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Neue Wege am Rotsee – jetzt auch für Velos
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Bei Mischnutzungen ist Toleranz und Rücksichtnahme angesagt. (Bild: Pixabay)

Schnell und sicher von Ebikon nach Emmen Neue Wege am Rotsee – jetzt auch für Velos

3 min Lesezeit 3 Kommentare 21.08.2019, 11:01 Uhr

Sonnenbaden, spazieren, schwimmen, Rad fahren oder grillieren. Die Liste, wie man die Freizeit am besten verbringen kann, ist endlos. Dass einem da mal ein Hund vor die Beine läuft, kann passieren. Abgesehen davon, dass man auf die anderen Rücksicht nehmen sollte, gibt es noch weitere Lösungsansätze, wie Blogger Thomas Scherer weiss.

Wie viele andere Jogger und Spaziergänger kenne ich die beschaulichen Wege rund um den Rotsee gut. Das idyllische Naturschutzgebiet liegt mitten im Agglomerationsraum Luzern. Hier lassen sich allerlei Wasservögel beobachten, Fischer schätzen die Artenvielfalt im Wasser.

Den Biber werden nur die allerwenigsten erspähen, seine Frassspuren aber hinterlässt er gut sichtbar. Wem der Fussweg um den ganzen See zu lang wird, kürzt ihn mit der schnuckeligen Fähre ab. Am Rotsee ist die Welt noch in Ordnung.

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Velos neu am Rotsee

Bisweilen wird es auf den Wegen eng. An schönen Wochenenden sind Hunderte Erholungssuchende in unterschiedlichen Tempi unterwegs; hin und wieder begegnet man Reitern hoch zu Ross. Auch Velofahrer verirren sich gelegentlich hierher.

Seit einigen Wochen trifft man häufiger Velos zwischen dem Ausfluss am östlichen Ende und dem Seehof oberhalb der Fähre an. Die Strecke von Ebikon via Rotsee und Rathausen nach Emmen ist für den Velo- und E-Bike-Verkehr freigegeben. Damit ist eine sichere Veloverbindung zwischen den beiden Gemeinden entstanden. Diese Tangentiallinie ist kürzer und schneller als jede andere Verbindung. Für Pendler absolut ideal.

Vorprogrammierte Nutzungskonflikte

Wo sich Fussgänger und Velofahrer gemeinsame Verkehrsflächen teilen, drohen Auseinandersetzungen. Auch am Rotsee sind sie zu befürchten, obschon der Weg recht breit und übersichtlich ist. Etwas Respekt und Verständnis von beiden Seiten vorausgesetzt, könnte die Welt am Rotsee sehr wohl in Ordnung bleiben. Für die Pferde wurde sogar ein neuer Weg neben dem Fussweg am Rotsee und um den Chräjebüelwald angelegt. Konflikte zwischen Zwei- und Vierbeinern werden damit weitgehend vermieden (die Polemik um die Hunde wollen wir hier für einmal ausblenden).

Wo Fahrverbotstafeln abmontiert wurden, braucht es vielleicht Hinweisschilder nach Londoner Vorbild? (Bild: Thomas Scherer)

Miteinander versus Nebeneinander

Stellt sich bloss noch die Frage, ob es nicht angezeigt gewesen wäre, für Velos ebenfalls eine eigene Fahrspur anzulegen. Der Bahnlinie entlang beispielsweise. Der jetzige Weg ist nämlich ein ständiges Auf und Ab, weshalb man seltener herkömmliche Velos, dafür aber viele Elektrovelos sieht. Für wenig Trainierte ist die Strecke schon sehr anspruchsvoll.

Die Frage, ob es für jedes Verkehrsmittel (Füsse, Velo, E-Bike, Auto usw.) ein eigenes, sauber abgegrenztes Tummelfeld braucht, erhitzt die Gemüter vor allem in den dichten Zentren schon lange. Ob es strikt getrennte Trassen in einem Naturschutzgebiet ebenfalls braucht? Persönlich bin ich der Ansicht, dass das zuvorkommende Nebeneinander funktionieren kann. Mit etwas Anstand und gutem Willen.

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3 Kommentare
  1. Felix von Wartburg, 22.08.2019, 02:49 Uhr

    Dass sich Fussgänger und Radfahrer – ich bin beides – als «Feinde» begegnen kann ich einfach nicht verstehen. Vermutlich geht es dabei um die in der Schweiz sehr tief verwurzelte Rechthaberei und um das uns anerzogene «Polizistli spielen». Ich fahre oder gehe jeden Tag mehrmals über die Reussbrücke (Spenglerbrücke) wo ein völlig selbstverständliches Mit- und Gegeneinander von Fussgängern, Radfahrern, Kinderwagen, Rollstühlen und sogar Autos möglich ist. Ich habe dort noch nie erlebt, dass sich jemand behindert gefühlt hat. Und ich frage mich jeden Tag, warum das hier möglich und toleriert ist und andernorts nicht? Dieser Teil der Kramgasse könnte sich ebensogut in Amsterdam oder Kopenhagen befinden.
    Ich glaube, ich kenne des Rätsels Lösung: Je weniger verboten und je mehr erlaubt ist, desto unbeschwerter fühlt sich der Mensch; und unbeschwerte Menschen verhalten sich automatisch loyaler, toleranter, zufriedener, gelöster, entspannter und entgegenkommender. Es sollte einfach mehr erlaubt und weniger verboten sein. Im Grunde weiss jeder Mensch von sich aus, was sich gehört und was nicht. Und wer es nicht weiss, dem kann man es beibringen. Vor fünfzig Jahren war vieles erlaubt was heute verboten ist und umgekehrt.

  2. Roland Grüter, 21.08.2019, 14:53 Uhr

    Mischverkehr in engem Bereich ist an absolutes No-go! Idiotisch und unüberlegt.

  3. Joseph de Mol, 21.08.2019, 11:35 Uhr

    Polemik um die Hunde?! Ich habe mich wohl verhört. Es geht m.E. viel mehr um die Analyse von Fakten. Tatsächlichen und nachprüfbaren Ereignissen. Ich sehe mit meinen eigenen Augen und seit Monaten, wie schlecht das Zusammenleben mit Vierbeinern und deren Haltern funktioniert. Das beste Beispiel ist die Allmend: In Eigenregie und ohne jedwelche Rücksichtnahme auf andere Nutzer dieses öffentlichen Terrains, wurde die Hundefreilaufzone direkt ausgeweitet – und zwar vom Eichwäldli bis Fliegerschuppen. Angeleinte Vierbeiner gibt es in der Zone so gut wie keine. Kontrolliert wird selbstverständlich auch nie. Toleranz wird einseitig gegenüber den Hunden von den Nicht-Hündelern einverlangt.