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Als Vorzeige-Italo auf der Bühne

Mit «Schwiizaliänisch» bin ich erfolgreich

Heute sieht man ihn «nur» noch als Sergio Sardella auf der Bühne - der eingebürgerte Italo-Secondo mit schwiizaliänischem Akzent. (Bild: Sergio Sardella)

Sergio Sardella steht schon seit über 20 Jahren auf der Bühne. Früher noch mit unterschiedlichen Rollen, tritt er heute unter echtem Namen auf. Dennoch unterscheidet den Luzerner Comedian vor allem ein Punkt von der Bühnenfigur Sergio.

Seit fast einem Vierteljahrhundert trete ich als Comedian auf Bühnen der deutschsprachigen Schweiz an Anlässen, Kundenevents und Weihnachtsessen auf. In den Anfängen war ich mit verschiedenen Figuren, Namen, Verkleidungen und Dialekten oder Akzenten zu sehen. Heute sieht man mich als Sergio Sardella auf der Bühne – der eingebürgerte Italo-Secondo mit Schwiizaliänischem Akzent.

Wie kam es dazu und was hat es mit diesem «Schwiizaliänisch» auf sich?

Als ich in den 1970er-Jahren in Littau meine Kindheit in einem «babylonischen» Arbeiterquartier verbrachte, klang dieses Sprachgemisch aus italienischer und Schweizer Sprache tagtäglich in meinen Ohren. Ich selber lernte in den ersten Jahren Italienisch und erst danach Schwiizerdütsch. 

In den Anfängen meiner Comedy-Laufbahn schnappte ich dieses Sprachgemisch aus den beiden Kulturen mit der Figur «Giovanni» auf. Damals noch mit schwarzer Lockenperücke, fetter Halskette und Azzurri-Trikolore über den Schultern. Dieser südländische augenzwinkernde Italo zog das Publikum in seinen Bann und jeder kannte jemanden aus seinem Umfeld, der genau in diesem «Schwiizaliänisch» sprach …

Heute mit echtem Namen unterwegs

Heute bin ich damit nach wie vor erfolgreich auf der Bühne unterwegs. Die plakative Verkleidung wich einem schicken Anzug und der Name ist heute mein echter … Einzig der «Schwiizaliänische» Akzent ist geblieben. 

Lustig war es, als ich mal nach einem Auftritt im KKL in Luzern in der Seebar noch mit Freunden einen Drink zu mir nahm. Ein fremder Herr näherte sich uns, horchte unserem Gespräch und meinte dann zu seiner Begleiterin: «Nein, ER ist ES nicht … Er spricht ganz normal …»

Tja, so wurde dieses «Schwiizaliänisch» zu meinem Markenzeichen und noch heute wundern sich Zuschauer, dass ich ja ganz «normal» sprechen kann.

«Schwiizalienisch» kommt beim Publikum gut an

Auf der Bühne hat mich die Resonanz des Publikums dazu bewogen, weiter an der Figur des schelmischen, augenzwinkernden Secondos zu feilen. Mein Publikum kann die Figur mit Schulfreunden aus vergangenen Tagen, Arbeitskollegen oder Nachbarn assoziieren. Deshalb wirkt das «Schwiizalienisch» auf die Zuschauer häufig sympathisch und kommt positiv an.

Heute bin ich seit beinahe 25 Jahren auf den Bühnen unterwegs und bin froh, dass meine «Figur» nach wie vor beim Publikum so gut ankommt. Ich freue mich, dass es dem Publikum gefällt und es das «Schwiizaliänisch» so gut akzeptiert und auch «versteht» … Missverständnisse und falsche Aussprache inklusive. 

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