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Was für ein toller Sonntagnachmittag
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Lucas Alves und Pascal Schuerpf (Luzern) jubeln nach dem Tor zum 2:1. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Der FCL räumt zu Hause ab Was für ein toller Sonntagnachmittag

4 min Lesezeit 2 Kommentare 22.10.2019, 10:54 Uhr

Jubel, Freude und Zufriedenheit. Der FC Luzern hat seinen Fans dank einer grossartigen zweiten Halbzeit und einem 3:1-Sieg gegen den FC Sion einen tollen Sonntagnachmittag beschert. Auch auf der Haupttribüne war für einmal etwas los während der 90 spannenden Minuten. Ein Stimmungsbericht aus dem Stadion.

Es war alles angerichtet für einen tollen Fussballnachmittag. Entgegen ersten Wetterprognosen Anfang Woche waren die äusseren Bedingungen für ein Fussballspiel auf der Luzerner Allmend perfekt. Leichter Sonnenschein, angenehme Herbsttemperaturen und ein Rasen, welcher seinem Namen, nicht so wie aktuell in Genf, mehr als gerecht wird. Und die Luzerner legten los wie die Feuerwehr. Bereits nach drei Minuten hätte der FCL durch Eleke in Führung gehen können, doch der Ball zischte an den blondierten Haaren des Nigerianers vorbei.

Gut, ich bin ehrlich. Diese Szene habe ich nur auf dem Bildschirm im Tribünenumgang gesehen. Meine zweijährige Tochter machte einen ausgiebigen Mittagsschlaf und so verpassten wir die ersten Minuten des Spiels.

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Fremde Walliser auf unseren Plätzen

Als es ums Eingemachte ging, waren wir dann aber auf unseren Plätzen. Auch das stimmt nicht ganz, meine Frau und ich (die Kleine sitzt sowieso fast nie und erkundet das Stadion) mussten auf Sitzplätze oberhalb von unseren Stammplätzen ausweichen, da unsere eigentlichen Plätzen durch Vertreter des FC Sion bereits besetzt waren. Frederic Chassot und Co. hatten in der 19. Minuten dann allen Grund zur Freude. Mit dem ersten Schuss auf das Luzerner Tor gingen die Walliser dank Seydou Doumbia in Führung.

Ich ärgerte mich, meine Tochter interessierte dies aber nicht, sie war zu sehr mit dem Verzehr von Pommes-Chips in Dinosaurierform beschäftigt. Das Team von Thomas Häberli hatte doch eigentlich alles im Griff, aber wieder lief der Ball nicht für blau und weiss.

Tolle Reaktion nach dem Pausentee

Nach der Pause wurde aus Luzerner Sicht zum Glück alles anders. Ob es die richtigen Worte des Trainers oder ein Zaubertrank waren, weiss ich nicht. Auf alle Fälle war es augenfällig, dass die Luzerner mit enormer Energie und viel Willen auf den Platz zurückkehrten. Nach verpassten Chancen erlöste Ndiaje mit einem tollen Kopfball den FCL und seinen Anhang kurz nach Wiederanpfiff. Die Wende war eingeläutet und Schürpf und Margiotta machten mit ihren Treffern den vierten Saisonsieg perfekt.

Nun waren die Mienen von unseren Sitznachbaren nicht mehr so freudig wie am Anfang der Partie. Frederic Chassot enervierte sich immer wieder ab dem Gezeigten seiner Walliser in der zweiten Halbzeit. Noch vor Abpfiff machte er sich wortlos und ohne Verabschiedung aus dem Staub, man kann es ihm nicht übelnehmen.

Diese FCL-Mannschaft hat Potential

Der Frust der Walliser war verständlich, denn sie wurden im zweiten Umgang von den Luzernern regelrecht überrollt. Es waren die besten 45 Minuten, die ich vom FCL gesehen habe in dieser Saison. Vergessen sind teils schwache Auftritte gegen die Amateurfussballer von den Färöer Inseln oder das Heimspiel gegen den FC Thun. Es war irgendwie eine andere Mannschaft, jedoch mit den gleichen Spielern. Wie geht das? Ganz einfach, im Sommer kamen viele neue Gesichter nach Luzern. Gewisse Medien hatten beispielsweise einen Francesco Margiotta bereits nach drei Runden als Fehltransfer abgestempelt. Dabei weiss man doch, dass sich Mannschaften mit vielen neuen Spielern erst wieder finden müssen. Genau dies hat der FC Luzern geschafft.

Gegen Sion war ein klares Konzept erkennbar, in der zweiten Halbzeit hat das Team die Vorgaben des Trainers Thomas Häberli perfekt umgesetzt. Klar kann man da und dort noch feinjustieren , aber so macht es Spass, die Spiele des FC Luzern zu verfolgen. Ich hoffe, dass bald wieder mehr Fans ins Stadion kommen. Ein grosses Lob gehört auch den FCL-Fans, welche 90 Minuten lang für tolle Stimmung gesorgt haben. Mit dem Song «Hey FC Lozärn» haben sie auch meine kleine Tochter erfreut, welche aktuell voll auf die Melodie von Pippi Langstrumpf steht.

Ein neuer Luzerner Rohdiamant

Auch wenn unsere Kleine erst zwei Jahre alt ist, fährt sie nicht nur auf Pippi, sondern auch auf den FC Luzern ab. Bereits zum zweiten Mal war sie im Stadion live mit dabei und ich habe das Gefühl, dass sie das Spiel bereits perfekt verstanden hat. Der Ball muss ins Eckige, das war Abseits oder hey Schiri, das war doch ein klares Foul. Spass beiseite, sie hat noch keine Ahnung davon, aber die Emotionen und die vielen Leute gefallen ihr. Und spätestens nach dem Treffer zum 3:1 von Margiotta streckte auch sie die Hände in die Höhe und feierte ausgelassen mit. Sie hat noch nicht mitbekommen, wie dieses Tor entstanden ist. Was für ein grossartiger Pass von Darian Males in die Tiefe dem schönen Treffer vorausgegangen ist.

Nach seinem Premierentreffer in Thun folgte nun der erste Assist für den 18-Jährigen. Auch bei anderen Aktionen zeigte sich, was für ein tolles Füsschen dieser Darian Males hat. Ein Hauch Hakan Yakin schwirrte nach Jahren wieder einmal durch die Swissporarena, habe ich mir gedacht. Für mich ist Darian Males ein Rohdiamant, der uns, wenn er richtig geschliffen wird, noch viel Freude bereiten wird.

Die FCL-Fans sind bereit auf weitere, tolle Sportmomente auf der Luzerner Allmend. Bestimmt auch meine Tochter, auch wenn ihr aktuell der Nussgipfel in der Pause noch wichtiger ist.

Hopp Lozärn

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2 Kommentare
  1. Eric, 22.10.2019, 22:57 Uhr

    Merci für den tollen Bericht! So macht der FCL spass.

  2. frapfo6162, 22.10.2019, 12:10 Uhr

    Es heisst übrigens “Verzehr” und nicht Verzerr bei Esswaren, das letztere ist gebräuchlich als Beschädigung, so bei Ulk-Spiegeln als “Verzerrte Ansicht” oder bei Verletzungen im Körper wie “Zerrungen”!
    Danke