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Suzanna Vock verwandelt Luzern in eine nachhaltige Mode-Destination
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Vivienne Westwood mit Suzanna Vock an der Gwand. (Bild: zvg)

Die Gwand – das erste nachhaltige Mode-Festival weltweit Suzanna Vock verwandelt Luzern in eine nachhaltige Mode-Destination

5 min Lesezeit 19.01.2018, 10:56 Uhr

Es ist das Comeback des Jahres. Die Gwand 2018 steht ganz unter dem Zeichen der Nachhaltigkeit. Vom 7. bis 9. Dezember 2018 wird das Gwand Sustainable Fashion Festival stattfinden und nationale und internationale Designer mit ethisch korrektem und humanitärem Fokus ehren.

Sie ist ausgebildete Modedesignerin, kreativer Kopf, Mutter von zwei Kindern, bodenständige Luzernerin und Initiantin der Gwand, eines der grössten und bedeutendsten Fashion-Festivals weltweit. Suzanna Vock gelingt es, dank klaren Visionen und Prinzipien sowie harter Arbeit all dies zu vereinen.

Suzanna Vock, die Gründerin der Gwand.

Suzanna Vock, die Gründerin der Gwand.

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(Bild: zvg)

Es mag sein, dass die Modeindustrie oft sehr oberflächlich daherkommt – nicht so aber Modedesigner. Sie sind Schöpfer, tolerante und kreative Querdenker, feinfühlige Menschen mit Tiefgang, welche politische, kulturelle oder soziale Strömungen aufsaugen und in ihren Kreationen widerspiegeln. Es sind denn auch diese Charaktereigenschaften, welche es Suzanna Vock ermöglichten, in Luzern ein angesehenes Fashion-Festival zu erschaffen und im 2018 dessen Comeback zu feiern. Aber alles der Reihe nach:

1992 hatte die junge Luzernerin den Traum, einen Modeevent zu erschaffen, der es Schweizer Designern ermöglicht, auf internationaler Ebene Fuss zu fassen. Kritikern und Skeptikern entgegnete Suzanna bereits damals mit Überzeugung, Passion und dem fest verankerten Willen, für Schweizer Modedesigner eine neue und grosse Plattform zu kreieren. Dies ist ihr gelungen – und wie!

Die Gwand mauserte sich von einer Präsentationsmöglichkeit für Schweizer Designer 1993 zu einem weltweit anerkannten Fashion-Event mit dem damals höchsten je vergebenen Modepreis über 200’000 Franken.

Internationale Ausrichtung war nötig

Bereits nach den ersten beiden Jahren hat sich abgezeichnet, dass ein Modefestival nur langfristig erfolgreich sein wird, wenn es internationale Ausstrahlung hat und mit den Fashion Weeks in Paris, London, Milano oder New York mithalten kann. So wurde 1995 eine Kreativ-Pause eingelegt, das Konzept überarbeitet und neue nationale sowie internationale Partner an Bord geholt, um ab 1996 international durchzustarten. Ab diesem Zeitpunkt wurden nebst Schweizer Modeschöpfern nun auch Designer aus aller Welt gezeigt und von einer renommierten Fachjury bewertet.

Ich habe oft gehört: Ich unterstütze dich, weil du das lebst und du mitreden kannst!

Suzanna Vock, Gwand-Gründerin

Vor dem Interview mit Suzanna Vock habe ich mir stets die Frage gestellt, wie schwierig es für eine passionierte Luzernerin mit grossen Visionen gewesen sein muss, sich auf dem internationalen Fashionparkett Gehör und Respekt zu verschaffen. Es sei «mega anspruchsvoll», so Suzanna Vock. «Man muss mitreden können, Durchhaltewillen zeigen und offen und tolerant gegenüber verschiedensten Menschen sein.

Networking ist das A und O», so Vock weiter. «Ich habe oft gehört: ‹Ich unterstütze dich, weil du das lebst und du mitreden kannst!›» Man könne nur auf Unterstützung zählen, wenn man keinen Zweifel am eigenen Projekt zeige, komplett überzeugt sei von dem, was man tue, und absolut professionell arbeite. Unter anderem haben sich so Zusammenarbeiten wie jene mit der einflussreichen Modeschöpferin Vivienne Westwood ergeben, welche das Gwand-Symposium im Jahr 2000 eröffnet hat und deren Name auch für den diesjährigen Relaunch wieder zuoberst auf der Gästeliste zu finden ist.

Die Shows der Gwand waren stets imposant und fanden in grossen Hallen statt.

