Einweg-Gesichtsmasken – aus dem Gesicht, aus dem Sinn?
  • Blog
  • Nachhaltigkeits-Blog
Fallengelassene Maske – kein seltener Anblick. (Bild: cim)

Wie gross ist das Entsorgungsproblem in Luzern? Einweg-Gesichtsmasken – aus dem Gesicht, aus dem Sinn?

2 min Lesezeit 1 Kommentar 27.01.2021, 10:56 Uhr

Die Einweg-Gesichtsmasken zum Schutz vor Corona werden zu einem Abfallproblem. Dies lässt sich jedenfalls aufgrund von Presseberichten vermuten. Werden in Luzern viele dieser Masken unsachgemäss weggeworfen? Unsere Bloggerin ist dem nachgegangen.

Einwegmasken sind aus Plastik. Sie bestehen hauptsächlich aus Polypropylen, das aus Rohöl gewonnen wird. Dazu kommen die Gummibändel und der Metallstreifen für die Fixierung auf der Nase.

Zu reden gibt hauptsächlich das Polypropylen. Wird die Maske nicht sachgerecht entsorgt, zerfällt der Stoff und gelangt als kleinste Partikel in die Umwelt. Nach Schätzungen dauert es rund 450 Jahre, bis sie vollständig abgebaut sind. Diese Mikroteilchen gelangen ins Wasser oder in die Luft. Dies ist problematisch (zentralplus berichtete).

Beispielsweise konnten in Fischen solche Partikel nachgewiesen werden. Auch im menschlichen Körper sind sie bereits eingelagert. Die Auswirkungen sind bislang noch zu wenig erforscht. Doch es zeichnet sich ab, dass sie bei Mensch und Tier zu gesundheitlichen Schäden führen können.

Situation in Luzern

Auf Anfrage beim Strasseninspektorat Luzern schreibt dessen Leiter Thomas Schmid: «Es ist festzustellen, dass sich vermehrt Einwegmasken auf dem Boden befinden. Diese werden teilweise achtlos weggeworfen oder sie fallen den Menschen aus den Taschen. Das Aufkommen kann jedoch nicht als grosse Häufung bezeichnet werden.» Die zusammengekehrten Masken werden mit dem anderen Strassenmüll in der Kehrichtverbrennung entsorgt.

Es nahm mich wunder, wie es im Bahnhof Luzern aussieht. Ob es beispielsweise in den ankommenden Zügen mehr Abfall wegen der Masken gibt. Auf die Schnelle war darüber keine Information zu erhalten. Es scheint kein Thema zu sein.

Sturm im Wasserglas?

Littering ist ein grosses Problem. Mit den Einwegmasken wächst der Abfallberg und deren Beschaffenheit belastet die Umwelt nachweislich. Das ist nicht zu unterschätzen.

Greenpeace Schweiz forderte vergangenen Herbst in einer Petition mit 19’500 Unterschriften, dass der Bundesrat nachdrücklich Stoffmasken empfehlen soll – auch hier gibt es zertifizierte Produkte. Da sie teurer und individueller sind, werden sie auch viel weniger liegen oder fallen gelassen. Aus Sicht der Umwelt eine gute Alternative.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

1 Kommentare
  1. Roland Grüter, 28.01.2021, 16:09 Uhr

    Wer sucht der findet. Laufend gibt’s etwas zu meckern. Wo bleibt in diesem Fall die hochgelobte Selbstverantwortung. Masken sind ein Muss!

Abonniere den Newsletter

Und erhalte unsere Post ganz nach Deinen Bedürfnissen und Wünschen: Täglich oder wöchentlich.