stehen, sondern Dinge aus der Gesellschaft, die uns plagen. Aber wo ist jetzt das Problem? Wege stehen doch eigentlich offen, niemand will jemanden davon abhalten, seinem Willen zu folgen, auch Frauen werden alle Steine aus dem Weg geräumt.

Die Quote bringt nichts

Was sollen die von den Linken geforderten Frauenquoten ändern? Noch mehr Scham für die Frauenwelt? Soll ich meinen Kindern erzählen, dass ich der Geschäftsführung angehöre, weil die Quote dies verlangt? Sollen Unternehmen sich Sorgen über das Geschlecht machen müssen und sich nicht auf das eigentliche Können der Menschen fokussieren? So etwas kann und will ich keineswegs unterstützen!

Karriere und Familie vereinen

Frauen sollten hingegen ermutigt werden, Neues zu wagen. In den Schulen haben wir uns bereits entwickelt, uns werden Möglichkeit präsentiert und wir haben weibliche Vorbilder. Der Traum, Kind und Beruf unter denselben Hut zu bekommen, wird gutgeheissen. Beispielsweise hat sich die Anzahl Kitas in den letzten zehn Jahren weitaus mehr als verdoppelt und wird weiter ausgebaut. Wir wachsen mit der Selbstverständlichkeit auf, selbstbestimmen zu dürfen, was wir tun wollen in unserer Zukunft.

Den Weg legen für zukünftige Generationen

Trotzdem, die Entwicklung zu einer Gesellschaft wie heute, dass die Frau im vollen Zuge die gleichen Rechte hat wie der Mann, ist nicht von heute auf morgen gekommen. Es braucht immer Menschen, die eine Vorreiterrolle einnehmen, durch ihre Arbeit, ihren Mut und ihren Willen.

Auch Frauen meiner Generation können der nächsten Generation ein Zeichen auf den Weg geben: Sich mehr wagen, neue Wege einzugehen. Die Chancen, die existieren, packen und umsetzen. So werden Vorbilder kreiert, so bekommen junge Frauen Vorbilder und so können wir die Gleichberechtigung weiterentwickeln.

Selbstbewusste Frauen für eine starke Politik

Ich hoffe sehr, dass die Zeit kommt, in der sich Frauen nicht mehr in reinen Frauengruppen zusammenfinden, wie zum Beispiel Frauenparteien. Ich möchte als Frau keinen Sonderstatus erhalten, ich möchte nicht von Männern als bedürftig angesehen werden, sondern als eine Frau, die weiss, was sie machen will, und nicht gehemmt ist, ihren Willen umzusetzen.

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1 Kommentare
  1. Stamm Judith, 28.07.2019, 18:19 Uhr

    Die Gremien in unserem Lande sind aus Quoten zusammengesetzt. Da benötigen wir noch jemanden aus der Gewerkschaft, oder aus der Romantik, oder mit bestimmtem Sachverstand. Bundesrat Flavio Cotti, Jean-Pascal Delamuraz, Ignazio Cassis, alles Quotenmänner. Merkwürdigerweise habe ich noch nie einen Mann gehört, der sich beschwerte, wegen einer Quote in ein Gremium gewählt worden zu sein!
    Persönlich war ich während meiner Laufbahn immer wieder Quotenfrau. Ich denke, das hat weder mir noch der Sache geschadet. Aber jedes Mal konnte ich meinen Einflussbereich erweitern.
    Wo liegt das Problem?