Die Shows der Gwand waren stets imposant und fanden in grossen Hallen statt.

(Bild: zvg)

Dank Suzanna Vock und der Gwand haben Designer wie Raf Simons erst die Chance und besonders die finanziellen Mittel erhalten, eine Kollektion der Weltpresse vorzustellen. Der Gewinner von 2003 stand vor seinem Sieg kurz vor dem Konkurs. «Für Modedesigner ist es unglaublich schwierig, an Investoren zu gelangen, welche deine Vision unterstützen, ohne dass du das Mitspracherecht verlierst», so Vock. Die vom Preisgeld finanzierte Kollektion stellte er unter riesigem Medienrummel in Paris vor und sorgte weltweit für Aufsehen.

In den Folgejahren war der heutige Chief Creative Officer von Calvin Klein unter anderem als Creative Director von Jil Sander und als Chef-Designer von Dior tätig. «Die Gwand war definitiv ein Sprungbrett und auch unsere damaligen Sponsoren haben unglaublich davon profitiert – das freut mich sehr!»

Der Gewinner Raf Simons, der anschliessend ein steile Karriere hinlegte.

Der Gewinner Raf Simons, der anschliessend ein steile Karriere hinlegte.

(Bild: zvg)

2005 war Schluss mit der Gwand. Familiäre Projekte standen im Vordergrund und auch die eigene Gesundheit dankte es, dass die Intensität solcher Eventumsetzungen für Geist und Körper etwas gedrosselt wurde.

Seit Vock einige Jahre später in Paris ihre eigene Kollektion vorstellte, verspürte sie den Drang, nachhaltige Mode zu machen und in Nachhaltigkeit innerhalb der Fashion-Branche zu investieren. «Vor rund zweieinhalb Jahren haben mich plötzlich wieder unglaublich viele Menschen auf die Gwand angesprochen! ‹Mach es doch wieder!›» Seither arbeitet Vock am Comeback. Aber kein Stein bleibt auf dem anderen – ausser dass auch in der neuen Ausgabe höchste Qualitätsansprüche in allen Bereichen gelten.

Die «neue» Gwand wird ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit stehen und nennt sich nun «Gwand Sustainable Fashion Festival». Die Hauptintention ist es, hochkarätigen, qualifizierten Designern mit humanitärer, ethischer und nachhaltiger Philosophie eine internationale Plattform auf höchstem Niveau zu bieten.

2018 wird die Gwand wieder in Luzern stattfinden

Das Kernstück der drei Show-Tage vom 7. bis 9. Dezember 2018 sind die Präsentationen der acht unter strengsten Anforderungen an Nachhaltigkeit selektionierten Designer. Einer davon wird ein Schweizer Modeschöpfer sein. Die aus hochkarätigen nationalen und internationalen Mode- und Nachhaltigkeitsspezialisten besetzte Jury wird Awards in verschiedensten Kategorien vergeben. Weiter sind unter anderem ein Social Responsibility Event, an welchem für ein Wohltätigkeitsprojekt Spenden gesammelt werden, Ehrungen von Persönlichkeiten und Unternehmen für ihre langjährigen Errungenschaften in der Nachhaltigkeitsarbeit sowie Ausstellungen und Symposien geplant. Eines ist klar – Luzern wird für drei Tage zur Modehauptstadt und im Fokus der internationalen Modepresse stehen.

«Es geht nicht darum, mit dem Finger auf etwas oder jemanden zu zeigen, nur weil wir nachhaltig sind», so Vock. Auch an einem Fashion-Festival wie der Gwand sei es nicht möglich, jedes noch so kleine Detail nachhaltig zu organisieren. All diese Punkte würden jedoch klar deklariert. Ziel sei es, Bewusstsein zu schaffen, nachhaltige Lösungen aufzuzeigen und den bereits vielen bestehenden transparenten und ethisch korrekten Designern und Brands eine Bühne auf Weltklasse-Niveau zu bieten. Man will etwas bewegen – und das mit Herz, Überzeugung und viel Leidenschaft.

Persönlich freue ich mich riesig, dass die Schweizer Fashion-Branche durch diesen Ausnahme-Event neue Impulse erhält, Luzern und der Modemarkt Schweiz ins Zentrum des weltweiten Interesses rückt und fantastische kreative Persönlichkeiten und Labels jene Aufmerksamkeit erhalten, welche sie verdienen.

Hinweis: Der Luzerner Thomas Odermatt ist Moderator und Model. Er wird für zentralplus, offizieller Medienpartner der Gwand, für den Gwand-Blog schreiben und den Event im Dezember begleiten.

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