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Ein neues Quartier für Baar

Auf dem Spinnerei-Areal sollen über 400 Wohnungen entstehen

Das heutige Spinnerei-Areal in Baar (Mitte unten) aus der Vogelperspektive. (Bild: Andreas Busslinger)

Ende November stimmt die Baarer Bevölkerung über die Weiterentwicklung des «Spinni»-Areals ab. Das mächtige Gebäude gehört zu den grössten noch erhaltenen Textilfabriken in der Schweiz. Höchste Zeit, um sich darüber zu informieren, was auf diesem geschichtsträchtigen Grundstück angedacht ist.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen historischen Schatz bei sich zu Hause, aber Sie könnten ihn nicht herzeigen. So ist es heute mit unserer Spinnerei in Baar. Das Spinnereigebäude war einst das grösste der Schweiz. Doch fährt man heute auf der Langgasse daran vorbei, sieht man davon nichts. Dabei gehört das eindrückliche Gebäude zu den grössten noch erhaltenen Textilfabriken der Schweiz und steht unter Denkmalschutz. Der Bau der Spinnerei prägte zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Entwicklung von ganz Baar. Eindeutig ein Stück Baarer Identität!

Ende November stimmen wir über den Bebauungsplan für das Spinnerei-Areal ab. Das Projekt ist sorgfältig durchdacht, und die Gemeinde Baar hat sich dafür eingesetzt, dass ein neu belebtes Stück Baar für alle Baarerinnen entsteht. Die öden Werkhallen aus den 1980er-Jahren werden abgebrochen. Damit wird der Blick endlich wieder frei auf das historische Gebäude. Auf dem Areal entsteht eine Vielfalt von Nutzungen: Wohnungen, Lebensmittelgeschäfte, Gewerbe, ein Hotel, Restaurants und Cafés.

Dringend benötigte altersgerechte Wohnungen

Es ist richtig, dass die Nachfrage nach Wohnungen in Baar bereits heute hoch ist. Und eine Linderung ist nicht in Sicht. Doch neben dem Bevölkerungswachstum stehen noch andere Herausforderungen vor uns: Die Bevölkerung wird älter, und schon jetzt fehlen Wohnungen für ältere Menschen, die zwar ihren Alltag selbst meistern, aber auf gelegentliche Hilfe angewiesen sind. Das Spinnerei-Projekt sieht fast 70 altersgerechte Wohnungen vor, diese werden das dringend benötigte Wohnungsangebot in Baar wirkungsvoll erhöhen.

Neben den Alterswohnungen wird es rund 60 preisgünstige Wohnungen nach dem Wohnraumförderungsgesetz des Kantons Zug und 300 konventionelle Wohnungen geben. Dass diese öffentlichen Anliegen berücksichtigt wurden, liegt nicht zuletzt daran, dass die Grundeigentümerschaft im Planungsprozess von Beginn an eng durch die Gemeinde begleitet wurde. Die grosse Mehrheit der Wohnungen steht auf der «Rückseite» des Areals. Da ist heute eine grosse asphaltierte Fläche mit rund 500 Parkplätzen. Künftig wird dieses Gebiet als attraktiver, «durchgrünter» Quartierfreiraum mit grosszügigem Baumbestand ausgestaltet.

Vielfältiges Angebot für das Gewerbe

Belebte öffentliche Plätze mit Restaurants, Cafés und einem Kulturlokal bieten Treffpunkte für Jung und Alt. Davon profitieren auch die benachbarten Quartiere. So trägt dieses neu ausgerichtete Areal zur qualitätsvollen Entwicklung Baars bei. Gute Rahmenbedingungen machen das Areal zu einem geeigneten Standort für das Kleingewerbe.

Neben der Lorze auf dem Spinnerei-Areal in Baar sollen insgesamt 400 Wohnungen entstehen.
Neben der Lorze auf dem Spinnerei-Areal in Baar sollen insgesamt 400 Wohnungen entstehen. (Bild: Andreas Busslinger)

Die Büroflächen im alten Spinnereigebäude bleiben bestehen. Hinzu kommen ein Hotel sowie Ladenflächen. Auch Gewerbeplätze im alten Gebäude bleiben erhalten: viel Kleingewerbe – von Softwarefirma bis zum Hundesalon. Bauherr Patrimonium hat zugesichert, dass die Mieterinnen und Mieter des historischen Gebäudes bleiben können.

Etwas Neues entstehen zu lassen, ist an sich keine Bedrohung für Baar – erst recht nicht, wenn es einen wichtigen Teil unserer Dorfgeschichte besser zur Geltung kommen lässt. Im Gegenteil, das Projekt auf dem Spinnerei-Areal ist ein echter Gewinn. Mit dem Bebauungsplan sorgen wir dafür, dass von diesem neu entwickelten Ortsteil möglichst viele profitieren, nicht nur einige wenige. So gewinnen wir Identität zurück und einen attraktiven Quartiertreffpunkt für alle.

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Dieser Blog soll den Politikerinnen und Politikern aus den Kantonen Zug und Luzern Gelegenheit geben, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Es wird wöchentlich Bezug genommen zur aktuellen politischen Landschaft Zentralschweiz. Die Meinung von Bloggern und Gastautoren muss nicht mit jener der Redaktion übereinstimmen.
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