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Der Kanton Luzern als Digitalisierungseiferer: Wie siehts beim Verkehr aus?
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Die Effizienz der Verkehrsinfrastruktur stärken – über das Wie scheiden sich die Geister. (Bild: jwy)

Eine Chance für die Verkehrsplanung Der Kanton Luzern als Digitalisierungseiferer: Wie siehts beim Verkehr aus?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 19.09.2019, 11:02 Uhr

Die Digitalisierung bietet für die Zukunft enorme Chancen. Dank ihr können sämtliche Lebensbereiche neu organisiert werden. Und vielerorts sind die Maschinen dem Menschen überlegen, so auch im Regeln von Verkehrsflüssen. Damit die Digitalisierung aber für den Menschen positiv genutzt werden kann, muss Luzern sicherstellen, dass der Staat und nicht Google & Co. die Hoheit über die elektronischen Daten erhält, glaubt Michael Töngi.

Der Kanton Luzern wolle «ganz unbescheiden» zum Referenzkanton in Sachen Digitalisierung werden, liess Regierungsrat Reto Wyss bei der Vorstellung des Legislaturprogramms verlauten.

Ambitionierte Ziele sind immer schön und sie können auch anspornen. Digitalisierung ist in aller Munde und stellt tatsächlich auch eine der grossen Herausforderungen dar.

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Wird sie aber zu eng als eine Frage für die Verwaltung oder vielleicht noch für das Bildungswesen verstanden, so gehen grosse Themen verloren.

Mehr oder weniger Verkehr – beides ist möglich

Gerade am Beispiel der Verkehrspolitik zeigt sich, wie die Digitalisierung Chancen bietet, aber auch Risiken: Haben wir dank einer besseren Auslastung der Fahrzeuge und intelligenten Wegketten weniger Verkehr auf den Strassen oder führen selbstfahrende Autos, Uber und Co und neue Mobilitätsangebote am Schluss gar zu noch mehr Verkehr?

Statt dass sich mehrere Personen das gleiche Auto teilen, kurvt es alleine durch die Stadt, um gebügelte Hemden oder Einkäufe abzuholen. Studien im Ausland zeigen denn auch frustrierende Resultate: Allzu oft führen neue Formen von Angeboten, aber auch neue Fahrzeuge wie motorisierte Trottinetts nicht zum Umsteigen vom Auto auf ein umweltfreundlicheres Verkehrsmittel, sondern vom öffentlichen Verkehr hin zum Auto oder vom Fussverkehr auf motorisierte Fahrzeuge.

Der Klimagewinn? Gleich null.

Innovative Lösungen dank Digitalisierung

In einem Artikel der «NZZ am Sonntag» vom letzten Wochenende machen mehrere Wissenschaftler Dampf für klare Prioritäten in der Verkehrspolitik: Strassenflächen müssten neu verteilt, die Fixiertheit auf den Autoverkehr aufgegeben und gute Verbindungen für Velo und Fussgänger geschaffen werden.

Über den Autor

Der Krienser Michael Töngi begann seine politische Laufbahn im Einwohnerrat von Kriens (1990 bis 2001). Von 2004 bis 2008 war er Co-Präsident der Grünen Kanton Luzern und von 2007 bis 2018 im Kantonsrat. 2018 rutschte er für Louis Schelbert auf der Liste der Grünen in den Nationalrat nach.

Von 2011 bis 2018 war Töngi ausserdem Generalsekretär des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbandes, dem er heute wie auch dem VCS als Vorstandsmitglied angehört.

Nur wenn die Möglichkeiten des Carsharings, des Mitfahrens oder autonomer Taxis mit einer Umverteilung der Flächen einhergehe, gebe es Vorteile für Lebensqualität und Umwelt.

Kanton Luzern muss Hoheit erhalten

Hier könnte sich die Luzerner Regierung engagieren. Welche Leitplanken braucht es, damit die Digitalisierung zu einem positiven Resultat führt? Wie kann und muss sich der öffentliche Verkehr entwickeln, damit er konkurrenzfähig bleibt und als Massentransportmittel noch einen höheren Anteil der Mobilität übernehmen kann?

Wie kann der Kanton garantieren, dass er in Sachen Daten die Hoheit erhält und nicht am Schluss Google und Co. über ihre Angebote mehr Wissen zum Beispiel zur Raumplanung oder zu Verkehrsfragen anhäufen? Was muss der Kanton an die Hand nehmen, was der Bund? Viele Fragen für die nächsten vier Jahre.

Fortschritt dank Digitalisierung

Ja, dieser Schlusssatz sei mir erlaubt: Vielleicht bringt es dem Kanton mehr, wenn er Geld und Fachkräfte in diese Fragen investiert als in die Spange Nord und den Bypass, der laut Eigendeklaration der Regierung ein «Befreiungsschlag» sein soll. Aber vielleicht muss dazu im Regierungsrat auch zuerst der digitale Schalter von 1 auf 0 umgestellt werden.

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1 Kommentare
  1. mebinger, 19.09.2019, 14:29 Uhr

    “Die Digitalisierung bietet für die Zukunft enorme Chancen.” Wie ein Mantra wird es immer wieder wiederholt, obwohl die Realität das Gegenteil beweist, die Digitalisierung führt zum Überwachungsstaat vernichtet Arbeitsplätze ohne neue zu schaffen usw. Das Auto vernichtete sehr viele Arbeitsplätze, schuf jedoch beim Reparieren, bei der Energie usw. neue Die Digitalisierung bietet keine Suggorate. Es bleibt beim Wechsel zum digitalen und der Mensch wird überflüssig. Zudem sind fast alle digitalen Produkte völlig überflüssig und bieten null an Lebensqualitätszuwachs