Vorwärts mit Wettermachen – Schluss mit Grau
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Lieber eine Briese als ein Sturm. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Adrian Hürlimann Vorwärts mit Wettermachen – Schluss mit Grau

2 min Lesezeit 24.08.2015, 14:40 Uhr

Viele haben Sie schon vorweggenommen, erträumt, herbeigesehnt: die Zeit, da wir das Wetter endlich selber machen.

Viele haben Sie schon vorweggenommen, erträumt, herbeigesehnt: die Zeit, da wir das Wetter endlich selber machen. Peter Weber fabuliert von einem «Wettermacher», aber es ist ihm nicht ernst damit. Nicht ernst mit dem Glauben an die Beeinflussbarkeit, Machbarkeit der Zustände, die unsere seelische und körperliche Verfassung zu allen Tageszeiten mehr bestimmen als alles andere.

Der jetzige Sommer – zeitlich definiert währt er immer noch an – war sehr gross. Nun scheint er ein plötzliches, nasskaltes, graues Ende gefunden zu haben. Wie lange wollen wir uns diese Behandlung noch bieten lassen? Ist es nicht höchste Zeit, dieses unser aller Schicksal selber in die Hand zu nehmen? Sonnenenergie sammeln können wir längst. Was hindert uns, die regionale Sonneneinstrahlung aufzufangen, zu bündeln und mit der so entstandenen Wärmeenergie ein regionales Hoch zu produzieren? Lokale Ozonlöcher gibt es längst, warum also keine lokalen Hochs? Wasserkraftwerke schöpfen überall die Kraft der Fliessgewässer ab, Windparks tun das Gleiche mit Winden, wieder andere Kraftwerke nützen de Gewalt der Gezeiten.

Energie ist allenthalben vorhanden, liegt in der Luft und im Wasser. Nur die Sonne macht halt vor einer dichten Wolkendecke, die bei jeder Gelegenheit und meist zur Unzeit unter einem Drucktief aus feuchter Luft aufgebaut wird. Wenige Kilometer schwebt sie über dem Boden, und nur da und dort ragt ein Gipfel heraus aus der Suppe, und auch das nur, wenn kein Hochnebel zu verzeichnen ist. Unerträglich bereits die Vorstellung dieser Abhängigkeit! Ein Wunder, dass nicht alle Erdenbewohner innerhalb einer bestimmten Klimazone zu Selbstmord neigen wie die Appenzeller!

Es reicht, kann ich da nur sagen. Jeder Jetpilot weiss, dass es droben besser wird. Jeder Waschküche kann auf wenigen Treppenstufen entronnen werden. Wagen wirs endlich! Regnen lassen können wirs zu Nachtzeiten! Regenwetter wird’s weiterhin geben, aber dosiert. Oder graut Ihnen vor Abstimmungen über Wetterpläne, wobei natürlich die Bauern die Diskussion bestimmen würden? Oder vor Diskussionen über Feriensaison-Regelungen usw.? Die wären immerhin angenehmer als jene über Einwanderungsbremsinitiativen, und sinnvoller auch noch. Oder vor dem zu erwartenden Gejammer über die Schädlichkeit der Sonneneinstrahlung, die Gefahren des Hautkrebses oder das Verschwinden des vornehmen weissen Hauttons? Keine Angst das geht vorbei. Auch vor der Geschwindigkeit der Dampfzüge hatte man Angst. Dafür können wir das ganze Jahr über diskutieren, ob nahtlose Gebräuntheit schöner sei als weisse Stellen. Gibt es Wichtigeres zu besprechen als das? Hautnaheres jedenfalls kaum!

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