Per Mausklick zu neuen Aufträgen Baubranche: Hartes Pflaster für Innovation

07.07.2021, 11:01 Uhr 3 min Lesezeit 2 Kommentare
Links: Dominik Mahn, rechts: Daniel Smith.
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Links: Dominik Mahn, rechts: Daniel Smith. (Bild: lar)

Benjamin Franklin musste wohl die Auftragsakquise in der Baubranche im Sinn gehabt haben, als er das Sprichwort «Zeit ist Geld» gemünzt hat. Ein Akquisetool eines Baarer Unternehmens soll Baugesuche und Bauprojektinformationen rascher zugänglich machen. Der Start war aber nicht nur einfach, auch aufgrund der Konkurrenz. Das Projekt wurde vom Technologie Forum Zug in die Finalistenrunde des Zuger Jungunternehmerpreises 2021 gewählt.

Benjamin Franklin musste wohl die Auftragsakquise in der Baubranche im Sinn gehabt haben, als er vor bald 300 Jahren das Sprichwort «Zeit ist Geld» gemünzt hat («Advice to a Young Tradesman» 1748). Durch die Dienstleistung des Baarer Unternehmens erhalten Handwerker, Bauunternehmer, Hersteller, Zulieferer und Händler Baugesuche und Bauprojektinformationen übersichtlich und auf dem aktuellen Stand. Der Bewerbungsservice deckt den nächsten Schritt zum Auftrag ab – Akquise auf Knopfdruck.

Istzustand spornte zum Handeln an

Nach über zehn Jahren Tätigkeit in leitenden Positionen im Bereich des Bauprojektinfogeschäfts gab es für Gründer Dominik Mahn zwei ausschlaggebende Gründe für die Umsetzung seiner Idee: Erstens den Umstand, dass Handwerkern, Bauunternehmern und Herstellern die Daten zu sehr hohen Preisen angeboten werden. Ausserdem den Ansatz, den Prozess der durchgängigen Auftragsakquise zu Ende zu denken und diese Dienstleistung so effizient und nutzerfreundlich anzubieten.

Der zweite Grund sei es gewesen, dass ein Grossteil der Bewerbungen von Handwerkern und Bauunternehmern bei Planern oft direkt im Papierkorb landet, denn noch immer werde dem Markt mit einfachen Serienbriefen zum Ausdrucken suggeriert, dass dies die ultimative Art und Weise der Bewerbung sei. Dies sehen Planer, Architekten und Entscheider jedoch anders. Das Team habe im Vorfeld umfangreiche Marktrecherchen betrieben.

Bewerber vergeuden so nicht ihre Zeit für das Erstellen und Versenden von Unterlagen, die sowieso selten gelesen werden und die Entscheidungsträger erhalten strukturierte Informationen, mit denen es sich gut arbeiten lässt.

Ein Werdegang mit Stolpersteinen

Als Newcomer müsse man sich auf dem Markt erst einmal beweisen, berichtet Dominik Mahn. Die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, sei in vielen Bereichen des Handwerks noch mit grosser Skepsis verbunden. Daher habe das Team auf persönliche Beratung gesetzt. Die Coronakrise sahen sie weniger als Stolperstein, sondern vielmehr als Herausforderung. Insbesondere im Bereich der grösseren Unternehmen standen andere Tasks und Aufgaben im Vordergrund, sodass bei Entscheidungsfindungen zeitlich bedingte Verzögerungen auftraten. Nun aber stünden die Zeichen auf Beruhigung. Zumal es doch einige Unternehmen gebe, die die Krise als Chance nutzen und sich insbesondere jetzt für die Zukunft gerüstet und Prozesse neu gedacht oder optimiert hätten.

Überrascht habe Dominik Mahn hingegen die Tonalität der Konkurrenz. Es sei zwar vorhersehbar gewesen, dass ein Newcomer den Markt aufzumischen versuche. Immerhin werde so die Ruhe der letzten Jahrzehnte durcheinandergebracht. Dass das Projekt jedoch gegenüber Kunden regelrecht schlechtgemacht werde, habe das Team dann doch sehr überrascht.

Dominik Mahn, CEO und Founder und Daniel Smith, CCO und Co-Founder von smartconext

Bewerbungstool für Handwerker

Doch was kann das Produkt? Innerhalb von Sekunden werden ein persönliches Anschreiben sowie ein individuelles Bewerbungsdossier mit den relevanten Referenzen erstellt und an den ausschreibenden Planer, Architekten oder Bauherrn verschickt. So sehen Entscheider auf einen Blick die Qualifikationen und Spezialisierungen der Unternehmen.

Zudem kreiert das Tool für jeden seiner Kunden eine Webseite, um die digitale Bewerbung durch einen ansprechenden Internetauftritt abzurunden. Mit dieser Innovation werden vornehmlich Handwerksunternehmen aus dem Bauhaupt- und -nebengewerbe, Bauunternehmer, Hersteller, Händler und Zulieferer angesprochen. Dies ist mehrheitlich neu in der Baubranche, wo bisher Serienbriefe noch als Standard galten. «So ermöglichen wir einen benutzerfreundlichen Einstieg in die Digitalisierung innerhalb der Baubranche, die knapp 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht», sagt Dominik Mahn, CEO und Founder der Baarer smartconext.

Technologie Forum Zug

Das Projekt wurde vom Technologie Forum Zug (tfz) unter Dutzenden Bewerbungen in die Finalistenrunde des Zuger Jungunternehmerpreises 2021 gewählt. Dieses ist ein Drittpartner der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zug und fördert durch Vernetzung und Wissenstransfer im Industriesektor die Innovations- und Technologieentwicklung im Wirtschaftsraum Zug. Durch Verlosung erhielt das Projekt einen Förderpreis.

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2 Kommentare
  1. Reto Bachmann, 08.07.2021, 17:28 Uhr

    Mich wundert es nicht, dass die alten Hasen am Markt versuchen Innovation zu verhindern. Zu gross ist die Angst, dass das Preisgefüge in sich zusammenfällt. Wir haben in unserem Elektro-Betrieb auch lange überlegt, inwiefern wir uns mit der Digitalisierung auseinandersetzen müssen. Wir können bestätigen, dass smartconext in allen Belangen der richtige Partner dafür ist. Es braucht mehr Firmen wie smartconext da draussen. Weiter so!

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  2. Toni Casale, 08.07.2021, 10:23 Uhr

    Die Baubranche ist immer noch im Wachstum. Es gibt trotzdem noch viele Herausforderungen zu meistern. Ökologisch gesehen, verbraucht sie in etwa 40 Prozent der globalen Ressourcen. Das Thema Nachhaltigkeit ist bis heute eher die Ausnahme als die Regel. Auch bei der Digitalisierung ist der Bausektor kein Vorreiter. Die Zukunft verlangt nach mehr Effizienz. Somit ist der Veränderungsdruck sehr gross. Die Baubranche muss sich verändern. Neue digitale Werkzeuge wie beispielsweise smartconext können die Branche verändern. Auch die Anforderungen an die Produkte der Bauwirtschaft haben sich gewandelt. Antworten darauf erfordern neue Entwicklungen. Um zukunftsfähige Lösungen zu erfinden, stehen der Bauwirtschaft neue Technologien zur Verfügung, deren Möglichkeiten sich heute bestenfalls erahnen lassen.

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