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Insekten – auf dem Teller, im Garten und im Haus
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    (Bild: zvg)

Das grosse Krabbeln Insekten – auf dem Teller, im Garten und im Haus

3 min Lesezeit 03.05.2017, 10:01 Uhr

Unsere Nachhaltigkeitsbloggerin schreibt über ungewöhnliche Eiweissquellen und ungebetene Haus- und Gartenbewohner.

Bis zu meiner Kindergartenzeit lebte ich in Papua New Guinea. Da kam es ab und zu mal vor, dass wir Grillen im Feuer schmoren liessen und vertilgten. Als Kind ist man für Ungewöhnliches und Neues offen. So auch mein Sohn, der im Garten nach Fliegen und Rossschnecken sucht und genüsslich darauf rumbeisst. Würde mir jetzt ein Teller Insekten vor die Nase gestellt, wüsste ich nicht, ob ich diese essen würde.

In Zukunft werden Insekten aber eine wichtige Rolle spielen. Die Weltbevölkerung wächst und die Agrarflächen für Viehzucht und Futtermittelproduktion stossen an ihre Grenzen. Die positiven Aspekte im Vergleich zur Fleischproduktion überwiegen zu Gunsten der Insektenproduktion ganz klar. Bei Rindern werden acht Kilogramm Futter benötigt, um ein Kilogramm Körpermasse zu produzieren. Bei Insekten hingegen liegt das Verhältnis bei zwei Kilogramm Futter zu einem Kilogramm Masse. Zudem benötigt die Zucht von Insekten weniger Platz und der Wasserbedarf ist erheblich geringer.

Ab Mai dürfen Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer als Lebensmittel verkauft werden. 

In vielen Teilen der Welt gelten Insekten als Delikatessen. In New York boomen Lebensmittel, welche aus Insekten hergestellt werden. In Europa haben Speiseinsekten noch keinen Durchbruch gefunden und werden mit Skepsis betrachtet. Ab Mai dürfen Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer als Lebensmittel verkauft werden. Im Coop werden in Zukunft Insektenburger, Insektenhackbällchen und weitere auf Insekten basierende Produkte erhältlich sein.

Hilfe, meine Küchendecke bewegt sich

Als ich mir kürzlich morgens – noch etwas verschlafen – einen Kaffee machte, hatte ich das Gefühl, dass sich meine Küchendecke bewegte. Naja, zuerst Kaffee, dann weiterschauen, dachte ich im Halbschlaf. Nach wiederholtem Augenreiben entdeckte ich jedoch Dutzende winzige kleine Dinger, welche aus den Schränken die Wände empor zur Decke strömten. Nach genauerem Betrachten stellte sich heraus, dass es sich um Larven der Dörrobstmotte handelte. Sofort begann ich mit der Kontrolle jeglicher Lebensmittel auf Larven und reinigte die Schränke.

Da ich keine Insektizide anwenden möchte, setzte ich zur Bekämpfung Schlupfwespen ein. Diese legen ihre Eier in die Motteneier. So können sich die Motten nicht weiterentwickeln und eine Schlupfwespenpopulation kann aufgebaut werden, welche gezielt nach weiteren Motteneiern sucht. Die Schlupfwespen sind winzig klein (0,4 mm) und verschwinden, sobald keine Motteneier mehr vorhanden sind.

Während eines Lebens vertilgt ein Marienkäfer rund 1000 Blattläuse und ist somit sehr effizient.

Auch im Garten machen sich kleine Sauger bemerkbar. Mein Holunderbaum ist im Moment von Läusen  befallen. Diese kleinen Biester ernähren sich vom Pflanzensaft und entziehen somit der Pflanze wertvolle Nährstoffe. Aber schon bald werden die ersten Marienkäfer auftauchen und sich an den Blattläusen erfreuen. Während eines Lebens vertilgt ein Marienkäfer rund 1000 Blattläuse und ist somit sehr effizient.

Krabbelt etwas durch Ihr Haus oder Ihren Garten?

Falls Sie unbekannte Gäste in Haus und Garten haben, hilft Ihnen die Umweltberatung Luzern öko-forum bei der Bestimmung von Insekten gerne weiter und gibt wertvolle Tipps zur Bekämpfung. Zudem informiert die Umweltberatung zusammen mit «Luzern grünt» am 6. Mai 2017 von 09 bis 12 Uhr auf dem Theaterplatz Luzern über Schädlinge und Nützlinge und hilft bei deren Bestimmung.

Wer weiss, vielleicht landen einige der ungebetenen Haus- und Gartenbewohner, beispielsweise in Form eines Mehlwurm-Süppchens, schon bald auch auf dem Teller.

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