Der besondere Blick über die Stadt Dächer von Luzern: Begehrte Flächen in luftiger Höhe

30.06.2021, 11:02 Uhr 4 min Lesezeit
Aussicht Männliturm.
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Aussicht Männliturm. (Bild: cim)

Den Blick über die Dächer einer Stadt schweifen zu lassen, ist von besonderem Reiz. Und bei genauem Hinsehen offenbaren sich bemerkenswerte Details.

Um eine Dachlandschaft geniessen zu können, muss man ab und zu eine kleine Anstrengung auf sich nehmen – beispielsweise die Besteigung des Männliturms in Luzern. Von hier aus wird man mit einer faszinierenden Sicht auf die Stadt belohnt. Eine wahre Fundgrube und weniger anstrengend ist die Betrachtung des Luftbilds von 2020 auf geoportal.lu.ch.

Ausblick vom Männliturm

Gegen Südost fallen die kleinflächigen Dächer der Zeilenbauten der Altstadt auf, die ein harmonisches Bild ergeben. Und die älteren, freistehenden Gebäude mit Walm-, Krüppelwalmdächern und Lukarnen verraten die typische Dachform der Zentralschweiz. Der Blick gegen Nordwesten zeigt ein weit weniger einheitliches Bild. Die Bauten stehen weniger dicht beieinander und die Dachlandschaft ist sehr heterogen. Regionaltypische Dachformen, Flachdächer und einfache Satteldächer wechseln sich ab.

Der Blick gegen Nordwesten.

Was man auf dem Dach alles anstellen kann

Outdoor-Hotelzimmer auf dem Dach (z. B. in Zürich), ein Schwimmbad (z. B. in Braunwald) oder gar in Berlin ein Fussballfeld gehören zu den eher besonderen Nutzungen von Flachdächern. Die Gastronomie hat die attraktive «Höhenlage» auch schon längst entdeckt. Rooftop-Bars sind keine Seltenheit und gibt es auch in Luzern. Auf begehbaren Flächen finden sich häufig Gartensitzplätze oder gar Nutzgärten wie beim Neubad.

Einiges Aufsehen erregte die Idee der SP/JUSO vom Oktober 2019 mit der Petition, Flachdächer öffentlicher Gebäude für die Bevölkerung zugänglich zu machen (zentralplus berichtete).

Die Dächer können nicht nach Belieben ausgestaltet werden. Die Bauordnung und der Denkmalschutz machen Vorgaben, was erlaubt ist und was nicht. Besonders bei denkmalgeschützten Bauten wie in der Ortsbildschutzzone A – dazu gehören Altstadt, Chlistadt und Hof – gibt es Einschränkungen. Bauliche Veränderungen wie neue Dachaufbauten oder Solaranlagen müssen zum bestehenden Gebäude passen und sich in die gewachsene Dachlandschaft einfügen. Bei Projekten muss die kantonale Denkmalpflege einbezogen werden, denn es gilt, das baukulturelle Erbe zu erhalten. Doch es sollen auch zeitgemässe Nutzungen möglich sein. Eine nicht ganz einfache Aufgabe.

Dachlandschaft Weinmarkt – Kornmarkt.

Solardächer – ein Gebot der Stunde

Auf dem Luftbild entdeckt man schnell Solaranlagen auf den Dächern. Das Stadiondach der Swissporarena dürfte eine der grössten Anlagen der Stadt sein. Die Solarpanels wurden nach einigem Hin und Her 2016 montiert (zentralplus berichtete). Die EWL hat schon gegen 20 Fotovoltaikanlagen erstellt. Ihre grössten Anlagen befinden sich auf den Messehallen 1 und 2 und auf dem Gebäude der Verkehrsbetriebe Luzern.

Der Bau von Fotovoltaikanlagen wird von der Stadt Luzern seit den 1990er-Jahren gefördert, weiter unterstützt auch der Bund Projekte. Um die Energiewende zu schaffen, schlummert in Luzern nach einschlägigen Berichten noch einiges Potenzial.

Solaranlagen auf den Messegebäuden und dem Stadion.

Gründächer

Im Bau- und Zonenreglement der Stadt wird verlangt, dass nicht begehbare Flachdächer oder Flachdachteile von mindestens 25 m2 Fläche begrünt werden müssen. Die Stadt fördert im Rahmen der städtischen Kampagne «Luzern grünt» eine qualitativ hochwertige Dachbegrünung als Chance für eine ökologische Siedlungsentwicklung.

Die Raumplanung fordert eine Siedlungsentwicklung nach innen. Das bedeutet, dass immer mehr Boden verbaut wird. Die Begrünung von Dächern gibt der Natur Flächen zurück, was der Förderung der Biodiversität dient und auch die negativen Auswirkungen des Klimawandels mildern kann.

Auch kleinere Dachflächen können einen Beitrag leisten.

Im Zuge der Revision der Bau- und Zonenordnung hat der Stadtrat die Absicht, eine Pflicht der energetischen Nutzung von Dächern einzuführen, wie es bereits für die Dachbegrünung verlangt wird (zentralplus berichtete). In der Klimaanpassungsstrategie der Stadt wird auf die Konkurrenz der beiden Nutzungen hingewiesen und es wird gefordert, dass in Gebieten, die besonders der Hitze ausgeliefert sind, der Dachbegrünung der Vorzug gegeben werden soll.

Bei sorgfältiger Planung jedoch können beide Massnahmen gewinnbringend vereint werden. Untersuchungen kommen zum Schluss, dass die Kombination sogar Vorteile bringt. Durch die Beschattung der Panels entstehen neben sonnigen auch schattige Lebensräume, was die mögliche Artenvielfalt erhöht. Ausserdem können die Träger der Panels durch die Vegetationsschicht besser verankert werden. Es werden noch weitere Vorteile vermutet, die in noch laufenden Forschungen untersucht werden.

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