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Mittel gegen das Tropenfeeling in der Zentralschweiz
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An heissen Sommertagen kann man sich im Park abkühlen. (Bild: Christian Frank)

Tipps und Tricks für eine kühle Brise während den Hitzetagen Mittel gegen das Tropenfeeling in der Zentralschweiz

4 min Lesezeit 27.06.2019, 18:23 Uhr

Die erste Hitzewelle erreicht die Zentralschweiz. Nicht für alle, mich miteingeschlossen, sind diese tropischen Temperaturen eine angenehme Begleiterscheinung des Sommers. Leider müssen wir uns aufgrund des Klimawandels in den nächsten Jahren an solche Hitzeperioden gewöhnen. Städter trifft es besonders hart.

Studien zeigen, dass es innerhalb dichter, innerstädtischer Bebauungsstrukturen bis zu dreimal öfter «Tropennächte» mit nächtlichen Temperaturen über 20 °C gibt.

Hohe Sommertemperaturen in der Stadt

Ich finde es bemerkenswert, dass die Minimaltemperaturen mitten in der Stadt während der Nacht um bis zu 10 °C über der Temperatur am Stadtrand liegen können. Das ist möglich, weil die Wärmestrahlung tagsüber in Asphalt sowie Beton gespeichert und nachts wieder abgegeben wird. Egal, ob im städtischen oder im ländlichen Raum, momentan ist es einfach heiss.

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Es überrascht also kaum, dass Medien während diesen Tagen die Bevölkerung dazu aufrufen, genügend Wasser zu trinken. Neben genügend Flüssigkeitszufuhr bewähren sich weitere Strategien, um sich an die gegenwärtige Hitze anzupassen. Auch ohne Klimaanlage kann man Gebäude angenehm kühl halten. Bei mir zu Hause, aber auch im Büro haben sich in den letzten Jahren folgende Taktiken sehr gut bewährt.

Zu Hause

Sind die Räume und Wände einmal aufgeheizt, ist es sehr schwierig, die Raumtemperatur wieder zu senken. Deshalb ist es wichtig, die Temperatur in der Wohnung schon zu Beginn einer Hitzeperiode kühl zu halten. Folgende Massnahmen setzen wir jeweils zu Hause um:

Richtig lüften: Wir öffnen die Fenster nur von spätabends bis frühmorgens, so dass kühle Nachtluft durch die Räume zirkulieren und die Wände auskühlen kann. Eine Querlüftung mit weit geöffneten Fenstern sorgt dabei für den besten Luftaustausch. Am Morgen die Fenster unbedingt rechtzeitig wieder schliessen.

Tagsüber Storen und Fensterläden schliessen: Ein wichtiger Faktor ist die Beschattung der Fenster von aussen. Trifft die Sonne direkt auf ein Fenster, so wärmt sich die Luft im Raum wie in einem Treibhaus auf. Wir stellen die Storen immer leicht schräg, damit das Sonnenlicht nicht auf das Fenster trifft, aber dennoch Licht in die Wohnung eindringen kann. Wer keinen äusseren Sonnenschutz hat, kann mit Stofftüchern vor dem Fenster Abhilfe schaffen. Innenliegende Vorhänge oder Storen sind wirkungslos, der Treibhauseffekt aufgrund der aufgewärmten Fensterscheiben bleibt bestehen.

Unnötige Wärmequellen vermeiden: Zahlreiche Elektrogeräte wie Computer, Lampen, Tumbler, Föhn, Geschirrspülmaschinen und Fernseher verursachen Abwärme. Wir verzichten nach Möglichkeit während den warmen Tagen auf wärmeintensive Tätigkeiten wie Kochen, Bügeln, Backen. Diese Woche hat meine Frau wieder damit begonnen, ihre Blusen abends draussen auf dem Balkon bei einer kühlen Brise zu bügeln.  

Feuchte Tücher aufhängen: Bei trockener Wärme hilft es manchmal, auch feuchte Tücher oder nasse Wäsche in der Wohnung aufzuhängen. Bei der Trocknung wird der Luft Wärme entzogen und es entsteht Verdunstungskälte. Ist die Luft jedoch schwülwarm, sollte auf diesen Trick verzichtet werden. 

Im Büro

Auch im Büro macht es Sinn, dieselben Strategien wie zu Hause zu beachten. Idealerweise wird über Nacht oder sonst zumindest frühmorgens zwischen 5 und 9 Uhr quergelüftet. Vielleicht findet sich ja ein Mitarbeiter, der gerne früh zur Arbeit kommt und dafür früher Schluss macht, um sich im See abzukühlen. Da ich am Luzerner Löwenplatz arbeite, geniesse ich meine Pausen an heissen Tagen oft beim Löwendenkmal.

Diesen Ort wähle ich nicht, weil es lustig ist, indischen Touristen zuzusehen, die bei über 30 °C mit Wanderschuhen, Jeans und Daunenjacke herumlaufen. Sondern eher, weil die zahlreichen Bäume Schatten und Abkühlung bieten. Überlegen Sie sich, wo Sie die nächste Pause oder Sitzung im Schatten unter Bäumen abhalten können. Wälder hat es in der Zentralschweiz ja einige und am See weht aktuell noch eine wohlige kühle Brise.

Langfristig müssen wir uns ans Klima anpassen

Die aufgezählten kurzfristigen Strategien bei Hitzewellen müssen jedoch auch durch ein Umdenken begleitet werden, welches zu langfristig sinnvollen Massnahmen führt. Die Bepflanzung mit Laubbäumen ist eine wichtige Strategie. Bäume benötigen einige Jahre zum Wachsen, dann aber entwickeln sie sich zu einem wichtigen Schattenspender in den Sommermonaten und wirken wie eine Klimaanlage. Sie transportieren Wasser aus dem Boden in die Höhe und lassen es über die Blätter wieder verdunsten. Und das Beste, im Winter lassen sie dank fehlender Blätter dennoch genügend Licht in die Gebäude.

Eine weitere langfristige Strategie ist es, die Wärmedämmung der Gebäudehülle zu verbessern. Dank einer gut isolierten Hülle dringt weniger Hitze in die Wohnung ein. Im Winter verhindert eine gut gedämmte Gebäudehülle, dass die Wärme im Haus in die Umgebung entweicht. Dies schont aufgrund von tieferen Energiekosten auch das Portemonnaie.

Bis jedoch die nächste Sanierung unseres Hauses ansteht, geniesse ich erst mal beim Löwendenkmal eine Glace, damit ich weiterhin einen kühlen Kopf bewahren kann.

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