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Wenn es in der Luzerner Politik um die Umwelt geht
Umweltthemen im Stadtparlament: Katzen und Grillieren

  • Lesezeit: 4 min
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Katzen müssen in der Schweiz nicht registriert werden.
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Im Stadtparlament diskutiert man über Katzen. (Bild: Unsplash/Julian Guttzeit)

Welche Umweltanliegen haben die Mitglieder des Grossen Stadtrates? Dieser Frage wollte ich nachgehen und nahm die 15 parlamentarischen Vorstösse des zu Ende gehenden Jahres unter die Lupe. Dabei ging es nicht zuletzt um Katzen und Grillieren.

Es waren insgesamt rund 100 parlamentarische Vorstösse, die 2021 dem Stadtrat eingereicht wurden. 15 davon befassten sich prioritär mit Umweltproblemen. Ich habe ein paar Anliegen herausgepflückt.

Mehr attraktive Freiräume für die Bevölkerung

Insbesondere der erste Corona-Sommer hat den Nutzungsdruck auf öffentliche Räume erhöht. In einem dringlichen Postulat im April 2021 wird gefordert, mehr geeignete Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien zu schaffen. In diesem Vorstoss wird auch auf die negativen Begleiterscheinungen wie vermehrter Konsumationsmüll durch die Teilschliessung von Gastronomiebetrieben und die Verrichtung der Notdurft im öffentlichen Raum hingewiesen. Was unternimmt die Stadt, um diesen Problemen zu begegnen?

Der Stadtrat zeigt grosses Verständnis für diese Anliegen. Da Carparkplätze durch den, Corona-bedingt darbenden Tourismus kaum genutzt werden, bietet die Stadt Hand dazu, solche Plätze temporär als Aufenthaltsorte zu nutzen. Mit dem Projekt Pop-up-Parks wurde unabhängig von der Pandemie 2020 bereits etwas in diese Richtung unternommen.

Das Abfallproblem hat man ebenfalls erkannt sowie das Problem fehlender Toiletten. Massnahmen werden versprochen.

Im ersten Coronasommer entstanden viele kleine Aufenthaltsräume im Freien
Im ersten Corona-Sommer entstanden viele kleine Aufenthaltsräume im Freien.

Grillieren im Freien – zunehmende Beliebtheit

Offensichtlich ein Dauerthema sind Grillplätze und Feuerstellen. Gefordert werden unter anderem neue, offizielle Feuerstellen im Wald, um «wilde» Feuerstellen zu vermeiden (zentralplus berichtete).

Die Stadt sieht keinen Bedarf an weiteren offiziellen Feuerstellen. Die vorhandene Dichte wird grundsätzlich als ausreichend erachtet. Sie weist aber auch darauf hin, dass das Stadtforstamt festgestellt hat, dass sich in den letzten Jahren die Anzahl von «wilden» Feuerstellen etwa verdreifacht hat. Der Nutzungsdruck besteht also nicht allein wegen der Pandemie, hat sich aber akzentuiert.

Elektrogrills: Ja oder Nein

Ein weiteres Postulat zum Thema Grillieren fordert die Installation von Elektrogrills an geeigneten Plätzen, um die Benutzung von Einweggrills zu reduzieren, die unnötigen Abfall verursachen und die Wiesen durch Brandlöcher ruinieren. Vorgeschlagen wird ein Pilotversuch auf der Ufschötti.

Bereits 2019 hat die Stadt einen Pilotversuch auf der Ufschötti durchgeführt. Durch die daraus gewonnenen Erkenntnisse und die beigezogenen Städtevergleiche kommt der Stadtrat zum Schluss, dass die Installation von Elektrogrills nicht zielführend ist. Da Grillieren im öffentlichen Raum schon länger ein Thema sei, hat die Stadt bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um Rauch- und Geruchsbelästigungen, Häufung von Abfall und Schäden auf den Grünflächen zu minimieren.

Die Verwendung von Einweggrills sei rückläufig. Mit Elektrogrills schaffe man ein zusätzliches Angebot, das den Nutzungsdruck erhöhe, insbesondere in der Ufschötti. Der Stadtrat hat das Postulat mit diesen Begründungen schliesslich abgelehnt.

