Änderung des Universitätsgesetzes
Darum braucht es zwei neue Fakultäten an der Uni Luzern

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An der Universität sind zwei neue Fakultäten geplant. (Bild: bic)

Die zwei geplanten Fakultäten an der sind in Kritik geraten. Angefeuert von den Thesen von Andrea Franc wird vor allem über die Psychologische Fakultät diskutiert. Vergessen gehe dabei oft, dass es bei der Änderung des Universitätsgesetzes eigentlich um zwei Fakultäten geht, schreib Anna-Sophia Spieler im Polit-Blog.

Im Herbst berät der Kantonsrat über die Änderung des Universitätsgesetzes. Zurzeit besteht die aus vier Fakultäten: der Theologischen, der Rechtswissenschaftlichen, der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen und der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Geplant sind zwei neue Fakultäten. Einerseits soll das bereits bestehende Departement für Gesundheitswissenschaften und Medizin in eine Fakultät umgewandelt werden. Andererseits soll eine neue Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie gegründet werden (zentralplus berichtete).

Mehr als nur eine psychologische Fakultät

In den Medien wurde nach Aussagen von Andrea Franc (zentralplus berichtete) vermehrt gegen die neue Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie geschossen. Der Tenor lautete, dass die psychologische Fakultät nichts zur Bekämpfung des Fachkräftemangels beitrage und dass sie nur Abgänger produziere, die anschliessend in Teilzeit arbeiten und damit zu wenig Steuereinnahmen generieren würden.

Vergessen geht dabei, dass es bei der Änderung des Universitätsgesetzes um die zwei Fakultäten Verhaltenswissenschaften und Psychologie sowie Gesundheitswissenschaften und Medizin als Gesamtpaket geht. Bringt man diese Pläne insgesamt zu Fall, wird keine der beiden Fakultäten gegründet beziehungsweise umgewandelt.

Die Corona-Pandemie hat aufgezeigt, dass wir gerade im Gesundheitswesen einen extremen Fachkräftemangel haben. Es ist somit essenziell, dass die Schweiz Fachkräfte im Gesundheitswesen und in der Medizin ausbildet. Die Universität trug dazu mit der Gründung des Departements Gesundheitswissenschaften und Medizin bei. Eine Umwandlung des Departements in eine Fakultät ist deshalb als Unterstützung dieser Ausbildungsplätze von grosser Bedeutung. Und leistet einen immensen Beitrag für die Zukunft aller Zentralschweizer Gesundheitseinrichtungen.

Hunderte ziehen in Unistädte

Sowohl die Fakultät für Gesundheitswissenschaften und Medizin als auch die Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie arbeiten mit Institutionen im Kanton Luzern zusammen, wie beispielsweise dem Kantonsspital Luzern oder mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Dadurch profitiert der Kanton Luzern von der im Kanton betriebenen Forschung. Und anschliessend von Abgängern, die nach Abschluss oft auch im Kanton Luzern bleiben.

Jedes Jahr ziehen mehrere Hundert Studierende nach Bern, Basel und Zürich, um an einer der dortigen Universitäten Psychologie zu studieren. Bleibt auch nur ein Teil dieser Studierenden in Luzern, hat dies mehrere Vorteile. Einerseits entfallen die Beiträge des Kantons Luzern an die Kantone Bern, Basel und Zürich. Andererseits bleiben viele im Kanton Luzern wohnen.

Entlastung des Fachkräftemangels

Dies ist auch deshalb wichtig, weil viele Studierende neben ihrem Studium Jobs in der Gastronomie und der Verkaufsbranche nachgehen. Damit entlasten sie den Fachkräftemangel in diesen Bereichen zumindest teilweise. Weiter bleiben Studierende oft auch nach ihrem Abschluss im Kanton wohnhaft und werden im Kanton Luzern arbeitstätig. Dies bringt wiederum Arbeitskräfte und Steuereinnahmen für den Kanton Luzern.

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2 Kommentare
  1. remo.gubler, 02.09.2022, 14:21 Uhr

    Sorry, kann nicht sein, dass jährlich mehrere 100 LuzernerInnen Psychologie studieren in anderen Kantonen.

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  2. Dr. Daniel ZimmermaNN, 01.09.2022, 13:05 Uhr

    Besser wäre meiner Meinung nach endlich die Aufnahme der Armutsforschung als neue Disziplin – aber die diversen Uni-Räte sperren sich wahrscheinlich dagegen, weil diese Domäne etwa nicht «sozialverträglich» ist… ?
    Im Kapitalismus hat die Armutsforschung keinen Platz, weil es Armut eigentlich ja gar nicht geben dürfte – so wohl die Haltung dieser Kreise. Die Uni Luzern könnte Mut beweisen, indem sie das Thema anerkennt und nach Ursachen und Gründen fragt; vielleicht ergäben sich daraus auch echte Lösungsansätze…
    Ob unsere braven linientreuen Politiker das auch wollen?

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