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Der Kanton Zug soll Pionier in Sache Nachhaltigkeit werden
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Nachhaltigkeitsstelle soll ökologische Folgen aufzeigen Der Kanton Zug soll Pionier in Sache Nachhaltigkeit werden

2 Min 1 Kommentar 16.03.2019, 10:14 Uhr

Die öffentliche Debatte zum Klimawandel hat seit dem letzten Sommer eine neue Dimension erreicht. Parteien von links bis rechts anerkennen neuerdings die immensen Probleme, welche durch den Menschen gemachten Klimawandel auf uns zukommen, schreibt der Zuger Kantonsrat Andreas Lustenberger in seinem Beitrag. Doch mit der Anerkennung alleine wird noch keine Tonne CO2 weniger in die Atmosphäre ausgestossen.

Mit einem Vorstoss im Zuger Kantonsrat fordern wir Alternative – die Grünen die Einsetzung einer kantonalen Nachhaltigkeitsstelle. Diese Stelle prüft vorberatend alle Geschäfte des Kantons- und Regierungsrates auf ihre Ökobilanz und die verursachten Emissionen.

Der Mensch hat bereits den Klimawandel mit irreversiblen Folgen verursacht, welche weltweit zu spüren sind. Die globalen Temperaturen sind gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter global um 1 Grad Celsius gestiegen. Um eine unkontrollierbare globale Erwärmung mit nicht absehbaren Folgen zu verhindern, ist es unerlässlich, die Treibhausgasemissionen schnellstmöglich zu reduzieren.

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Klimawandel ist nicht nur ein Klimaproblem

Bereits 1,5 Grad Celsius Erderwärmung führen unter anderem dazu, dass der steigende Meeresspiegel riesige Küstengebiete unbewohnbar macht. Die Weltbank schätzt, dass in den kommenden 30 Jahren die Zahl der Klimaflüchtlinge auf über 140 Millionen Menschen ansteigen wird. Auch in der Schweiz wird der Klimawandel zu spüren sein, so werden zum Beispiel Landwirtschaft und Wintertourismus ganz direkt betroffen sein.

Der Klimawandel ist also nicht bloss ein Klimaproblem: Er ist ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Tierschutz und Friedensproblem. Es braucht deshalb auf kommunaler, kantonaler, nationaler und internationaler Ebene rasch griffige Massnahmen, um dieser Katastrophe entgegenzuwirken. Die aktuellen Pläne und Massnahmen reichen nicht aus, um die Erwärmung bis 2050 auf die angestrebten 1,5 Grad Celsiuszu begrenzen.

Konkrete Schritte für einen nachhaltige Zukunft

Mit einer kantonalen Nachhaltigkeitsstelle wird der Kanton Zug zur Pionierin in Sachen Nachhaltigkeit. Oftmals fehlt heute die Sensibilität bezüglich der verursachten Emissionen. Mit der von uns geforderten Nachhaltigkeitsstelle wollen wir diese Lücke schliessen. In Zukunft soll aufgezeigt werden, wie viele Emissionen durch Beschlüsse und Geschäfte des Zuger Kantons- und Regierungsrates verursacht werden.

Diese Analyse bildet die Grundlage, um ökologische Folgen behandelter Geschäfte abschätzen und deren ökologische Nachhaltigkeit verbessern zu können. Sie soll auch mithelfen, die national ratifizierten Ziele des Pariser Klimaabkommens und die UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.Es ist denkbar, dass der Aufgabenbereich dieser Nachhaltigkeitsstelle auf die gesamten Tätigkeiten der kantonalen Verwaltung ausgeweitet wird.

Bleibt zu hoffen, dass die vielen Versprechungen verschiedenster Politikerinnen und Politiker, welche in den letzten Wochen zum Thema Klimawandel gemacht wurden, nicht einfach heisse Luft waren. Denn von dieser haben wir bereits zu viel auf unserem Planeten.

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1 Kommentare
  1. Mike Zehnder, 06.04.2019, 15:50 Uhr

    Hallo Andreas. Die Klimaveränderungen sind real, keine Diskussion. Aber ist die fossile CO2-Reduktion ein realistisches Heilmittel? Verrennen wir uns da nicht in eine Richtung, die von all den anderen Schandtaten der Menschheit ablenkt? Man denke an den Müll in Feldern und Gewässern, an Schad- und Giftstoffe, an die Verdrängung des Tier- und Pflanzenreichs durch Überbauungen, an das mehr und mehr fehlende Verständnis der Städter für die Bedürfnisse der Natur, an die Massen von Menschen in den Bergen und Wäldern, an den Überkonsum an eingeschifften und eingeflogenen Waren, an den steigenden Energieverbrauch und die damit verbundenen Problem und nicht zuletzt an die endlos vielen Menschen, welche ständig rund um den Globus reisen wollen/müssen. Mit CO2-Abgaben und -Kompensationen entlasten wir den Menschen nur vom schlechten Gewissen, doch hilft dies in der Sache wenig bis nichts, da dadurch der Eindruck vermittelt wird, man tue etwas gegen die Umweltzerstörung und ändert gleichzeitig gar nichts am eigenen Lebensstil. Man sollte anfangen Klartext zu sprechen: Entweder verzichten die Menschen ab sofort auf einen Grossteil der Komsum- und Reisemöglichkeiten, oder es wird grosse Veränderungen geben!