Die sechs Grillstellen im Zimmereggwald sollen der Meinung von einigen Mitgliedern im Grossen Stadtrat Luzerns nach aufgepimpt werden.

Stubentiger unter Generalverdacht

Eine Interpellation befasste sich mit dem Thema Katzen. Die Interpellanten wollten unter anderem wissen, welche negativen Auswirkungen Hauskatzen mit Freilauf auf die Fauna beziehungsweise die Biodiversität haben, insbesondere in der Stadt Luzern.

Genaue Zahlen sind für die Stadt Luzern nicht verfügbar. Der Stadtrat aber bestätigt, dass der Einfluss von Katzen auf städtische Wildtierpopulationen nicht zu unterschätzen sei. Darunter befinden sich auch geschützte und gefährdete Arten. Für das Stadtgebiet von Luzern kann nicht ausgeschlossen werden, dass Hauskatzen zum Rückgang oder zum Verschwinden von gewissen Arten beigetragen haben. Andere Faktoren spielen jedoch auch eine Rolle, wie Verlust und abnehmende Qualität von Lebensräumen.

Als ob sie kein Wässerchen trüben könnte
Als ob sie kein Wässerchen trüben könnte …

Förderung von E-Bikes

Ein Postulat widmete sich E-Bike-Ladestationen. Es wird darauf hingewiesen, dass Elektrovelos ein Potenzial bergen, den motorisierten Individualverkehr der Stadt zu entlasten. Doch gäbe es zu wenige Möglichkeiten, die Akkus zu laden.

Die Stadt anerkennt Bedarf im Velotourismus und für E-Bike-Nutzerinnen aus der Agglomeration, die in der Stadt arbeiten. So sieht der Stadtrat, insbesondere bei Hotels, Restaurants und touristischen Attraktionen Nachholbedarf. Weiter seien Firmen in der Pflicht, den Angestellten Lademöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, um Anreize für eine nachhaltige Anreise zu schaffen. Das Postulat wird entgegengenommen.

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3 Kommentare
  1. Hegard, 27.12.2021, 13:01 Uhr

    Ich habe genug von dem Katzengejamer,Die Katzen werden aus rein Egoismus gehalten und vernachlässigt.Zudem sollten alle Haustiere ohne Ausnahmen gechipt werden und bei Kauf ein lebenslängliche
    Verantwortung übernommen werden und Internet verkäufe verboten werden.Leider sind laut Gesetz Tiere immer noch ware.Und ich möchte die Katzenbesitzer sehen,ob das immer noch ein Jö Effekt ist,wenn von Hauskatzen Vögel,Eidechsen und Sommervögel gekillt werden.Wo sind hier die Frauen die mit Sexueller Nötigung die Leute auf Tierleid aufmerksam machen.Mir würde genügen,mit Videos die Jagt der Vögel Raubkatzen zu beweisen,aber das würden ja die Jö Katzen Liebhaber dementieren,meine Katze macht das nicht.
    Der Jö Tiger wird instinktiv immer eine Raubkatze bleiben, drotz Fütterung. Vielleicht sollte man eine Steuer erheben,um nachhaltig das Natürlichen Tierwohl zu unterhalten,zu dem versch….. Sie auch alles wie die Hunde.oder läuft ihr der Katze hinterher und entfernt die Fekalien. Katzen WC sind nur bei den Stubentiger zu entdecken.Katzensteuer würde warscheindlich die überzahl dezimieren

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    1. Korrektur, 27.12.2021, 13:05 Uhr

      Seit dem 1. April 2003 sind Tiere in der Schweiz rechtlich keine Sachen mehr. Durch die Einführung des neuen Art. 641a Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) wurden sie von ihrem bisherigen Objektstatus gelöst, womit ihrer Eigenart als empfindungs- und leidensfähige Lebewesen Rechnung getragen wird.

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  2. Hegard, 27.12.2021, 12:23 Uhr

    Ich glaube kaum,das die Leute an einem Grill anstehen werden und wer reinigt Sie.
    Ich finde Buffete eine bessere lösung,die vertraglich auch für Ordnung schauen.

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