Stadtplätze – Quell des Lebens in der Stadt
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Philipp-Anton-von-Segesser-Platz - nicht nur wegen des sperrigen Namens erwähnenswert. (Bild: cim)

Luzern und seine Plätze Stadtplätze – Quell des Lebens in der Stadt

3 min Lesezeit 3 Kommentare 05.05.2021, 11:00 Uhr

Plätze in der Stadt sind wichtig für das öffentliche Leben. Traditionell ist die Bedeutung als Marktplatz, Versammlungsplatz oder zur Repräsentation. Neu dazu kommt der hohe Stellenwert in der Luzerner Klimastrategie. Denn durch die zunehmende Intensität der Sonneneinstrahlung werden Plätze buchstäblich zu Hotspots.

Beim Stichwort Stadtplatz kommt mir im ersten Moment ein öffentlicher Raum in den Sinn, mit Kopfsteinpflaster, Bäumen, Bänken und ohne Autos. Dass dem oft nicht (mehr) so ist, wird mir dann beim genaueren Überlegen dann schon klar.

Stadtplätze mit Vergangenheit

Aus Sicht der klassischen Stadtbaukunst ist der Platz eines der wichtigsten Raumelemente in einer Stadt. In Luzern gibt es etliche historische Stadtplätze. Der Schwanenplatz zum Beispiel. Hier fand der Güterumschlag der Nauen statt und bis 1872 diente er als Landeplatz der Dampfschiffe. Auf dem Bahnhofplatz wurde der Vieh- und Pferdemarkt abgehalten und auf dem Weinmarkt gab es eine Markthalle für Fleisch, Brot und Leder. Beim Sternenplatz existierte bis zum Anbau einer Trinkhalle Ende des 19. Jahrhunderts gar ein baumbestandener Vorplatz.

Heute sind kaum mehr Anzeichen des historischen Treibens zu sehen. Einzig die kunstvollen Brunnen auf vielen Plätzen zeugen noch von dieser Zeit.

Der Sternenplatz war mal grösser und bot auch Platz für Bäume.

Plätze in der heutigen Zeit

Aktuell präsentieren sich etliche Plätze nicht mehr so romantisch. Zu denken ist beispielsweise an den Bundesplatz, den Pilatusplatz oder den Kasernenplatz. Der Verkehr dominiert im grossen Masse. Sie waren allerdings schon im 19. Jahrhundert Verkehrsknotenpunkte. Doch damals ging es viel gemächlicher zu und her. Stadtplätze sind auch zu Parkfeldern geworden, wie der Schwanenplatz zum heute umstrittenen Carparkplatz (zentralplus berichtete) oder Teilbereiche des Franziskanerplatzes.

Lauschige Plätze gibt es aber auch heute noch wie der Josi-J.-Meier-Platz. Es ist der Vorplatz des Hauses, in dem die Politikerin Josi Meier lebte. Ihr zu Ehren trägt diese Stelle seit 2016 ihren Namen.

Grosser Einfluss auf städtisches Lokalklima

Eine Bedeutung ist nun in neuerer Zeit dazu gekommen. Durch die zunehmende Intensität der Sonneneinstrahlung werden Plätze buchstäblich zu Hotspots. Dunkle Beläge und geringe oder fehlende Bepflanzung verstärken diesen Effekt. Sanierungen sind wohl unausweichlich, wobei Plätze mit hohem Verkehrsaufkommen nur beschränktes Potenzial bieten. Bei den Luzerner Behörden sind allerdings Bestrebungen im Gange, den innerstädtischen Verkehr zu reduzieren (zentralplus berichtete). Das würde mehr Spielraum für Verbesserungen bieten. Einfacher geht es bei Plätzen, die heute schon mehr oder weniger verkehrsfrei sind.

Ideen sind vorhanden

Das Stadtraumkonzept Innenstadt Luzern von 2018 schlägt Massnahmen für die Aufwertung der Innenstadt vor (zentralplus berichtete). Die Plätze sind ein wichtiger Teil dieses Konzepts. Platzsparende Optimierung der Strassenführung, hochwertige Beläge, wo möglich Entsiegelung von Flächen, Bepflanzungen und Aufwertung als Begegnungsorte mit Sitzgelegenheiten werden als Potenziale genannt. Die Ideen sind zweifelsohne vielversprechend und wünschenswert. Bis es jedoch zur Umsetzung kommen kann, wird es wohl noch viele Abklärungen und politische Auseinandersetzungen brauchen und daher noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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3 Kommentare
  1. Bürkli, 06.05.2021, 09:14 Uhr

    Warum ist Frau Imobersteg «nur» Bloggerin? Ihre Berichte sind konstant von hoher Qualität. Ich hoffe, sie wird entsprechend bezahlt.

    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 06.05.2021, 09:34 Uhr

      zentralplus hat eine Reihe sehr kompetenter und spannender Bloggerinnen und Blogger. Für uns gibt es keine wertende Unterscheidung, jedoch unterschiedliche Rollen. Die Redaktion berichtet aktueller, sachlich und ausgewogen, während ein Blogger subjektiver und persönlicher schreiben darf.

    2. Bürkli, 08.05.2021, 09:49 Uhr

      Naja, das ist das, was ich meine. Frau Imobersteg schreibt nicht über ihre Meinung, sondern liefert gut recherchierte Berichte. Dafür könnten Sie sie auch als Journalistin anstellen.

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