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Gwand 2018: Vieles bleibt, noch mehr wird neu
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Benoit Missolin, Gewinner 2002. (Bild: zvg. GWAND)

Vom Luzerner Festival zum internationalen Fashionevent Gwand 2018: Vieles bleibt, noch mehr wird neu

4 min Lesezeit 28.02.2018, 17:42 Uhr

Im Dezember 2018 wird die Gwand-Erfolgsgeschichte ein neues Kapitel schreiben. Vieles bleibt, noch mehr wird neu. Doch wie hat sich das Festival während der Jahrhundertwende zu einem internationalen Fashionevent entwickelt?

Vom 7. bis 9. Dezember 2018 schreibt die Gwand ein neues Kapitel. Vieles bleibt, noch mehr wird neu. Ab dem Jahr 2018 wird man vom «Gwand Sustainable Fashion Festival» sprechen, dessen Hauptziel es ist, qualifizierten Designern mit humanitärer, ethischer und nachhaltiger Philosophie eine internationale Plattform zu bieten.

Die Selektionskriterien für ambitionierte Designer werden härter. Auf eine Chance von der Fachjury als Designer für die Gwand nominiert zu werden darf nur hoffen, wer transparent darlegt, dass auf ganzer Linie nachhaltig gearbeitet wird. Doch was ist das Erfolgsrezept der Gwand und wie hat sich das Festival während der Jahrhundertwende zu einem prestigeträchtigen Fashionevent gemausert?

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Erste Ausgabe zur internationalen Förderung von Schweizer Designern

Von den international etablierten Fashionweeks in Mailand, Paris oder New York hat sich Suzanna Vock, Initiantin und kreativer Kopf des Gwand Sustainable Fashion Festivals, nicht einschüchtern lassen. Vielmehr hat sie ab 1992 solche Riesen-Events als Ansporn genommen, auch Schweizer Designern eine internationale Plattform zu bieten. Die Gwand steckte noch in Kinderschuhen, Sponsoren waren rar, der Aufwand riesig – trotzdem hat bereits die erste Ausgabe in Luzern für mächtig Wirbel am Modehimmel gesorgt und sollte in den nachfolgenden Jahren noch für weitere Schlagzeilen in der Fashionbranche verantwortlich sein.

Logo GWAND 1993.

Logo GWAND 1993.

(Bild: zvg.)

Man war sich bereits nach der zweiten Ausgabe bewusst, dass die Ausrichtung internationaler werden muss, um mit internationalen Produktionen mithalten zu können. So «gönnte» man sich 1995 nicht eine kreative Pause, sondern nutzte sie, um internationale Showproduzenten ins Boot zu holen und plante, erstmals internationale Designer in den Wettbewerb miteinzubeziehen. Ab 1997 kam der Gwand-Express ins Rollen. Die Sponsoren wurden grösser, die Locations ausgefallener und die Modemacher internationaler.

Höchster je vergebener Modepreis

Der Entscheid, die Gwand internationaler auszurichten, zeugte von Mut, Branchenkenntnis und Ehrgeiz. Spätestens ab der siebten Ausgabe stand Luzern im Fokus – Modejournalisten blickten gespannt auf die neue Modemetropole. Und das nicht ohne Grund: Im Jahr 2000 verlieh die Gwand den damals höchstdotieren Modepreis der Welt. Das Aufsehen war entsprechend gross, Presseberichte zierten die Seiten der Fashionmagazine von Luzern bis Tokyo.

Sprungbrett für internationale Karrieren

Die seit Beginn in Luzern vergebenen Awards haben so einigen, damals noch unbekannten, Modemachern die Tür zum Fashionolymp geöffnet. Mitunter die heute bekanntesten Persönlichkeiten wurden zwischen 2002 und 2004 geehrt. Benoit Missolin, Gewinner im Jahr 2002, hat nach seinem Sieg unter anderem für Christian Lacroix, Thierry Mugler oder Givenchy gearbeitet.

