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Kulturinterview mit Lena Friedli – Kuratorin
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Kochen für die Vernissage, Ausstellungsraum Klingental, Basel 2013

Nadine Wietlisbach stellt elf Fragen Kulturinterview mit Lena Friedli – Kuratorin

3 min Lesezeit 04.01.2016, 10:15 Uhr

In ihrer Interview-Serie will die Autorin Leuten aus dem Luzerner Kunstbereich in dieser Q&A-Form mit elf Fragen auf den Zahn fühlen. Teil II mit Lena Friedli, der Kuratorin der Kunstplattform akku Emmen.

In ihrer Interview-Serie will die Autorin Leuten aus dem Luzerner Kunstbereich in dieser Q&A-Form mit elf Fragen auf den Zahn fühlen. Teil II mit Lena Friedli, der Kuratorin der Kunstplattform akku Emmen.

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Wenn du am Samstag aufwachst, gilt dein erster Gedanke …:

Soll ich auf den Markt?

Warum machst du gerne Ausstellungen?

Weil es die wundervollste Möglichkeit ist, all meine Interessen in einem Medium zu verbinden, und weil es für mich die schönste Art ist, wie ich Kultur mitteilen, zeigen und vermitteln kann.

Was bedeutet dir das kulturelle Leben in der Region Luzern?

Viel, weil ich es mitgestalten will und mitgestalten kann. Aber eigentlich nicht mehr und nicht weniger als an anderen Orten, an denen ich mich bewege oder bewegt habe. Egal, wo es stattfindet − ob im kleinen Dorf an der Peripherie oder in der Metropole –, das kulturelle Leben ist für mich zentral.

Wo trinkst du gerne Kaffee und triffst Künstlerinnen und Künstler?

In ihren Ateliers oder im Aufbau einer Ausstellung. Ich liebe den Moment, in dem die Dinge entstehen und sich konkretisieren.

Über welche künstlerische Arbeit hast du dich zuletzt gefreut?

Über Roni Horns «Library of Water» in dem wunderschönen Fischerort Stykkishólmur auf Island. Und über den Film «Giving Birth» der senegalesischen Künstlerin Fatou Kandé Senghor an der Biennale in Venedig.

… und über welche hast du dich aufgeregt?

Nicht über eine Arbeit an sich, aber ich nerve mich, wenn etwas schlecht produziert, also materiell oder technisch unpräzis umgesetzt wird … Oder wenn etwas nicht dem Werk entsprechend ausgestellt wird: Der Film von Fatou Kandé Senghor wurde an der Biennale in einem Durchgang im ersten Teil der Hauptausstellung gezeigt, so dass man sich kaum darauf konzentrieren konnte. Der Ton war schlecht hörbar und die Raumsituation unsensibel gelöst. So etwas hat leider auch oft mit den unterschiedlichen finanziellen Mitteln der Kunstschaffenden bzw. der sie vertretenden Galerien zu tun.

Welche Künstlerin, welcher Künstler steht dir besonders nahe?

Das sind immer jene, mit denen ich gerade zusammenarbeite, manchmal auch die, deren Schaffen ich seit Längerem verfolge.

Wo würdest du gerne in den nächsten zwölf Monaten hinreisen?

An möglichst viele spannende Ausstellungsorte, ob in der Schweiz oder im Ausland − und genügend oft in die Natur.

Mit wem möchtest du gerne kollaborieren? Tod oder lebendig!

Da gibt es viele! Zum Beispiel: Gian Lorenzo Bernini und Christoph Büchel. Sie haben beide dieses Totale, Kompromisslose, das mich sehr überzeugt.

Was braucht die Kunst ausser einer Öffentlichkeit?

Selbstbewusstsein, Humor, Neugier, Kritik und leider immer auch die nötigen finanziellen Mittel.

Wie viel Politik braucht die Kunst?

Gerade soviel, dass sie wirkungsvoll, prägnant sein kann, trotzdem aber eigenständig und unabhängig bleibt.

 

Hier geht’s zum ersten Teil der Kulturinterviews mit Eva-Maria Knüsel.

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