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Der Hotspot von Luzerns Pflanzenvielfalt
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Die Gartenterasse des Neubads (Bild: Marcel Kofler)

Urban Gardening im Neugarten Der Hotspot von Luzerns Pflanzenvielfalt

3 min Lesezeit 11.05.2016, 10:00 Uhr

Der Neugarten beim Neubad Luzern ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Urban Gardening Leute zusammenbringen und für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion sensibilisieren kann. Im Vordergrund stehen weniger das Produzieren als das gemeinsame Gärtnern und der Austausch.

Wie gut, toll und nachhaltig Urban Gardening ist, wurde schon vielerorts geschrieben. Ich sehe das auch so, möchte hier aber weniger auf Urban Gardening an sich eingehen, sondern das aus meiner Sicht wunderbare Projekt Neugarten etwas genauer betrachten: Wer beim Neubad in den ersten Stock zum ehemaligen Schwimmbecken steigt und hinten um die Ecke auf die Raucherterrasse geht, betritt eine eigene kleine Welt.

Hier sieht man weniger Zigarettenkippen als vielmehr eine grüne Vielfalt an Kräutern, Salaten, Bäumchen und Blumen. Sie wachsen in Töpfen, Kübeln oder Hochbeeten über die ganze Terrasse verteilt. Auf einer Nebenterrasse stehen grosse Töpfe mit verholzten Sträuchern: Hier wächst wohlriechendes Eisenkraut. Geschützt im Schatten, gleich neben dem Kompost, stehen Holztremel. Sie sind mit Pilzmyzel geimpft und sollen schon bald Speisepilze hervorbringen – ein weiteres Projekt des Neugartens.

Wöchentlicher Setzlingsmarkt

Vor der Witterung geschützt an der Wand wachsen in Gestellen und Wagen Setzlinge heran. Allein hier zeigt sich schon die urbane Pflanzen- und Sortenvielfalt des Neugartens: Koriander wächst neben Zwiebeln, Federkohl neben Tomaten, Chili, Kürbis oder Kohlrabi. Von den meisten Setzlingen wachsen gleich mehrere verschiedene Sorten.

Diese Setzlinge werden hauptsächlich für den Setzlingsmarkt gebraucht; von Mitte April bis Mitte Mai (letzter Verkaufstag ist voraussichtlich der 15. Mai) verkauft der Verein Neugarten jeden Samstagnachmittag seine Setzlinge vor dem Neubad – eine kleine Einkommensquelle. Das Geld investiert der Verein in Gartenmaterial oder zusätzliche Setzlinge, aus deren Samen in den nächsten Jahren wieder Raritäten für den Setzlingsmarkt entstehen.

«Die neue Fläche soll kreativ genutzt werden.»

Ein weiteres spannendes Projekt des Neugartens ist «Food Save». Freiwillige holen Brot, Obst und Gemüse beim Detailhandel ab und stellen dieses gratis zur Verfügung.

Mehr Produktion dank neuer Fläche

Eine erfreuliche Nachricht ereilte den Neugarten vor wenigen Wochen: Er konnte seine Fläche vergrössern. Zur Neubadterrasse und den darunterliegenden Flächen kam ein grösseres Wiesenstück gleich dem Neubad gegenüber hinzu. Bereits wachsen in den Hochbeeten Erdbeeren, Rhabarber oder Artischocken, ein Hochbeet ist voller Teegewürze. Die neue Fläche soll kreativ genutzt werden – grundsätzlich kann jedes Vereinsmitglied hier seine Ideen und Projekte verwirklichen.

Das Mehr an Platz ist aber auch eine Chance, um mehr Früchte und Gemüse für den Eigenbedarf zu produzieren. Bisher geht es beim Neugarten nämlich neben dem Setzlingsmarkt und einer kleinen Produktion von Kräutern und Gemüse für den Eigenbedarf vor allem um das gemeinsame Gärtnern. Vornehmlich junge Leute mit verschiedenem Hintergrund säen, pflegen und ernten zusammen. Diese Ernte kann durch die erweiterte Fläche nun noch einmal vergrössert werden.

«Der Neugarten ist ein Gewinn für das Quartier und die ganze Stadt.»

Der Neugarten ist ein Gewinn für das Quartier und die ganze Stadt: Nicht nur begrünt er den Betonbau des Neubads, er fördert auch den Austausch zwischen gartenbegeisterten Menschen. Dazu dient auch eine Vortragsreihe, die von Anfang Mai bis Anfang Juli jeden zweiten Mittwoch ab 19 Uhr auf der Neubadterrasse stattfindet. Die Themen reichen von seltenen Arten bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit der Schweizer Medienlandschaft. Übrigens: Fast alles, was im Neugarten wächst, ist auch essbar und wird in biologischer Qualität angebaut.

Der Verein Neugarten trifft sich zwischen Frühling und Herbst jeden Dienstag ab 18 Uhr auf der Neubadterrasse zum gemeinsamen Gärtnern. Interessierte sind herzlich willkommen.

Das neubeackerte Areal des Neugartens (Bild: Marcel Kofler)

Das neubeackerte Areal des Neugartens (Bild: Marcel Kofler)

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