Benoit Missolin, Gewinner 2002.

Benoit Missolin, Gewinner 2002.

(Bild: zvg. GWAND)

2003 stand Raf Simons zuoberst auf dem Podest, ein damals ziemlich unbekannter Designer. Das hat sich dank dem Sieg für seine in Luzern präsentierte Kollektion schlagartig geändert. Das Preisgeld verhalf ihm, seine Kollektion in Paris einer Weltpresse zu präsentieren und bereits nach kurzer Zeit war er gefragter denn je. Der heutige Chief Creative Officer von Calvin Klein hat sein Können unter anderem als Creative Director für Jil Sander und als Chef Designer von Dior unter Beweis gestellt.

Penélope Cruz, Victoria Beckham und Janet Jackson angezogen

Nicht zu vergessen Haider Ackermann, Sieger des Gwand Swiss Textiles Awards 2004. Seit seinem Triumph haben seine Kreationen Persönlichkeiten wie Penélope Cruz, Victoria Beckham, Janet Jackson oder Kanye West getragen. 2016 wurde er Kreativdirektor für das Modehaus Berluti. Nicht ohne Grund hat Diane Pernet, Modeikone und Modejournalistin aus Paris, die Gwand 2003 als Rolls Royce unter den Fashion-Contests betitelt. Die in Washington DC geborene Pernet war in den 80er Jahren Modedesignerin in New York City, arbeitete später unter anderem als Fashion-Editor für verschiedenste Magazine und ist auch heute noch eine der weltweit einflussreichsten Modejournalisten und Initiantin des International Fashion Film Festival.

Im Rahmen der London Fashionweek im Februar 2018 haben wir Mei Hui Liu über ihre Erinnerungen an die frühere Gwand befragt. Die gebürtige Vietnamesin, welche 1997 die Paris American Academy abschloss, ist seit 1999 als Designerin auf dem Markt und Inhaberin des Labels «Victim Fashion Street». Sie ist bekannt für punk-angehauchte «recycelt Fashion» und ganz besonders für eine ethische und faire Ausrichtung.

Neuausrichtung nach 13 Jahren Pause

Nach dem Ende der Gwand im Jahr 2005, ist das Comeback der als Sustainable Fashion Festival eine absolute Bereicherung für die Modeindustrie. Nicht nur Grössen wie Vivienne Westwood sind begeistert, mit ihr Branchenkenner rund um den Globus.

Unter ihnen auch Sue Kreitzman. Die in New York geborene ehemalige Kochbuchautorin und TV-Köchin lebt seit mehreren Jahrzehnten in London und hat ihrem Leben im fortgeschrittenen Alter nochmals eine komplett neue Wendung gegeben.

«Life is about art and life is about color»
Sue Kreitzman

Seit rund 20 Jahren arbeitet «das wandelnde Kunstwerk», wie sie von sich selbst sagt, als Designerin und Malerin. Für ihre Kreationen recycelt sie verschiedenste Materialien und legt grossen Wert auf einen nachhaltigen Mode-Lifestyle. Was genau ihr Beitrag dazu ist, sehen Sie im Video.

Trotz des internationalen Rummels über die Gwand bin ich mir sicher, dass das bewusste Festhalten an Luzern als Haupt-Location richtig ist. Suzanna Vock verleiht dem international ausgelegten Festival, mit all seinen Künstlern, Models, Journalisten und Persönlichkeiten, die nötige Bodenständigkeit. Die Durchführung in der idyllischen und mit Atmosphäre nicht geizenden Stadt erlaubt es dem Event im Fokus zu stehen, wo es in manch anderer Stadt deutlich schwieriger wäre zu glänzen.

Hinweis: Der Luzerner Thomas Odermatt ist Moderator und Model. Er wird für zentralplus, offizieller Medienpartner der Gwand, für den Gwand-Blog schreiben und den Event im Dezember begleiten.

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