Waldweihnachten – richtig schön Feiern im Wald
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Beim Feiern im Wald müssen ein paar Dinge beachtet werden. (Bild: unsplash)

An diese Regeln solltest du dich halten Waldweihnachten – richtig schön Feiern im Wald

3 min Lesezeit 1 Kommentar 09.12.2020, 11:01 Uhr

Dieses Jahr gibt es eine spezielle Weihnacht – in jeder Hinsicht. Freunde von mir, die sich oft im Wald aufhalten, haben erzählt, dass es dieses Jahr massiv mehr Erholungsuchende im Wald habe. Ob es nun auch einen Ansturm von Leuten gibt, die Weihnachten draussen feiern, wird sich noch herausstellen. Der Wald als Tummelplatz zum Feiern – geht das gut?

Ich betrachte den Wald weniger als hübsche Kulisse für Menschen, sondern eher mit der Ökologinnenbrille: als sensiblen Lebensraum von empfindlichen Pflanzen und Tieren. Mit genügend Rücksicht steht aber einer stimmungsvollen Waldweihnacht nichts im Wege. Hier hilft ein Perspektivenwechsel.

Weihnachten zu Gast bei den Wildtieren im Wald

Ein Vogel oder ein Reh im Winter ist, wie alle wilden Tiere derzeit, mit Überleben beschäftigt. Futter suchen, die Nahrungsreserven gut einteilen, Kräfte schonen. Aus der Optik eines Rehs ist eine Gruppe Feiernder in erster Linie etwas Ungewöhnliches und erschreckend. Es wird sich also rasch verstecken. Dazu muss es seine Reserven mobilisieren. Rehe sind nicht dumm, sie kennen die Plätze genau, wo sich oft Menschen aufhalten und gewöhnen sich daran.

In der Nacht ist das anders. Dann sind die Wälder normalerweise ruhig und dunkel. Dann streifen sie auch viel weiter umher und suchen Futter. Wenn wir nun also unsere Weihnachtsfeier an einem Ort abhalten, an dem sich auch am Tag öfters Menschen aufhalten, ist die Störung für die Wildtiere klein. Dies sind die öffentlichen Picknickplätze und die Waldstrassen.

Selbstverständlich wird man Lärm möglichst gering halten und sämtliche Hinterlassenschaften wieder mitnehmen. Hunde in der Nacht bitte besonders gut unter Kontrolle halten – sie wittern jedes Wildtier. 

Eine Tanne schmücken – darf man das überhaupt?

Natürlich möchte man zu Weihnachten auch etwas «Blingbling». Schmuck und Kerzen gehören einfach dazu. Auch hier hilft es, kurz die Perspektive zu wechseln. Die Bäume dienen den wilden Tieren als Futter und sie gehören auch jemandem – in Luzern sind das meistens private Besitzer. Wenn nun Tannen mit Lametta glitzernd oder mit Kerzenwachs bekleckert hinterlassen werden, ist das nicht zulässig.

Rehe möchten sich nicht den Magen verderben und die Besitzerschaft möchte die Bäume unbeeinträchtigt vorfinden. Erzürnte Jägerschaft und verärgertes Forstpersonal sind bestimmt nicht besonders förderlich für weihnächtliche Stimmung. Also Schmuck nach der Feier wieder komplett abräumen und Kerzen zum Beispiel in Gläsern auf den Boden stellen.

Natürlich werden auch keine Nägel in Bäume eingeschlagen, Äste abgesägt oder die Rinde beschädigt. Feuer bringt Stimmung – und ist natürlich erlaubt, aber gehe damit vorsichtig um und benutze die öffentlichen Feuerstellen.

Was muss ich sonst noch wissen im Luzerner Wald?

Der Wald ist für alle öffentlich zugänglich, hier kann man sich aufhalten und die Ruhe geniessen. Der Grundsatz heisst «im ortsüblichen Umfang». Was das genau bedeutet, ist Ansichtssache, aber falls man abseits der Wege und nachts etwas plant, ist es besser nachzufragen. Bei Unsicherheiten wendet man sich direkt ans Lawa (Dienststelle Landwirtschaft und Wald).

Klar ist auch, dass besonders empfindliche oder geschützte Lebensräume tabu sind. Welche das sind, zeigt eine interaktive Karte der Waldfunktionen. Die Anreise kann ein Teil des Erlebnisses sein, am besten mit dem Cargobike oder zu Fuss – Motorfahrzeuge haben im Wald nichts verloren.

Ich wünsche allen ein rundum gelungenes Weihnachtsfest – ob zuhause in der guten Stube oder im kleinen Kreis draussen im Wald. Es wird auf jeden Fall etwas Besonderes und Unvergessliches bleiben. Ob ich zum Feiern an Weihnachten in den Wald gehen werde? Naja, vielleicht machen wir einfach ein schönes Feuer im Garten, dann ist man im Nullkommanichts wieder in der warmen Stube, sobald man an die Füsse friert …

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1 Kommentare
  1. Hannes Estermann, 15.12.2020, 19:45 Uhr

    Vor mehr als siebzig Jahren,waren wir als Schulkinder stets bei der Chüsenrainer Jägerweihnacht. Einzig eine Tanne war mit einigen Wachskerzen verziert.Die Jagdhornbläser erhöhten mit ihren wunder schönen Klängen die Stimmung,während dem wir Kinder den Jagdertrag bestaunten.
    Alle Anwesenden,egal welcher sozialer Stufe waren zum herrlichen Wurstkessel und heissen Tee geladen. Zum Schluss gab es selbst gemachte Lebkuchen und Birnenweggen.
    Wenn die Leute satt waren und die von allen Anwesenden bekannten Weihnachtslieder gesungen waren, stapfte man glücklich und müde ,meist durch hohen Schnee zurück in seine Wohnstätte.
    Fazit….Monetär war es für viele unserer Eltern eine extrem harte Zeit,man lebte aber von einer unvergessliche Solidarität ! Dies war für uns Kinder….die unvergessliche Weihnacht.

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