Fakten statt Versprechen
Die Luzerner Määs muss bleiben!

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Viele Luzernerinnen sind sich einig: die Luzerner Määs soll auf dem Inseli bleiben. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Die Machbarkeitsstudie des Luzerner Stadtrats zur Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» ist Stadtgespräch. Laut dieser lässt sich die Initiative nicht mit dem Erhalt der Määs auf dem Inseli vereinbaren. Viele Luzernerinnen sind empört. Zu Recht, findet Kantonsrätin Karin Stadelmann.

Niemand findet eine Blechlawine mit Autos und Cars schön – egal ob er oder sie links, rechts oder in der Mitte vom politischen Spektrum steht. Aber allen geht das Herz auf, wenn Kinder auf einem Karussell lachen, wenn die Lichter eines Riesenrads durch den Herbstnebel schimmern, Musik aus «Putschi-Auto-Läden» dröhnt, der Duft nach «brönnte Mandle» oder der einer feinen Bratwurst in der Luft liegt. Das ist die Luzerner «Määs».

Ich verbinde mit dem Besuch der «Määs» viele schöne Kindheitserinnerungen mit meinem Grosi. Der Besuch hatte Tradition: «fertig gschaffet, jetzt gömmer ad Määs för e Wurst und e Bahn».

Die Määs ist ein wichtiger Teil von Luzern

Vielleicht klingt das jetzt etwas zu nostalgisch, zudem bin ich nicht immer so eine Frau, die an allem festhalten muss, aber die «Määs», die ist Kult! Sie hat eine Strahlkraft bis weit über den Kanton hinaus. Sie vereint Generationen und sie gehört sichtbar in die Stadt Luzern. Als es 2017 um die Abstimmung zur Aufwertung des Inseli ging, sah das der Stadtrat genau so. Er liess sich vernehmen mit «die Määs gehört zu Luzern wie der Wasserturm oder das Löwendenkmal». Sie würde bei einer Annahme der Initiative nicht verschwinden, im Gegenteil, der Stadtrat stellte gar in Aussicht, man hätte die Möglichkeit, das Inseli und die Infrastruktur aufzuwerten. Die Initiative wurde mit 51,4 Prozent äusserst knapp angenommen. Man spürte schon damals: Der Stadtluzerner Bevölkerung ist die Luzerner Määs wichtig und sie will für die Carproblematik eine durchdachte und wirtschaftlich vertretbare Lösung!  

Wir schreiben Januar 2022, es ist rund fünf Jahre später und der gleiche Stadtrat lässt verlauten: Tut uns leid, ein grünes Inseli geht jetzt doch nicht, ohne dass die Määs weichen muss (zentralplus berichtete). Bähm – die Nachricht war in etwa damit zu vergleichen, dass man einer laufenden Määs samt Lunapark den Stecker zieht.  Die Reaktionen liessen verständlicherweise nicht lange auf sich warten. Denn genau das, was 2017 zu Recht befürchtet wurde, tritt hiermit ein. Die Luzerner Määs muss weichen!

Ein Versprechen ohne Fakten

Für die durch Corona sonst schon gebeutelten Schausteller und Marktfahrenden ist das ein weiterer Rückschlag (zentralplus berichtete). Für die engagierten und sich kooperativ zeigenden Messevertreterinnen ebenfalls, denn alle die Workshops, welche seit der Annahme der Initiative stattfanden, um nach Lösungen für die Määs zu suchen, erscheinen nun als absolut gegenstandslos und als reine Zeitverschwendung!

Mich erreichen seit Mitte Januar viele Nachrichten von Stadtluzernern (nein, nicht nur von der politischen Mitte!), die sich fragen: war damals überhaupt eine korrekte Meinungsbildung möglich? Wieso gibt es erst jetzt eine Studie, die das zeigt? Warum macht der Stadtrat solche Versprechen, wenn er keine Fakten hatte? Die Planung des Tiefbahnhofs als Grund anzugeben, sei doch nur willkommen, hätte man denn überhaupt eine Gesamtplanung? Der Tenor ist einhellig: Man will, dass die Määs in der Stadt bleibt. Ich sehe das gleich, es muss eine Lösung her und damit bin ich nicht allein.

Die Luzerner Määs soll bleiben

Mehr als 3000 Personen wollen, dass die Määs in der Stadt Luzern bleibt und sie haben deshalb die Petition «Die Määs muss bleiben» unterzeichnet. Das ist bereits ein erstes, sehr deutliches Zeichen. Und ich bin mir sicher, dass die Gegnerschaft der Abstimmung von 2017 (und mittlerweile noch viele andere Luzernerinnen mehr) sich weitere – gar politische – Schritte überlegen.  

Zudem: Es ist leider erneut ein kommunikativ höchst mirakulöser Wandel vonseiten des Stadtrats, welcher für Kopfschütteln sorgt. Dazu ein passender Satz, den mir kürzlich ein guter Bekannter mitgegeben hat: «tell people facts – never make promises». Das wäre doch mal ein erster kommunikativer Anfang für unseren Stadtrat; zu merken, wann es besser Fakten braucht, anstatt Versprechen zu machen.

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5 Kommentare
  1. Optima, 04.02.2022, 05:03 Uhr

    Ganz so einfach dürfte es in Zukunft nicht sein, eine Määs trotz Bahnhofumbau auf dem Inseli beizubehalten. Der Stadtrat muss langfristig planen, das weiss doch Frau Stadelmann auch. Der Platz um den Bahnhof wird auch in Zukunft eng bemessen sein, die Määs wird jedes Jahr grösser, die Besucherzahl nimmt zu, da muss eine andere Lösung gesucht werden.

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  2. Enrico Ercolani, 03.02.2022, 18:29 Uhr

    Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Das ist auch in Luzern Fakt. Es ist schon äusserst tragisch, dass die Bevölkerung für die Aufhebung der Car-Parkplätze stimmte, ohne zu wissen wo diese in Zukunft parkieren sollen! Statt im «Parkhaus Musegg», fahren die Cars in Zukunft durch die Stadt Luzern nach Kriens. 100’000 km Leerfahrten, mehr als zwei Erdumrundungen, werden für entsprechenden Verkehr, Lärm und Umweltverschmutzung sorgen. Das ist links-grüne Politik wie man sie immer leider wieder feststellen kann. Am besten wiederholt man die Abstimmung mit den heute bekannten Fakten!

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  3. Paul, 03.02.2022, 13:03 Uhr

    Die määs muss keine angst haben. Bis da etwas geht auf dem inseli schreiben wir das jahr 2150.
    mich würde noch interesieren wer die studie erstellt hat (määs geht nicht) …. Evtl wurde da die „richtung“ schon vorgegeben um nochmals nichts am inseli zu ändern…..
    Wie schon so oft geschrieben ist die motivation hier etwas zu bewegen bei der stadt sehr gering

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  4. Bea, 03.02.2022, 12:10 Uhr

    Määs muss bleiben. Aber auf der Allmend
    Inseli gehört für 52 Wochen im Jahr der Bevölkerung. Es hat zuwenig Erholungs,- und Verweilparks in Luzern.

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    1. mvonrotz, 04.02.2022, 08:54 Uhr

      Die Allmend gehört für 52 Wochen im Jahr der Bevölkerung. Wir machen dort einen grossen Park und schaffen Luga Lunapark, Zirkus und andere Grossveranstaltungen dort ab. Ist in etwa genauso intelligent wie Ihre Aussage!

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