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Verändert Corona die  Lebensweise in Luzern nachhaltig?
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Leere Strassen. Wer gewinnt sie zurück? Autos oder Velos? (Bild: Thomas Scherer)

Volle Fahrt auf dem Velo Verändert Corona die Lebensweise in Luzern nachhaltig?

3 min Lesezeit 01.04.2020, 10:53 Uhr

Zwei Autos zur Rechten, hinten der Bus und bei Grün sollte man noch die Spur wechseln. In Zeiten, da das Virus den Alltag dominiert, haben es Velofahrer auch in Luzern leichter. Und auch sonst bringt das Virus nicht nur Nachteile. «Doch was wird bleiben, wenn wieder Normalität einkehrt?», fragt sich Thomas Scherer.

Es war ein Samstag wie oft. Am Morgen war ich einkaufen, am Nachmittag schaute ich bei den Schwiegereltern vorbei. Aber so wie früher war es nicht.

Kein Gemüsemarkt, die Menschenschlange nicht im, sondern vor dem Käseladen, auf der Zürichstrasse kaum Autos. Und für den Schwatz mit den Grosseltern mussten die Kinder zum Balkon hinaufschreien.

Bessere Luft dank Corona-Virus

Das Corona-Virus hat unser aller Leben komplett auf den Kopf gestellt. Gesundheit und Jobs sind bedroht, soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert. Positive Effekte gibt es glücklicherweise auch: Homeoffice ist endlich möglich, ja sogar erwünscht.

Die Menschen zeigen sich solidarisch, wie man es nicht für möglich gehalten hätte. Die Schadstoffbelastung über China und Norditalien erreicht Tiefstwerte. Für Luzerner Velofahrer hat die Seebrücke jeglichen Schrecken verloren.

Was, wenn das Virus vorüber ist?

Irgendwann wird der Lockdown beendet sein. Was bleibt dann? Fliegen alle wieder wie verrückt? Fahren wie früher alle jeden Tag und stets zeitgleich zur Arbeit?

Gilt das Auto von nun an als besonders gesundheitsfördernd, der öV hingegen als lebensgefährlich? Oder realisieren wir, dass auch die Klimakrise Solidarität verlangt? Lassen Arbeitgeber flexiblere Arbeitszeiten zu, wie sie für viele im Homeoffice möglich sind, sodass Strassen und Züge entlastet werden? Kann sich das Velo als gesundes Verkehrsmittel halten?

Velofahren auf leeren Strassen – aus traurigem Anlass. (Bild: Thomas Scherer)

Das Velo als Krisengewinner

Bis anhin meinte ich, als Velofahrer würde ich hauptsächlich etwas für meinen Kreislauf machen, für den Gleichgewichtssinn, die Kraft in Rumpf und Beinen. Neu schütze ich mich sogar vor Viren – und meine Mitmenschen grad auch.

Velofahren ist gesund, gesünder, am gesündesten. Zudem machen Velos keinen Lärm, Lärm aber macht krank. Meine leise Fortbewegungsweise erachtete ich bisher nicht als Ausdruck gesellschaftlicher Solidarität. Neuerdings schon.

Es braucht mehr Radwege

Und schlussendlich belaste ich als Velofahrer die öffentliche Kasse minimal. Die Velowege kosten Kanton und Gemeinden extrem wenig: Erstens weil deren Bau vergleichsweise günstig ist, zweitens weil sie so selten gebaut werden (zur Erinnerung: Die Umsetzung des kantonalen Radroutenkonzepts hinkt je länger desto mehr dem Zeitplan hinterher. Es sind gerade mal zwei Drittel davon umgesetzt).

Blick in die Zukunft

So stelle ich mir die Zeit nach dem Lockdown vor: Die Luzerner führen ihr solidarisches Leben weiter und sorgen auch nach Corona für die eigene und die Gesundheit ihrer Nächsten. Sie werden sich entsprechend klimafreundlich bewegen. Es wird nicht mehr sein wie früher. Nicht nur samstags.

Der demotorisierte Löwenplatz lässt neue Ideen zu. (Bild: Thomas Scherer)

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