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Velofahren in der Stadt Luzern – nur für Mutige?
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Freigleis – Prunkstück der Stadt. (Bild: zvg)

Wachsendes Bedürfnis mit teils gefährlichen Strecken Velofahren in der Stadt Luzern – nur für Mutige?

2 min Lesezeit 3 Kommentare 09.04.2020, 10:55 Uhr

Im Stadtzentrum als Velofahrerin unterwegs sein – das getraue ich mich nicht. Ich finde es geradezu todesmutig. Anlass genug, die Situation des Veloverkehrs in Luzern unter die Lupe zu nehmen.

Wenn ich mir die Erlebnisse meiner Arbeitskolleginnen und Bekannten anhöre, werde ich in meiner Überzeugung bestärkt. Im Kreisel wird der Vortritt verweigert oder auf dem Radstreifen wird man zwischen zwei Spuren bedrängt und das sind noch die harmloseren Geschichten.

Der Fahrradverkehr in der Stadt Luzern nimmt dennoch stark zu (zentralplus berichtete). Das ist erfreulich und zeigt das wachsende Bedürfnis der Bevölkerung, Distanzen in der Stadt mit dem Velo zurückzulegen.

Radwegnetz in der Stadt

Auf der Online-Velokarte von luzernmobil finden sich Informationen über ideale, sichere Velorouten und solche, die man meiden sollte. Prunkstück ist das Freigleis, das seit Ende 2016 als Fuss- und Veloweg Luzern und Kriens/Horw verbindet und rege genutzt wird.

Auch für Hilfe bei Velopannen ist gesorgt: In der ganzen Stadt verteilt gibt es Velopump- und Servicestationen, die für alle zugänglich sind. Verbesserungspotenzial gibt es aber allemal.

Die Zukunftspläne der Stadt für den Veloverkehr

Auf dem Stadtportal wird versprochen, dass die Stadt für Velofahrende noch attraktiver werden soll. Laut der Mobilitätsstrategie der Stadt Luzern, die im April 2018 vom Grossen Stadtrat genehmigt wurde, soll der Veloverkehr weiter systematisch gefördert, Lücken im Velonetz geschlossen und die Sicherheit erhöht werden.

Um diese Versprechen einzulösen, stehen bereits mehr Veloabstellplätze zur Verfügung und weitere sind geplant. Zudem sieht das Tiefbauamt der Stadt vor, eine sichere Querung für den Veloverkehr beim Pilatusplatz zu schaffen, und arbeitet an einer neuen Verbindung von der Neustadtstrasse zur Zentralstrasse.

An verschiedenen Hauptverkehrsachsen sind zusätzliche Velostreifen und Velowege vorgesehen. Es werden aber noch weitere Verbesserungen umgesetzt werden müssen, denn der Druck von der Bevölkerung und von Politikern ist vorhanden.

Verkehrserziehung – je früher desto besser

Ein Radwegnetz kann noch so gut sein; möglichst sicher ist es aber erst, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer auch korrekt verhalten. Die Schulen übernehmen zusammen mit der Polizei diese wichtige Aufgabe der Verkehrserziehung.

Die allgemeine Verkehrserziehung beginnt schon bei den Kleinsten. Der Höhepunkt ist wohl die Fahrradprüfung in der 5./6. Klasse jeweils im Frühling. Diese Prüfung wird schon seit Jahrzehnten durchgeführt und ist nicht mehr wegzudenken.

Mit dem (noch) wachsenden Verkehr ist sie heute nötiger denn je. Und manche Erwachsene könnten auch etwas Nachhilfe gebrauchen.

Kleines Fazit

Die laufenden Verbesserungen, um den städtischen Radverkehr zu fördern, stimmen zuversichtlich. Mit dem Velo durch die Stadt zu fahren braucht zusehends weniger Mut.

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3 Kommentare
  1. Graf Z, 10.04.2020, 09:46 Uhr

    Ich geniesse die ruhigen Strassen diese Tage. Es lässt sich nur erahnen, wie es wäre, wenn man mit dem Velo so gelassen durch die Stadt fahren kann. Die Zukunft hat mehr Platz für Fahrräder als für Autos. Zeit dass die Politik dies realisiert und aktiv wird.

  2. M.Bilic, 10.04.2020, 08:11 Uhr

    Für Velofahrer ist die Stadt Luzern offensichtlich eine Todesfalle. Ich kann die schweren Unfälle die ich per Zufall als Passant miterlebt oder nach dem unmittelbaren Geschehen angetroffen habe kaum noch an Zehen und Fingern abzählen. Von Schlossberg bis Bundesplatz sitzt man als Radfahrer im Fleischwolf. Zudem ist zu Stosszeiten die Luftqualität inzwischen so mies, dass ich während meines Aufenthalts in Chinesischen Grossstädten keinen dermassen abartigen Gestank erlebt habe. Die Tribschenstrasse stinkt Abends jeweils 100 Meter weit in alle Richtungen nach Abgas. Es wären schon seit Jahren drastische Massnahmen nötig die nahezu lächerlich horrende Verkehrssituation in Luzern zu revidieren. Durch Volksabstimmung definierte Autofreie Zonen werden von Rechts aussen weinerlich angefochten (der Volkswille zählt eben nur dann über alles wenn es dem eigenen Opportunismus zugute kommt). Sogar im Autoland Italien ist es in vielen Städten möglich für die Durchfahrt durch den Stadtkern automatisierte Gebühren zu erheben, die Schweizer sind sich dafür aber mal wieder zu Gut. Wir automatisieren dafür unser Selbstbewusstsein. Im Land der besten Armee und des besten Sturmgewehrs hat man eben auch den besten Verkehr – ganz automatisch auch ohne das man dafür was investiert oder opfert. Dank patriotischen Schweizer Scheuklappen des Übermuts sind wir immer die besten. Ob da mal wieder paar Velofahrer zu Brei verarbeitet werden oder die Stadt stinkt als würde man unfreiwillig Leim schnüffeln, hält uns vom die Allertollsten sein nicht ab. 🇨🇭

  3. Roland Grüter, 09.04.2020, 17:24 Uhr

    Diese reisserischen Aeusserungen sind absurd. Uebringens: ich fahre auch Velo!

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