So werden nüchterne Pausenplätze zum vielfältigen Freiraum
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Begrünte Schulhausareale werten städtische Areale auf. (Bild: zvg)

Luzern hat bei Schulhausplätzen Aufholbedarf So werden nüchterne Pausenplätze zum vielfältigen Freiraum

3 min Lesezeit 2 Kommentare 15.07.2020, 12:15 Uhr

Um die Zersiedelung zu bremsen, muss nach innen verdichtet werden. Dadurch werden Freiflächen in der Stadt immer rarer. So gewinnen neben Parks auch Schulareale an Bedeutung. Die Bestandsaufnahme in Luzern fällt nüchtern aus.

Alle kennen sie – die Pausenplätze. Wohl jede und jeder kann dazu Geschichten aus der Schulzeit erzählen. Da wurden Freundschaften geschlossen, wurde herumgetobt, gespielt und gestritten. Die Gestaltung hat sich je nach pädagogischen Einsichten über die Jahre gewandelt.

Körperliche Ertüchtigung der Schuljugend, das grüne Klassenzimmer, hochwertige Spielgeräte. Die Aussenanlagen von Schulen sind vielfältig und werden für die Quartiere immer wichtiger.

Schulanlagen werden nicht nur während der Schulzeit genutzt, sondern auch an Wochenenden und am Abend – hier das Schulhaus Maihof. (Bild: zvg)

Zentrale Lage bietet Potenzial

Die Schulareale sind meist mitten in den Quartieren, damit kurze Schulwege möglich sind. Somit sind sie wie dafür geschaffen, auch als Platz für die Quartierbewohner ausserhalb der Schulzeiten zu dienen. Dass dies ein Bedürfnis ist, zeigt ein kürzlich eingereichtes Postulat, das die Anerkennung der Schulareale als wichtigen Teil des öffentlichen Raums fordert (zentralplus berichtete).

Mehr als nur Begegnungsort

Ein Schulareal ist aber nicht nur für Schulkinder in den Pausen und die Quartierbevölkerung als Treffpunkt von Bedeutung. Als Grünraum inmitten der Stadt birgt es ebenfalls grosses Potenzial. Pausenhöfe sind Flächen, die einer allfälligen Innenverdichtung kaum zum Opfer fallen. Diesem Aspekt wurde – so scheint es – bis jetzt eher wenig Beachtung geschenkt.

Der Bau einer Schulanlage ist an Normen gebunden. Wie auch die Innenräume werden die Aussenräume, wie Pausenplatz, Sportplatz und befestigte Plätze, nach Anzahl der Schulklassen berechnet. Der Gestaltung aber sind, abgesehen von den Vorgaben, zur Unfallverhütung wenig Grenzen gesetzt. Möglichst viele Naturflächen wären ein anzustrebendes Ziel. Dabei ist der angemessene Unterhalt nicht zu unterschätzen.

Vielfältige Schulanlagen in Luzern

Ich habe mir die Aussenanlagen von mehreren Schulhäusern in der Stadt angesehen. Eindrücklich sind die prunkvollen, alten Schulhäuser wie Maihof, St. Karli, Säli und Mariahilf. Es ist kaum überraschend, dass die Aussenanlagen solcher Bauten eher nüchtern sind. Bemerkenswert sind aber die mächtigen, zumeist alten Bäume, die solche Areale umgeben.

Auf den meisten Schulhöfen gibt es zu grosse asphaltierte Flächen und Rasen, die höchstens zum Golfen dienen könnten. Naturnahe Bereiche sind wenige auszumachen. Es gibt kleine Ausnahmen, beim Schulhaus Matt etwa gibt es ein Wasserbiotop. Da und dort entdeckte ich Asthaufen für Kleintiere oder Hochbeete. Bei manchen Orten fielen mir Spielbereiche mit hochwertigen Geräten oder kleine Bereiche mit Wildblumen auf.

Die Grünflächen, wie hier das Biotop auf dem Areal des Schulhauses Matt, werten Schulquartiere auf. (Bild: zvg)

Standort des Schulhauses ist entscheidend

Die privilegierte Lage des Schulhauses Unterlöchli zeigt dies exemplarisch. Das Areal befindet sich mitten im Grünen. Der Bau übernimmt die Hanglage und passt sich optimal in das Gelände ein. Die grüne Umgebung konnte problemlos einbezogen werden. Es ist das Gegenstück zu den Schularealen, die vom Stadtverkehr umbrandet sind. Im Zuge des Klimawandels werden aber gerade diese Orte als grüne Oasen immer wichtiger; sei es als Begegnungsort oder als Raum für mehr Natur in der Stadt.

Beim Bau des Schulhauses Unterlöchli im Grünen wurde die Hanglage berücksichtigt. (Bild: zvg)

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2 Kommentare
  1. Boris Macek, 15.07.2020, 13:39 Uhr

    Der Wunsch nach mehr Naturflächen auf Pausenplätzen halte ich für einen erwachsenen Wunsch. Ich glaube nicht, dass meine Kinder einverstanden wären, wenn ihnen Platz zum velöle, skateboarden, kickboarden etc. genommen würde. Auch glaube ich nicht, dass sie begeistert wären, wenn der Tschuttirasen in ein Biotop verwandelt würde.
    Ich denke grundsätzlich sollten die Kinder entscheiden, wie der Pausenplatz auszusehen hat. Und möglichst viel unverbaute Fläche schafft maximalen Raum für vielseitige Nutzung. Erwachsene sollten ihre Wünsche da zurückstecken – Pausenplätze sind nun mal in erster Linie für Kinder und nicht Parks für Erwachsene.

    1. Biodi versität, 16.07.2020, 22:29 Uhr

      Meine Kinder sehen das genau anders.

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